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60 Jahre dynamische Rente

Ein Erfolgsmodell feiert in diesem Jahr Geburtstag

Kontrahenten im Getümmel: Arbeitsminister Anton Storch (CDU) und Finanzminister Fritz Schäffer (CSU) gegen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (parteilos) (von links).  Es ist der Beginn einer neuen Ära. In der jungen Bundesrepublik legen Anfang 1957 die Renten für Arbeiter um 65 Prozent zu, für Angestellte um stattliche 72 Prozent. Der nie da gewesene Zuwachs ist eine Folge des Einstiegs ins Umlageverfahren. Für Rentner hatte das Sozialnetz aus dem Kaiserreich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr viel zu bieten. Viele Menschen hatten damals sehr niedrige Renten, die den bisherigen Lebesstandard in keiner Weise absichern konnten.

So konnte es nicht bleiben. Das erkannte auch Konrad Adenauer. Die „Stiefkinder des Wirtschaftswunders“ wie es damals hieß, sollten endlich auch am Aufschwung teilhaben. Der Kölner Ökonom Wilfried Schreiber lieferte dem Kanzler die Blaupause für den rentenpolitischen Neuanfang: Statt wie bisher Sparen fürs Alter (Kapitaldeckung) sah der „Schreiberplan“ das Umlageverfahren vor – einen Generationenvertrag, bei dem die Beschäftigten mit ihren laufenden Beiträgen die Ruheständler finanzieren. Dafür sollten sie Rentenansprüche erwerben, die dereinst ihre Kinder einlösen würden. Nicht minder radikal war auch die Idee, die Renten an die Lohnentwicklung zu koppeln. Damit war die „dynamische Rente“ geboren, die stete Teilhabe der Rentner am wirtschaftlichen Fortschritt versprach. Adenauer war überzeugt – Wirtschaftsminister Ludwig Erhard hielt dagegen. Er warnte vor Inflation, nachlassendem Sparwillen und dem Marsch in den Versorgungsstaat.

Geburt des Generationenvertrags

Die Marathonsitzung des Bundestags ging am Ende der öffentlichen Kontroverse als „Rentenschlacht“ in die Geschichte ein. Vier Tage hitzige Debatten lieferten sich die Parlamentarier, bevor sie das große Reformpaket am 21. Januar 1957 mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Die Reform trat rückwirkend zum 1. Januar in Kraft – und erfreute sich von Beginn an enormer Beliebtheit. Die Rente für Kranke, Witwen und Waisen sowie Rehaangebote waren ebenfalls Teil des damaligen Rentenpakets. Millionen Bundesbürger erlebten so zum ersten Mal konkret, was „soziale Marktwirtschaft“ heißen kann. Dank der dynamischen Rente nehmen heute auch die Älteren am Aufschwung teil. Und das seit mittlerweile sechs Jahrzehnten.

„Die Versicherten und Rentner sind gut mit dem gefahren, was die Politik vor 60 Jahren auf den Weg gebracht hat“, ist Gundula Roßbach, die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, überzeugt. Denn nicht nur wirtschaftlich war die Reform ein Erfolg – für die junge Demokratie war sie ähnlich identitätsstiftend wie der Gewinn der Fußball-WM 1954 oder die Währungsreform. Eine Rentenerhöhung um mehr als zwei Drittel gibt es wohl nur ein Mal im Leben.

(Der Text erscheint in der Ausgabe 4/2017 von „Zukunft Jetzt“.)

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