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Erwerbsminderung

Nicht immer läuft im Leben alles rund. Im Fall einer Erwerbsminderung kann es auch in jungen Jahren schon Rente geben. Einzelheiten erfahren Sie hier.

Ich beziehe eine Erwerbsminderungsrente, bin 60 Prozent schwerbehindert und werde jetzt 62 Jahre alt. Soll ich meine Rente nun in eine Altersrente ändern lassen?

Bitte wenden Sie sich an die nächste Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers und lassen sich ausrechnen, ob die Altersrente günstiger für Sie ist. Grundsätzlich muss die Altersrente mindestens in der Höhe Ihrer bisherigen Rente weitergezahlt werden. In vielen Fällen steigt die Altersrente noch geringfügig. Spätestens mit dem 65. Lebensjahr ist die Erwerbsminderungsrente in eine Regelaltersrente zu ändern.

Gibt es bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente einen Berufsschutz, wie bei den früheren Berufsunfähigkeitsrenten?

Versicherte, die vor dem 2.1.1961 geboren sind und in ihrem oder einem vergleichbaren Beruf nur noch weniger als sechs Stunden arbeiten können, erhalten eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wegen Berufsunfähigkeit. Der Berufsschutz bleibt für diesen Personenkreis bestehen. Es wird allerdings nur eine halbe Rente gezahlt und nicht wie bei der bisherigen Rente wegen Berufsunfähigkeit zwei Drittel.

Unter welchen gesundheitlichen Voraussetzungen erhalte ich eine Rente wegen voller oder wegen teilweiser Erwerbsminderung?

Welche Rente gewährt wird richtet sich heute nur noch danach, wie lange man täglich arbeiten kann. Liegt das Leistungsvermögen unter drei Stunden täglich, gibt es die Rente wegen voller Erwerbsminderung, bei drei bis unter sechs Stunden die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Wer mindestens sechs Stunden arbeiten kann, erhält nur dann eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, wenn er vor dem 2.1.1961 geboren und berufsunfähig ist.

Ich habe gehört, dass es bei der Erwerbsminderungsrente auch eine Rentenabschlagsregelung gibt. Stimmt das?

Beginnt Ihre Rente wegen Erwerbsminderung vor der für Sie maßgeblichen Altersgrenze, müssen Sie Abschläge in Kauf nehmen. Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, beträgt der Abschlag 0,3 Prozent, insgesamt jedoch höchstens 10,8 Prozent.
Von 2001 bis 2011 waren abschlagfreie Renten ab dem 63. Lebensjahr möglich. Die Höchstabschläge von 10,8 Prozent galten für alle, die 60 Jahre oder jünger waren.

Seit 2012 wird die Altersgrenze von 63 Jahren für eine abschlagfreie Rente schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Gleichzeitig erhöht sich auch die Altersgrenze für die Höchstabschläge von 60 Jahren auf 62 Jahre und jünger. Ab 2024 können Sie eine abschlagfreie Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erst mit 65 Jahren bekommen. Wer dann jünger ist, muss Abschläge von bis zu 10,8 Prozent hinnehmen.

Bei jungen Menschen zählen nicht nur die wenigen bisherigen Berufsjahre. Vielmehr gibt es die sogenannte Zurechnungszeit. Bei Renten, die ab dem 1. Juli 2014 beginnen, ist es die Zeit zwischen dem Eintritt der Erwerbsminderung und dem vollendeten 62. Lebensjahr. Hat die Rente bereits vorher begonnen, endet die Zurechnungszeit mit dem 60. Lebensjahr.
Die Zurechnungszeit wird mit einem Durchschnittswert der zurückgelegten Versicherungszeiten bewertet und steigert so die Rente.

Beginnt Ihre Rente vom 1. Juli 2014 an, bleiben bei der Ermittlung dieses Durchschnittswertes die letzten vier Jahre bis zum Eintritt Ihrer Erwerbsminderung unberücksichtigt, wenn die Versicherungszeiten, die Sie in diesen vier Jahren zurückgelegt haben, den Durchschnittswert vermindern und sich damit ungünstig auf die Bewertung der Zurechnungszeit auswirken würden.

Bei einem Rentenbeginn seit 2001 gibt es statt der bisherigen Renten wegen Berufsunfähigkeit beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit (BU/EU) eine zweistufige Erwerbsminderungsrente. Was bedeutet zweistufig und wo liegt der Unterschied?

Es gibt eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und eine wegen teilweiser Erwerbsminderung. Die "volle" entspricht in der Höhe etwa der bisherigen Rente wegen Erwerbsunfähigkeit, die wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt exakt die Hälfte.

Was ist eine Erwerbsminderungsrente?

Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, regelmäßig eine Erwerbstätigkeit im Umfang von mindestens sechs Stunden am Tag auszuüben, können einen Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit haben. Voraussetzung ist unter anderem, dass insgesamt mindestens fünf Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden und in den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.

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Wie errechnete sich die Höhe von Erwerbsminderungsrenten vor dem 1. Juli 2014?

Die Höhe der Rente berechnet sich aus den bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten. Bei einem Eintritt der Erwerbsminderung in jungen Jahren war der Versicherte mit der so genannten Zurechnungszeit bisher so gestellt, als ob er noch bis zum sechzigsten Lebensjahr weitergearbeitet hätte. Durch die Zurechnungszeit werden also zusätzliche Zeiten berücksichtigt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Die Zurechnungszeit wird mit dem Durchschnittswert der bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten Versicherungszeiten bewertet und steigert so die Rente.

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Was hat sich bei der Erwerbsminderungsrente ab dem 1. Juli 2014 geändert?

Die Zurechnungszeit wird bei Rentenbeginn ab 1. Juli 2014 um zwei Jahre verlängert. Sie endet dann mit dem 62. Lebensjahr. Das heißt, Erwerbsgeminderte werden so gestellt, als ob sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen bis zum 62. statt wie bisher zum 60. Geburtstag weitergearbeitet hätten.

Außerdem fallen die letzten vier Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung künftig aus der Bewertung der Zurechnungszeit heraus, wenn dies für den Versicherten günstiger ist. Das heißt: Einkommenseinbußen in den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung - zum Beispiel durch den Wegfall von Überstunden, den Wechsel in Teilzeit oder durch Krankheitszeiten - wirken sich künftig nicht mehr negativ auf die Rentenhöhe aus.

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Für wen gilt die Neuregelung bei der Erwerbsminderungsrente?

Die Neuregelung gilt für alle Erwerbsminderungsrenten mit einem Beginn nach dem 30. Juni 2014.

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Wie stark steigen die Erwerbsminderungsrenten durch die Neuregelung?

Durch die Verlängerung der Zurechnungszeit um zwei Jahre fallen Renten wegen voller Erwerbsminderung, die nach dem 30. Juni 2014 beginnen, höher aus: Sie betragen im Monat durchschnittlich rund 40 Euro brutto mehr, als die bis dahin begonnenen Renten wegen voller Erwerbsminderung.

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Gilt die Verlängerung der Zurechnungszeit bis zum 62. Lebensjahr auch für Renten wegen Todes?

Ja, die Gesetzesänderung betrifft auch Renten wegen Todes. Das bedeutet, dass zum Beispiel auch bei Witwen- und Witwerrenten sowie Waisenrenten die Zurechnungszeit verlängert wird, sofern der Verstorbene bei seinem Tod das 62. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und die Rente nach dem 30. Juni 2014 beginnt.

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