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Angehörige pflegen wird belohnt

Soziales Netz Familie

Foto: Eine Pflegeperson rasiert einen PflegebedürftigenDie Pflege von Familienangehörigen bedeutet für pflegende Angehörige oft ein Zurückstecken in Ihrem Beruf – manchmal sogar die komplette Berufsaufgabe. Dennoch übernehmen überwiegend Ehepartner, Geschwister oder Kinder die Pflege ihrer Verwandten und das belohnen wir. Damit Sie bei der Rente keine Einschränkungen haben, zahlt die Pflege-/Krankenkasse pflegenden Angehörigen unter bestimmten Voraussetzungen die Rentenversicherungsbeiträge - unabhängig davon, ob Sie vor Beginn der Pflege berufstätig waren oder nicht.

Muss ich einen Antrag stellen?

Nein, die Versicherungspflicht als Voraussetzung entsteht per Gesetz, daher ist kein Antrag nötig. Sie müssen nur einen Fragebogen ausfüllen: den „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“. Am einfachsten gehen Sie dazu in eine  Beratungsstelle Ihrer Krankenkasse, Ihrer Pflegekasse oder Ihres Rentenversicherungsträgers. 

Was sind die Voraussetzungen?

  • Sie dürfen die Pflege nicht erwerbsmäßig ausüben. Das heißt, die Pflege gehört nicht zu Ihrer beruflichen Tätigkeit und Sie erhalten dafür kein Gehalt.
  • Sie pflegen Ihren Angehörigen mindestens 14 Stunden pro Woche in häuslicher Umgebung und das länger als 2 Monate im Kalenderjahr.Sollten Sie die geforderten 14 Stunden wöchentlich nicht durch die Pflege einer Person erreichen, kann auch die Zeit der Pflege mehrerer pflegebedürftiger Personen zusammengerechnet werden.
  • Die Pflege ist notwendig. Dies hat entweder der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) oder die Gesellschaft für medizinische Gutachten mbH (Medicproof) festgestellt. Die Prüfung erfolgt, sobald der Fragebogen von Ihnen abgegeben wurde.
  • Der Pflegebedürftige hat Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung.
  • Sie als Pflegender sind maximal 30 Stunden in der Woche erwerbstätig oder selbständig beruflich aktiv.
  • Ihr Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort ist in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz.

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen? Die Entscheidung über Ihren Antrag trifft die Pflegekasse. Bei positivem Bescheid werden Sie automatisch versicherungspflichtig.

Wie Sie von der Pflege profitieren

Foto: Portrait PflegepersonWir zählen Ihre Pflegezeit als Beitragszeit und rechnen sie Ihnen für die sogenannte Wartezeit an. Diese Wartezeit ist für Sie sehr wertvoll, da für Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung Mindestversicherungszeiten gelten.  

Dazu zahlt die Pflegekasse Ihre Beiträge für die Rente – Sie bezahlen nichts. Bei der Beitragsberechnung legen wir Verdienste zwischen ca. 700 und 2.100 Euro monatlich zugrunde. Wie viel dies im Einzelnen ist und sich letztlich auf Ihre Rente auswirkt, hängt von Ihrem zeitlichen Einsatz und der Pflegestufe ab:

Tabelle: Was die Pflegekasse zahlt

Pflegestufe

Mindestpflegeumfang
(Stunden/Woche)

Rente
West/Monat

Rente
Ost/Monat

I, erheblich pflegebedürftig

146,94 Euro6,10 Euro

II, schwer pflegebedürftig

14
21
9,26 Euro
13,89 Euro
8,13 Euro
12,20 Euro

III, schwerst pflegebedürftig

14
21
28
10,42 Euro
15,62 Euro
20,83 Euro
9,15 Euro
13,72 Euro
18,30 Euro

Eine genaue Berechnung erhalten Sie bei Ihrer Pflegeversicherung. 

Sie können sich auch eine Pflege mit einer anderen Person teilen. Ihr Betrag von der Pflegekasse berechnet sich dann entsprechend anteilig.

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