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Angehörige pflegen: Wir belohnen Ihren Einsatz

Soziales Netz Familie

Foto: Eine Pflegeperson rasiert einen PflegebedürftigenDie Pflege von Familienangehörigen bedeutet für Sie, als pflegenden Angehörigen oft ein Zurückstecken in Ihrem Beruf – manchmal sogar die komplette Berufsaufgabe. Dennoch übernehmen überwiegend der Ehepartner, die Geschwister und Kinder die Pflege ihrer Verwandten und das wird belohnt. Die Pflegeversicherung zahlt für Sie als pflegenden Angehörigen unter bestimmten Voraussetzungen Rentenversicherungsbeiträge - unabhängig davon, ob Sie vor Beginn der Pflege berufstätig waren oder nicht.

Mehr Rente für Pflege

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es in der Pflegeversicherung fünf Pflegegrade, die die bisherigen drei Pflegestufen ablösen. Für den Rentenanspruch von Pflegenden bedeutet das: Nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen erwerben zukünftig in vielen Fällen höhere Rentenanwartschaften.

Die Rentenversicherungspflicht tritt schon dann ein, wenn eine Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen mit mindestens Pflegegrad 2 pflegt. Die Pflege muss dabei insgesamt mindestens zehn Stunden, verteilt auf wenigstens zwei Tage pro Woche ausgeübt werden. Bislang betrug der wöchentliche Mindestaufwand 14 Stunden. Unverändert bleibt Voraussetzung der Versicherungspflicht, dass die Pflegeperson, neben der Pflege, nicht mehr als 30 Stunden berufstätig ist und die Pflege in häuslicher Umgebung erfolgt. Die Voraussetzungen für die Beitragszahlung zur Rentenversicherung prüft die Pflegekasse des Pflegebedürftigen.

Erklärvideo zur Umstellung auf Pflegegrade

Muss ich einen Antrag stellen?

Nein, die Versicherungspflicht als Voraussetzung entsteht per Gesetz, daher ist kein Antrag nötig. Sie müssen nur einen Fragebogen ausfüllen: den „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“. Am einfachsten gehen Sie dazu in eine Beratungsstelle der Pflegekasse. 

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen? Die Entscheidung trifft die Pflegekasse. Bei positivem Bescheid werden Sie damit automatisch versicherungspflichtig.

Was sind die Voraussetzungen?

  • Sie dürfen die Pflege nicht erwerbsmäßig ausüben. Das heißt, die Pflege gehört nicht zu Ihrer beruflichen Tätigkeit.
  • Sie pflegen Ihren Angehörigen mindestens 10 Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage, in häuslicher Umgebung und das länger als zwei Monate im Jahr. Sollten Sie die geforderten 10 Stunden wöchentlich nicht durch die Pflege einer Person erreichen, kann auch die Zeit der Pflege mehrerer pflegebedürftiger Personen zusammengerechnet werden.
  • Die Pflege ist notwendig. Dies hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt. Die Prüfung erfolgt, sobald der Fragebogen von Ihnen abgegeben wurde.
  • Der Pflegebedürftige hat Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung.
  • Sie als Pflegender sind maximal 30 Stunden in der Woche erwerbstätig oder selbständig beruflich aktiv.
  • Ihr Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort ist in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz.

Wie Sie von der Pflege profitieren

Foto: Portrait PflegepersonWir zählen Ihre Pflegezeit als Beitragszeit und rechnen sie Ihnen für die sogenannte Wartezeit an. Dabei handelt es sich um die Mindestversicherungszeit für Leistungen aus der Rentenversicherung (Rentenanspruch). Deshalb ist diese Wartezeit für Sie sehr wertvoll. 

Zusätzlich dazu zahlt die Pflegekasse Ihre Beiträge für die Rente – Sie bezahlen nichts. Bei der Beitragsberechnung liegen Verdienste zwischen ca. 500 und 3.000 Euro monatlich zugrunde. Wie viel dies im Einzelnen ist und sich letztlich auf Ihre Rente auswirkt, hängt von Ihrem zeitlichen Einsatz und dem Pflegesgrad ab, sowie der Ort an dem die Pflege ausgeübt wird:

Tabelle: So erhöht die Pflege Ihren Rentenanspruch

Pflegegrad

Mindestpflege-

umfang
(Stunden/Woche)*

Rente
West/Monat

Rente
Ost/Monat

1

---
2

a

10
5,54
5,22

b

106,72 6,33
c107,91 7,45
3
a108,82
8,31

b

10
10,71
10,09
c1012,60
11,87
4
a1014,36 13,52
b1017,43 16,42
c1020,51 19,32
5
a1020,51 19,32
b1024,91 23,46

c

1029,30 27,60
Stand: 2017 (bis 30.06.2017)

*verteilt auf mindestens zwei Tage pro Woche

Eine genaue Berechnung erhalten Sie bei den Beratungsstellen Ihres Rentenversicherungsträgers. 

Sie können sich auch eine Pflege mit einer anderen Person teilen - es muss jedoch der gesetzliche Mindestpflegeaufwand von 10 Stunden/Woche je Person erreicht werden. Ihr Betrag von der Pflegekasse berechnet sich dann entsprechend anteilig. 

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