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Selbständige in Bildung und Pflege

Ihre Versicherungspflicht

Selbständige in den Bildungs- oder Pflegeberufen unterliegen unter ganz bestimmten Voraussetzungen der Versicherungspflicht und genießen dann auch den Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung.

Versicherungspflicht bei Bildungsberufen

Als selbstständig gelten Lehrer, wenn sie an Schulen, Universitäten oder anderen Bildungseinrichtungen unterrichten. Dabei muss es um das Übermitteln von Wissen, Können und Fertigkeiten in Form von Gruppen- oder Einzelunterricht gehen. Der Lehrbegriff wird dabei weit ausgelegt: So gehört Nachhilfe ebenso dazu wie Golf- oder Aerobicunterricht. Auch selbständige Coaches, Trainer, Moderatoren, Supervisoren oder Feldenkraispädagogen sind Lehrer.

Selbständiger Erzieher sind Sie, wenn Ihre Tätigkeit auf die Charakterschulung und Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen gerichtet ist. Auch Tagesmütter sind versicherungspflichtig.

Versicherungspflicht bei Pflegeberufen

Sie sind in der Kranken-, Wochen-, Säuglings- oder Kinderpflege selbstständig tätig? Dann gilt für Sie ebenfalls Versicherungspflicht, wenn Sie überwiegend auf ärztliche Anordnung handeln. Das ist zum Beispiel bei Krankenschwestern, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten der Fall. Ebenso fallen selbständig tätige Logopäden und andere selbständige Stimm-, Sprech- und Sprachtherapeuten unter die Versicherungspflicht. Sportmasseure sind dagegen nicht versicherungspflichtig. Dies gilt auch für Selbständige Altenpfleger, die überwiegend gesunde und lediglich wegen ihres Alters pflegebedürftige Menschen betreuen.

Frei praktizierende Ärzte der Humanmedizin, Heilpraktiker und Psychotherapeuten sind nicht rentenversicherungspflichtig.

Sie sind nicht rentenversicherungspflichtig, wenn Sie selbständiger Lehrer, Erzieher oder Pflegeperson sind und jemanden ausbilden oder beschäftigen. Aber: Eine Reinigungskraft in Ihrem Privathaushalt zählt hier nicht.
Mit nur einer Hilfskraft im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze (bis 450,00 Euro monatlich) bleiben Sie ebenfalls versicherungspflichtig. Anders ist es, wenn Sie mehrere geringfügig Beschäftigte haben, die einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer ersetzen.

Selbständige Hebammen sind generell pflichtversichert

Auch selbständige Hebammen und Entbindungspfleger sind per Gesetz in der Rentenversicherung versichert. Dies gilt selbst dann, wenn sie einen oder mehrere versicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigen.

AchtungMeldepflicht
Gehören Sie als Selbständiger zum oben genannten Personenkreis, müssen Sie sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei Ihrem Rentenversicherungsträger melden. Dies gilt auch, wenn Sie einen Gründungszuschuss erhalten. Versäumen Sie diese Frist, können Beiträge nachgefordert werden.

So berechnet sich die Beitragshöhe:

Bei der Pflichtversicherung gibt es drei Möglichkeiten der Beitragszahlung:

1. Halber Regelbeitrag für Einsteiger
Innerhalb der ersten drei Kalenderjahre nach dem Jahr der Aufnahme Ihrer selbständigen Tätigkeit können Sie sich für den so genannten halben Regelbeitrag entscheiden. Er beträgt 2016 in den alten Bundesländern monatlich 271,62 Euro und 235,62 Euro in den neuen Bundesländern.

2. Regelbeitrag
Sie können ohne Rücksicht auf Ihr Arbeitseinkommen den vollen Regelbeitrag zahlen. Er beträgt im Jahr 2016 monatlich 543,24 Euro in den alten und 471,24 Euro in den neuen Bundesländern.

3. Einkommensgerechter Beitrag
Sie können auch niedrigere oder höhere Beiträge als den Regelbeitrag zahlen, wenn Sie ein abweichendes Arbeitseinkommen anhand des letzten Einkommensteuerbescheides nachweisen.

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