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Kindererziehung: Ihr Plus für die Rente

Wir honorieren Ihren Erziehungseinsatz!

Foto: Ein Junge liegt auf dem Boden und blickt in die KameraWir wissen: Kindererziehung kostet Zeit – auch Ihre Arbeitszeit. Deshalb rechnen wir Ihnen bestimmte Zeiten der Kindererziehung so an, als hätten Sie eigene Beiträge eingezahlt. In einigen Fällen begründet dies überhaupt erst einen Rentenanspruch, für den Sie eine bestimmte Mindestversicherungszeit vorweisen müssen. Das kann sogar dazu führen, dass Sie später eine Rente erhalten, ohne jemals selbst eingezahlt zu haben. 

Wer davon profitiert 

Sie erziehen Ihr Kind selbst? Dann erfüllen Sie die Grundvoraussetzung zur Anrechnung der Kindererziehungszeit. Die kann immer nur ein Elternteil in Anspruch nehmen, eben derjenige, der das Kind überwiegend erzieht beziehungsweise erzogen hat. Erziehen Sie Ihr Kind gemeinsam, hat grundsätzlich die Mutter Anspruch auf die Kindererziehungszeit. Soll sie der Vater erhalten, benötigt die Rentenversicherung eine gemeinsame, übereinstimmende Erklärung hierfür. Beachten Sie: diese gilt immer nur für die Zukunft und für maximal zwei Monate rückwirkend.

Neben den leiblichen Eltern qualifizieren sich auch folgende Personen für die Kindererziehungszeit:

  • Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern
  • Großeltern oder Verwandte, wenn das Kind dort dauerhaft in häuslicher Gemeinschaft als Pflegekind wohnt. Ein Obhuts- und Erziehungsverhältnis zwischen den leiblichen Eltern und dem Kind darf in diesem Fall nicht mehr bestehen.

Nicht angerechnet werden Kindererziehungszeiten bei Personen, die während der Erziehung bereits eine Altersvollrente oder eine Versorgung nach beamtenrechtlichen oder anderen Regelungen erhalten (z.B. eine Pension) die Regelaltersgrenze erreicht haben, aber nie gesetzlich rentenversichert waren oder aufgrund der Erziehung Versorgungsanwartschaften in einem anderen Versorgungssystem erworben haben, das der gesetzlichen Versicherung in diesem Punkt gleichwertig ist.

Haben Sie Fragen dazu? Wir beraten Sie gerne. Vor Ort in Ihrer Nähe oder telefonisch.

Wie viel Rente Sie dafür bekommen

Für Kindererziehungszeiten bekommen Sie Entgeltpunkte, das heißt: sie wirken sich direkt auf die Rentenhöhe aus. Als Berechnungsgrundlage dient der Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Dieser beträgt aktuell 36.267 Euro im Jahr. 

Doppelt gut

Sie erziehen Kinder, arbeiten aber nebenbei? Prima – dann erhalten Sie diese Beiträge nämlich zusätzlich zu dem, was Sie selbst einzahlen. Dies gilt bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 6.200 Euro in den alten bzw. monatlich 5.400 Euro in den neuen Bundesländern.

Häusliche Pflege und Erziehungstätigkeiten

Auf welche Zeiten es ankommt 

Durch eine gesetzliche Neuregelung, die sogenannte "Mütterrente", werden bei Geburten vor 1992 bis zu 24 Monate Kindererziehungszeit anerkannt. Bei Geburten ab 1992 sind es bis zu 36 Monate.

Der Beginn ist immer der Kalendermonat nach der Geburt.

Sie erziehen gleichzeitig mehrere Kinder –  zum Beispiel, weil Sie Zwillinge haben oder während der Erziehungszeit noch ein weiteres Kind bekommen haben? Dann verlängert sich die Kindererziehungszeit entsprechend.
Beispiel:
Geburt Ihres ersten Kindes: 17. April 2004
Geburt Ihres zweiten Kindes: 2. Januar 2006

Bei Geburt des zweiten Kindes waren erst 21 Monate von insgesamt 36 Monaten der Kindererziehungszeit verstrichen. Ab Februar 2006 werden Ihnen deshalb noch 51 Monate Kindererziehungszeit (36 Monate für das zweite Kind plus die noch verbliebenen 15 Monate Kindererziehungszeit vom ersten Kind) angerechnet.

Ebenfalls wichtig: Die Berücksichtigungszeiten

Während Kindererziehungszeiten sich direkt auf Ihre Rente auswirken, sind die Berücksichtigungszeiten hingegen wertvoll für die Mindestversicherungszeit, Hier gilt:

  • Berücksichtigungszeiten gelten nur für denjenigen, dem auch die Kindererziehungszeit anerkannt wurde.
  • Die Berücksichtigungszeit beginnt am Tag der Geburt und endet nach spätestens 10 Jahren. Werden in diesem Zeitraum weitere Kinder geboren, verlängert sie sich nicht.

Berücksichtigungszeiten nach dem 31. Dezember 1991 wirken sich sogar direkt auf die Höhe Ihrer Rente aus, wenn Sie mindestens zwei Kinder unter zehn Jahren haben oder nebenbei berufstätig sind. Mehr Infos gibt´s bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger.

Sonderfälle 

Ausgleich niedriger Verdienste vor 1992

Sie haben mindestens 35 Jahre an rentenrelevanten Zeiten angesammelt und Ihr Verdienst liegt bei 75% unter dem Durchschnittsverdienst unserer Versicherten? Dann erhöhen wir bei Ihrer Rentenberechnung die Beiträge um 50%, die Sie während Pflichtbeitragszeiten vor 1992 gezahlt haben.

Nachzahlung zur Erreichung der Mindestwartezeit

Wenn Sie bis 1954 geboren sind und trotz Kindererziehungszeiten die fünfjährige Mindestwartezeit nicht erreichen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die fehlenden Monate nachzuzahlen.

Wir beraten Sie gerne

Foto: Geschäftliche Gesprächssituation zwischen Mann und Frau

Sie haben Fragen? Die Mitarbeiter in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung freuen sich über Ihren Besuch. Oder rufen Sie uns an. Wir informieren Sie kostenlos und neutral.

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