Inhalt

Ferien- & Nebenjobs

Versicherungspflichtig oder nicht?

Foto: Ein Tellerwäscher bei der ArbeitNebenher die Kasse aufbessern oder schlicht das Notwendige nebenher verdienen – etwa zwei Drittel aller Jugendlichen, die studieren oder eine schulische Ausbildung machen, jobben oder machen regelmäßig Ferienjobs. Ab wann Sozialversicherungsbeiträge fällig werden und was es darüber hinaus sonst noch zu beachten gibt: Hier steht`s.

Der typische Ferienjob

Beliebt und am meisten genutzt sind die so genannten Ferienjobs. Das sind Beschäftigungen, die von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs befristet sind. Sie sind – auch für den Arbeitgeber – völlig frei von Sozialabgaben. Die Höhe des Verdiensts ist ohne Bedeutung. Hierzu ein Beispiel:

Kai arbeitet als Student in den Semesterferien von vornherein befristet vom 10.Juli bis 10. August als Aushilfe in einem Bistro. Er arbeitet insgesamt nicht mehr 20 Arbeitstage und verdient in dieser Zeit 1.800 Euro. Sozialabgaben fallen für Kai nicht an.
Üben Sie aber im Laufe eines Kalenderjahres mehrere derartige Aushilfsjobs aus, müssen Sie schon genauer hinsehen: Wenn Sie insgesamt länger als drei Monate oder mehr als 70 Arbeitstage pro Jahr arbeiten, werden Sie sozialversicherungspflichtig. Die Sozialabgaben sind dann auf Ihren ganzen Verdienst zu zahlen.

Regelmäßige Nebenjobs

Haben Sie einen regelmäßigen Nebenjob, gelten die Minijob-Regelungen. So lange Ihr aus einem (Dauer-)Job erzielter Verdienst nicht über 450,00 Euro monatlich liegt, gilt für Sie, dass Ihr Arbeitgeber pauschal einen Sozialversicherungsbeitrag zahlt. Davon wird die Hälfte an die Rentenversicherung gezahlt. Neu für Minijobs ab dem 1.1.2013 ist, dass Minijobber zum pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers selbst einen Eigenbeitrag dazu zahlen und damit in Genuss des vollen Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung kommen. Auf Antrag können sich Minijobber von der Zahlung des Eigenbeitrags befreien lassen.

Ihr Eigenbeitrag lohnt sich

Für Minijobs, die bis zum 31.12.2012 begonnen haben, gilt: diese Minijobber zahlen neben dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von derzeit 15 Prozent keine eigenen Beiträge. Sie können aber den Arbeitgeberbeitrag freiwillig für den vollen Rentenversicherungsschutz aufstocken. Die Minijobber erwerben dann Anspruch auf das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung.

Ob freiwilliges Aufstocken oder der reguläre Eigenbeitrag für neue Minijobs: ein Jahr 450,00-Euro-Job entspricht etwa 3,53 Euro Rentenanspruch pro Monat (bezogen auf 2013). Wer nicht auf die Versicherungspflicht verzichtet, kommt auf einen Wert von 4,45 Euro Rentenanspruch (in den neuen Bundesländern sind es sogar 4,65 Euro) und kann zudem das volle Leistungsspektrum der Rentenversicherung in Anspruch nehmen, zum Beispiel Rehabilitationsleistungen oder Anspruch auf eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Und durch den Status als Rentenversicherungspflichtiger ist es möglich, noch nebenher die Riester-Förderung für Ihre Zukunft zu nutzen. Ihr Eigenanteil beträgt mindestens 60 Euro im Jahr. 154 Euro gibt`s vom Staat dazu. Und: Starten Sie damit bis spätestens zu Ihrem 25. Lebensjahr, bekommen Sie zusätzlich noch eine Startprämie von 200 Euro.

Generell sollten Sie darauf achten, dass Ihre schulische Ausbildung beziehungsweise Ihr Studium Ihre Hauptbeschäftigung bleibt, das heißt, Ihr Nebenjob nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Oberhalb der 20-Stunden-/ 450,00-Euro-Grenze werden Beiträge zu allen Bereichen der Sozialversicherung fällig. Sie können dabei die Grenze von 20 Stunden überschreiten, wenn es sich ausschließlich um eine Beschäftigung am Wochenende oder in den Abend- oder Nachtstunden handelt.

Sie können auch mehrere Mini-Jobs nebeneinander haben. Sie gelten als ein Job, sofern der monatliche Gesamtverdienst 450,00 Euro nicht übersteigt. Die Minijobzentrale zieht übrigens die Sozialversicherungsbeiträge aus den Minijobs ein und ist erster Ansprechpartner für dieses Thema. 

Achtung Beachten Sie: Verdienen Sie regelmäßig über 450,00 Euro im Monat, egal mit welchen Job, sind Sie nicht mehr in der Krankenkasse familienversichert. Sie müssen sich dann selbst versichern.

Das gilt für Aushilfsjobs

Foto: Eine Kellnerin bei ihrer ArbeitÜben Sie einen oder mehrere von vornherein zeitlich befristete Aushilfsjobs für insgesamt länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr aus, müssen Sie Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Wenn Sie allerdings länger als 26 Wochen im Jahr arbeiten, gelten Sie als Arbeitnehmer und es fallen damit auch Beiträge zur Kranken­, Pflege­ und Arbeitslosenversicherung an.

Nebenjobs auf Dauer mit höherem Verdienst

Hier müssen wir für jeden Einzelfall klären, in welcher Höhe Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Wenden Sie sich dazu bitte an die Krankenkassen und Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger. Wir beraten Sie gerne.

Das sollten Sie wissen: 

  1. Haben Sie gerade Ihren Schulabschluss hinter sich und wollen noch einmal einen typischen Ferienjob annehmen? Dann müssen Sie aufpassen: Nur wenn Sie den Nachweis erbringen, mit dem nächsten Semester ein Studium zu beginnen, gelten für Sie die oben aufgeführten Regeln. Andernfalls sind Sie nach Ihrem Abschluss mit Ihrem Ferienjob versicherungspflichtig – unabhängig von dessen Dauer.
  2. Mit der Abgabe Ihrer letzten Prüfung im Studium verlieren Sie Ihren Status „Student“. Dabei ist das Aushändigungsdatum Ihres Prüfungszeugnisses unerheblich.
  3. Üben Sie eine Beschäftigung in einem Urlaubssemester aus, gilt das als berufsmäßig. Das heißt, für Sie gelten die Bestimmungen, wie für jeden Arbeitnehmer.

Die guten Seiten der Versicherungspflicht

Länger andauernde Nebenjobs unterliegen der Versicherungspflicht. Das klingt zunächst ungünstig, ist auf lange Sicht aber von Vorteil. Durch Pflichtbeiträge aus einem Nebenjob – wie auch durch freiwillige Beiträge – bauen Sie bereits während Ihres Studiums rentensteigernde Ansprüche auf. Kurzum: Jeder eingezahlte Euro kommt Ihrer späteren Rente zu Gute.

zusätzliche Informationen

Ihr kurzer Draht zu uns

Meinen Rentenversicherer finden:

Ihre Sammelmappe

Hier gelangen Sie zur Sammelmappe, in der sich alle Publikationen befinden, die Sie bisher zur Bestellung / zum Download vorgemerkt haben.