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Veränderung bei den Hinzuverdienstgrenzen

Foto: Mann hält Lkw-Lenkrad in der Hand


Hier erhalten Sie die Antworten auf nachfolgenden Fragen.

Hinweis:
Den Berechnungen liegen Werte aus Dezember 2016 zugrunde.

Wie war der Hinzuverdienst zur Altersrente bisher geregelt?

Ob Rentner neben ihrer Altersrente hinzuverdienen durften, ohne dass die Rente gekürzt wurde, war abhängig von ihrem Alter. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze durften sie unbegrenzt hinzuverdienen. Die Regelaltersrente steigt seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre an. Für 1952 Geborene, die in diesem Jahr 65 werden, liegt sie bei 65 Jahren und sechs Monaten. Ab dem Jahr 2031 wird sie für 1964 oder später Geborene bei 67 Jahren liegen. Vor Erreichen der Regelaltersgrenze lag die Hinzuverdienstgrenze bei 450 Euro im Monat. Zweimal pro Kalenderjahr durfte der doppelte Betrag, also 900 Euro, verdient werden. Bei einem höheren Verdienst reduzierte sich die Rente in Stufen auf zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel der vollen Rente. Auf welche Stufe die Rente gekürzt wurde, war abhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes. Dabei galten für die einzelnen Teilrentenstufen individuelle Hinzuverdienstgrenzen. Diese berechneten sich nach dem persönlichen Verdienst des Rentners in den letzten drei Kalenderjahren vor Rentenbeginn. Überstieg der Hinzuverdienst eine Grenze auch nur um einen Cent, wurde die Rente auf die nächst niedrigere Stufe und schließlich auf null gekürzt.

Beispiel
Axel B. lebte und arbeitete in Hamburg. Er hatte 35 Jahre lang ein durchschnittliches Einkommen von zuletzt 3.022 Euro im Monat erzielt. Die ungekürzte Rente betrugt 1.065 Euro. Da er die Rente 36 Monate vorzeitig bezog, wurde seine Rente um 10,8 Prozent gemindert. Sie betrug dann 950 Euro brutto (ohne Abzüge zur Kranken- und Pflegeversicherung).

Axel B. wollte seine Beschäftigung nicht aufgeben, plante diese jedoch auf die Hälfte zu verringern. Sein Hinzuverdienst neben der Rente betrug 1.511 Euro. Damit überstieg sein Hinzuverdienst jedoch sowohl die Grenze für eine volle Rente als auch für eine Rente in Höhe von zwei Dritteln. Nach den bis 30.06.2017 geltenden Regelungen über den Hinzuverdienst hatte er Anspruch auf eine halbe Rente. Die Rente betrug daher mit 475 Euro die Hälfte seiner vollen Altersrente.

Wie ist der Hinzuverdienst zur Altersrente derzeit geregelt?

Seit 1. Juli 2017 können Rentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Die bisherige monatliche Grenze von 450 Euro wurde aufgegeben. Ein über diesen Betrag hinausgehender Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Liegt die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem bisherigen Einkommen (bestes Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre, sogenannter Hinzuverdienstdeckel), wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Beispiel
Basierend auf einem monatlichen Arbeitseinkommen in Höhe von 1.511 Euro beträgt der jährliche Hinzuverdienst von Axel B. neben der vorzeitigen Altersrente 18.132 Euro. Hiervon bleiben 6.300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag in Höhe von 4.733 Euro im Jahr beziehungsweise 394 Euro im Monat. Die volle Altersrente von 950 Euro verringert sich durch den Hinzuverdienst um 394 Euro auf 556 Euro.

Wird der einmal festgestellte Hinzuverdienst überprüft?

Zur Bestimmung des Hinzuverdienstes prognostiziert die Deutsche Rentenversicherung zu jedem 1. Juli eines Jahres den voraussichtlichen Verdienst im laufenden und im folgenden Jahr, stellt ihn jeweils der jährlichen Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro gegenüber und setzt die Rente für die Zeit ab 1. Juli und ab kommenden 1. Januar fest.

Die Einkommensprognosen für das Vorjahr werden zum darauf folgenden 1. Juli mit dem tatsächlich erzielten Hinzuverdienst rückschauend centgenau verglichen („Spitzabrechnung“) und die Rente unter Berücksichtigung des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet. Gegebenenfalls entstehende Überzahlungen werden zurückgefordert, Nachzahlungen werden ausgezahlt. Gleichzeitig wird für die nächsten zwölf Monate eine neue Prognose erstellt.

Kann auch eine feststehende Hinzuverdienstgrenze gewählt werden?

Altersrentner können auch eine feststehende Hinzuverdienstgrenze wählen. Die Höhe der Teilrente können die Rentner selbst festlegen. Die Teilrente muss aber mindestens zehn Prozent der Vollrente umfassen. Die sich aus der festen Teilrente ergebende Hinzuverdienstgrenze muss eingehalten werden. Die Rentner legen also mit der der Höhe ihrer Teilrente gleichzeitig ihre maximale Hinzuverdienstgrenze fest. Überschreitet der Hinzuverdienst diese selbst gewählte Grenze nicht, so unterbleibt die nachträgliche „Spitzabrechnung“ gegenüber den Rentnern. Die gewählte Teilrente bleibt weiter bestehen. Der nicht in Anspruch genommene Rentenanteil erhält bei einer späteren höheren Rente einen geringeren Abschlag als der bereits bezogene Rentenanteil. Dies gilt nicht für die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Ergibt sich, dass die selbst gewählte Hinzuverdienstgrenze doch überschritten wurde, erfolgt eine „Spitzabrechnung“. Die die Hinzuverdienstgrenze überschreitenden Beträge werden zu 40 Prozent oder bei Überschreiten des Hinzuverdienstdeckels zu 100 Prozent auf die Rente angerechnet und zurückgefordert. Die Höhe der Teilrente und der damit verbundene maximale Hinzuverdienst können die Rentner jederzeit für die Zukunft neu festlegen.

Beispiel
Axel B. erklärt, dass er nur 50 Prozent (475 Euro brutto) seiner Rente beanspruchen möchte. Er kann damit 20.550 Euro jährlich hinzuverdienen. Hiervon bleiben 6.300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 14.250 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag in Höhe von 5.700 Euro im Jahr beziehungsweise 475 Euro im Monat. Die volle Altersrente von 950 Euro verringert sich durch den Hinzuverdienst um 475 Euro auf 475 Euro.

Wie viele Menschen nehmen Teilrenten in Anspruch?

Ende 2015 wurden 4.042 Altersteilrenten gezahlt.

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