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Regelsätze

Individueller Bedarf

Foto: Portrait einer RentnerinDie Grundsicherung hilft Ihnen, den Bedarf des täglichen Lebens zu bestreiten. Ihr Lebensunterhalt wird über Regelbedarfsstufen sichergestellt, die sich nach Familienstand und Haushaltsführung richten.

Die Grundsicherung soll abdecken:

  • Ihren notwendigen Lebensunterhalt,
  • Aufwendungen für Unterkunft und Heizung,
  • Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge,
  • Vorsorgebeiträge,
  • Mehrbedarf für bestimmte Personengruppen und
  • Hilfe in Sonderfällen.

Der notwendige Lebensunterhalt wird über Regelbedarfsstufen festgestellt. Je nach Familienstand und Haushaltsführung gibt es drei unterschiedliche Regelbedarfsstufen.

Alleinstehende und Alleinerziehende erhalten ab dem 1. Januar 2015 monatlich 404 Euro, wenn sie einen eigenen Haushalt führen. Das entspricht der Regelbedarfsstufe 1. Mit der passenden Regelbedarfsstufe sollen die regelmäßigen und einmaligen Ausgaben des täglichen Lebens finanziert werden. Dazu gehören zum Beispiel Lebensmittel, Bekleidung, Reparaturen und Instandhaltungen sowie Haushaltsgeräte.

Regelbedarfsstufen ab 1. Januar 2014
Alleinstehende und Alleinerziehende mit eigenem Haushalt404 Euro
Erwachsene Haushaltsangehörige324 Euro
Zusammenlebende Ehegatten und eingetragene Lebenspartner mit gemeinsamen Haushalt je Person
Zu dieser Personengruppe zählen auch Partner einer ehe- beziehungsweise lebenspartnerschaftähnlichen Gemeinschaft.
364 Euro

Für Ihre Unterkunft werden die tatsächlich entstandenen, angemessenen Kosten berücksichtigt.
Dazu gehören zum Beispiel Miete, Nebenkosten und Heizung. Was angemessen ist, entscheiden die Sozialhilfeträger. Dabei gilt vor allem der örtliche Mietspiegel. Leben mehrere Personen in Ihrer Haushaltsgemeinschaft, werden die Kosten pro Person berücksichtigt.

Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung oder einem Eigenheim, gelten andere Unterkunftskosten. Hierzu zählen beispielsweise eventuell zu zahlende Kreditzinsen, Steuern, Gebühren oder notwendige Reparaturkosten.

Leben Sie im Alters- oder Pflegeheim, wird die Warmmiete eines Einpersonenhaushalts berücksichtigt. Auch hier gilt der jeweilige Mietspiegel.

Angemessene Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gehören ebenfalls zur Grundsicherung.
Aber was ist angemessen?
Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gehören immer dazu. Bei einer privaten Versicherung kommt es auf die Beitragshöhe an.

Erkundigen Sie sich beim Sozialhilfeträger.

Erhalten Sie bereits eine Rente, dürfen Sozialversicherungsbeiträge nicht doppelt berücksichtigt werden. Entweder gehören sie als Bedarf zur Grundsicherung oder sie werden vom Einkommen abgezogen – und dann zum Beispiel die „Nettorente“ als Einkommen angesetzt.

Angemessene Vorsorgebeiträge und Versicherungsbeiträge für ein angemessenes Sterbegeld können übernommen werden.
Auch hier entscheiden die Sozialhilfeträger darüber, was angemessen ist.
Um die Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine angemessene Alterssicherung zu erfüllen, können zum Beispiel folgende Beiträge übernommen werden:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Beiträge zu landwirtschaftlichen Alterskassen,
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen, wenn diese vergleichbare Leistungen wie die gesetzliche Rentenversicherung zahlen,
  • Beiträge für eine eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge sowie
  • geförderte Altersvorsorgebeiträge, etwa für eine Riester-Rente, wenn der Mindesteigenbeitrag (Paragraf 86 des Einkommensteuergesetzes) nicht überschritten wird.

Bitte beachten Sie:
Die eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge muss in Form einer lebenslangen Leibrente gezahlt werden.

Die Beiträge können nur dann übernommen werden, wenn die Leibrente laut Vertrag

  • nur an den Steuerpflichtigen selbst,
  • monatlich,
  • lebenslang und
  • nicht vor dem 60. Geburtstag gezahlt wird.

Darüberhinaus kann ein so genannter Mehrbedarf festgestellt werden; zum Beispiel für gehbehinderte Menschen mit Schwerbehindertenausweis (Merkzeichen G oder aG).
Besitzen Sie keinen Schwerbehindertenausweis, reicht auch Ihr Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes mit Merkzeichen G oder aG aus. Sie erhalten pauschal einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 17 Prozent der Regelbedarfsstufe.

Zusätzliche Leistungen gibt es außerdem für werdende Mütter nach der zwölften Schwangerschaftswoche, für Alleinerziehende und für behinderte Menschen, die Eingliederungshilfe erhalten.

Auch wenn Sie sich aus gesundheitlichen Gründen kostenaufwendig ernähren müssen, bekommen Sie zusätzliche Leistungen.

Darüber hinaus sind so genannte einmalige Bedarfe möglich. Dazu gehören zum Beispiel Erstausstattungen von Wohnungen einschließlich Haushaltsgeräten oder Bekleidung und Leistungen für Bildung und Teilhabe. Das können beispielsweise Aufwendungen für Schulausflüge, Lernförderung sowie Mittagessen für Schüler, Kinder und Jugendliche sein.

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