Inhalt

Wer wieviel zahlt

Ihre tatsächliche Steuerbelastung

Foto: Ein älterer Mann spielt BouleIhre tatsächliche Steuerbelastung hängt von vielen Faktoren ab, wie Familienstand, Beiträge zur Krankenversicherung oder außergewöhnlichen Belastungen – zum Beispiel bei Schwerbehinderung.

Beispiel:
Rita V. bekommt eine Jahresbruttorente von 14.700 Euro. Ihre Rente hat im Januar 2014 begonnen. Der „Rentenfreibetrag“ beträgt 32 Prozent (also 4.704 Euro). 68 Prozent (also 9.996 Euro) sind dann steuerpflichtiges Einkommen. Von diesem können noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie kleinere Pauschbeträge abgezogen werden. Das zu versteuernde Einkommen dürfte dann nicht mehr als 8.354 Euro betragen.

8 354 Euro entsprechen dem steuerlichen Grundfreibetrag (Existenzminimum) im Jahr 2014, bis zu dem keine Steuern zu zahlen sind. Wenn Rita V. keine weiteren Einkünfte (zum Beispiel Betriebsrenten oder Mieten) hat, muss sie keine Steuern zahlen. Erst bei einer Jahresrente von mehr als rund 14.700 Euro (rund 1.225 Euro monatlich) sind Steuern zu zahlen. Rentenanpassungen könnten allerdings dazu führen, dass Rita V. später einmal Steuern zahlen muss.

Die Besteuerung anderer Renten

Von der nachgelagerten Besteuerung sind nicht nur Altersrenten betroffen. Auch Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten werden nach den geänderten Regeln versteuert.

Bei einer Erwerbsminderungsrente ist wie bei den Altersrenten das Jahr des Rentenbeginns maßgebend.

Folgt auf eine Versichertenrente eine Hinterbliebenenrente, so hängt ihre Besteuerung vom Rentenbeginn der Versichertenrente des Verstorbenen ab.
Wird eine Hinterbliebenenrente gezahlt, ohne dass der Verstorbene vorher eine Versichertenrente bezogen hat, ist der tatsächliche Rentenbeginn maßgebend.
Weil bei Witwen-, Witwer- und Waisenrenten zusätzliches Einkommen angerechnet wird, kann es bei Hinterbliebenenrenten zu abweichenden Werten kommen.

Beispiel:
Fritz K. erhielt seit 2006 eine Altersrente. Sein Freibetrag betrug damit 48 Prozent seiner Jahresbruttorente 2007. Er starb im Jahr 2013 und seine Frau Luisa erhält eine Witwenrente. Ab 2014 beträgt Ihr Freibetrag 48 Prozent der Witwenrente des Jahres 2014.

Wird eine Erwerbsminderungsrente durch eine Regelaltersrente abgelöst, ist für die Besteuerung der Regelaltersrente weiterhin der Rentenbeginn der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit maßgebend. Dies gilt entsprechend auch für andere Renten, die einer vorhergehenden Rente unmittelbar folgen.

Bei Unterbrechungen im Rentenbezug ist die Laufzeit der vorhergehenden Rente zu berücksichtigen.

Beispiel:
Renate P. bekam vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2009 eine befristete Rente wegen Erwerbsminderung. Im Jahr 2014 hat sie erneut Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Für den Besteuerungsanteil dieser zweiten Rente ist der Prozentsatz des Jahres 2011 maßgebend, also 56 Prozent (2014 abzüglich der Bezugszeit der ersten Rente [3 Jahre] = 2011).

Keine Regel ohne Ausnahme

Eine so genannte Öffnungsklausel sieht eine Ausnahme von der nachgelagerten Besteuerung vor. Sie gilt für Versicherte, die in der Vergangenheit sehr hohe Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben.

Wenn eine Leibrente auf Beiträgen beruht, die vor 2005 über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren oberhalb der jeweiligen Höchstbeiträge (West) der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden, dann kann dafür weiterhin die günstigere Ertragsanteilsbesteuerung gelten. Hierbei können nur die Beiträge berücksichtigt werden, die Sie ganz oder teilweise selbst gezahlt haben.

Die Öffnungsklausel betrifft oftmals Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung, die in der Vergangenheit Höherversicherungsbeiträge oder Beiträge zu bestimmten weiteren Alterssicherungssystemen (zum Beispiel berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskasse) geleistet haben. Dabei muss die Rentenleistung aufgeteilt werden: in einen nachgelagert zu besteuernden Anteil und in einen mit dem Ertragsanteil zu besteuernden Anteil.

Die Ertragsanteile wurden mit dem Alterseinkünftegesetz neu festgelegt und sind 2005 um rund ein Drittel gesenkt worden.

Wollen Sie von der Anwendung dieser Öffnungsklausel und damit von der teilweisen Ertragsanteilsbesteuerung profitieren, dann müssen Sie:

  • entsprechende Angaben in Ihrer Einkommensteuererklärung machen und
  • nachweisen, dass Sie den Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung (Beitragsbemessungsgrenze West) vor 2005 mindestens zehn Jahre überschritten haben. Eine entsprechende Bescheinigung können Sie beantragen bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger beziehungsweise Ihrem berufsständischem Versorgungswerk oder Ihrer landwirtschaftlichen Alterskasse.

Bitte beachten Sie:
Für die Anwendung der Öffnungsklausel werden nur Beiträge berücksichtigt, an denen der Steuerpflichtige beteiligt war. Dabei wird immer der gesamte Beitrag zugrunde gelegt - unabhängig davon, ob er vom Steuerpflichtigen vollständig oder nur teilweise selbst getragen wurde. Es ist auch unerheblich, ob es sich um Pflichtbeiträge, freiwillige Beiträge oder Beiträge zur Höherversicherung handelt.

Lassen Sie sich von den Finanzbehörden, vom Steuerberater oder den Lohnsteuerhilfevereinen beraten.

zusätzliche Informationen

Ihr kurzer Draht zu uns

Meinen Rentenversicherer finden:

Ihre Sammelmappe

Hier gelangen Sie zur Sammelmappe, in der sich alle Publikationen befinden, die Sie bisher zur Bestellung / zum Download vorgemerkt haben.