Inhalt

Weitere QS-Aktivitäten

Qualitätssicherung der medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

Versorgung und Versorgungsqualität der Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation

Durch ein frühzeitiges Einsetzen rehabilitativer Therapiemaßnahmen soll Kindern mit chronischen Erkrankungen ein nicht von Fehltagen unterbrochener Besuch von Kindergarten und Schule und darüber hinaus eine ungestörte Teilhabe am späteren beruflichen Leben ermöglicht werden.

Im Folgenden werden die Qualitätssicherungs-Aktivitäten der Rentenversicherung im Versorgungsbereich der Kinder- und Jugendlichen-Reha vorgestellt.

Strukturqualität der Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation

Im Jahre 2004 wurde von der Deutschen Rentenversicherung und der Gesetzlichen Krankenversicherung ein gemeinsames Projekt initiiert, das eine Datengrundlage zur Abschätzung der derzeitigen Strukturqualität der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen lieferte. Die Projektaufgaben umfassten die Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Strukturqualität sowie eines Kriterienkatalogs zur Erstellung von Anforderungsprofilen, die Durchführung einer Strukturerhebung sowie eine Versorgungsanalyse. Das Projekt endete im Dezember 2005. Mit der Projektdurchführung wurden das Institut für Medizinische Psychologie in Hamburg und die Abteilung für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin in Freiburg beauftragt.

Die Erfassung der Strukturqualität stellte einen wichtigen Teilaspekt der Qualitätssicherung in der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen dar. Die Ergebnisse der Strukturerhebung lieferten eine breite Informationsbasis. Für Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung besonderer Ausstattungserfordernisse bedürfen, konnte nun gezielt mit Hilfe der gewonnenen Datenbasis eine Einrichtung identifiziert werden.

Ergebnisqualität der Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation

Die Strukturerhebung verstand sich als erster Schritt der Implementierung einer umfassenden Reha-Qualitätssicherung im Kinder- und Jugendlichenbereich. Aufbauend auf der inzwischen geleisteten Analyse der strukturellen Voraussetzungen konnten - beginnend mit September 2008 - nun Instrumente und Verfahren zur Erfassung der Ergebnisqualität konzipiert werden. Die Zusammenarbeit zwischen der Rentenversicherung und der Krankenversicherung in der Qualitätssicherung der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen wurde dabei fortgesetzt. Im August 2010 wurde das Projekt abgeschlossen.

Qualitätssicherung der ambulanten Rehabilitation

In einem Pilot-Projekt der Deutschen Rentenversicherung und Gesetzlichen Krankenversicherung zur Qualitätssicherung der ambulanten medizinischen Rehabilitation wurden mit wissenschaftlicher Begleitung (Abteilung für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin in Freiburg und Institut für Medizinische Psychologie in Hamburg) die aus der stationären Rehabilitation bewährten Instrumente und Verfahren an die ambulante Versorgungsform adaptiert.

Das Projekt zeigte für ambulante Einrichtungen vergleichbare Ergebnisse wie für stationäre Einrichtungen: Einerseits eine hohe Varianz für einzelne Qualitätsparameter zwischen den Reha-Einrichtungen, aber insgesamt Qualitätseinschätzungen, die mit der stationären Rehabilitation vergleichbar sind.

Als Folge des Pilotprojekts werden seit Oktober 2009 Rehabilitandenbefragungen in der berufsbegleitenden ambulanten Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen und seit April 2010 Rehabilitandenbefragungen in der ganztägig ambulanten Rehabilitation bei somatischen Indikationen in der flächendeckenden Routine eingesetzt.

Daneben wird das Peer Review-Verfahren bei ambulanten Leistungen durchgeführt. Ferner werden die im ärztlichen Entlassungsbericht auch im ambulanten Bereich ausgewertet. Zusätzlich wird die Rehabilitandenstruktur in ambulanten Rehabilitationseinrichtungen zurück gemeldet. Des Weiteren gelten die publizierten Reha-Therapiestandards auch für die ambulante Rehabilitation. Damit ergeben sich völlig neue Möglichkeiten eines qualitätsorientierten Wettbewerbs zwischen der ambulanten und stationären Versorgungsform.

Ergebnisqualität der medizinischen Rehabilitation

Ergebnisqualität bildet das Resultat der Reha-Maßnahme ab. Will man den Erfolg einer Reha-Maßnahme ermitteln, muss man Wirkungen signifikant nachweisen und die Wirkungen der Reha-Maßnahme sicher zuordnen können. Im Blickpunkt der im Zusammenhang mit der Ergebnisqualität diskutierten Methoden und Inhalte steht die Identifikation von geeigneten Qualitätsindikatoren und Variablen zur Risikoadjustierung der Rehabilitandenstruktur. Ziel ist es, den Nutzen der Reha-Behandlung vor dem Hintergrund der Bedürfnisse des Rehabilitanden optimal messbar zu machen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat Ende August 2009 eine Publikation zur "Ergebnisqualität in der medizinischen Rehabilitation der Rentenversicherung" herausgegeben. Hier finden Sie eine Online-Fassung des Dokuments.

Visitationen als Qualitätssicherung „vor Ort“

Alle Rehabilitationseinrichtungen nehmen an einer umfassenden Qualitätssicherung teil. Ziele der qualitätssichernden Maßnahmen sind sowohl eine kontinuierliche Verbesserung als auch die Erhöhung der Transparenz. Der direkte Austausch über Qualitätsergebnisse zwischen Visitoren und Leistungserbringern unterstützt beide Ziele. Daher hat die Visitation in der Reha-Qualitätssicherung einen besonderen Stellenwert. Sie wird häufig als "Qualitätssicherung vor Ort" bezeichnet. Damit kommt zum Ausdruck, dass sie unmittelbar am Ort des Leistungsgeschehens Anwendung findet und wirksam wird.

Ergänzende QS-Berichte

Die derzeit realisierte Berichterstattung an die Rehabilitationseinrichtungen mit einrichtungsbezogenen und -vergleichenden Auswertungsergebnissen aus den Themenbereichen Rehabilitandenbefragung und Peer-Review-Verfahren wird durch spezifische Ergänzungen der Rentenversicherungsträger kontinuierlich ausgebaut. So werden den Rehabilitationseinrichtungen zusätzlich Informationen zur Laufzeit der ärztlichen Entlassungsberichte, zur Rehabilitandenstruktur und zum sozialmedizinischen Verlauf nach der Rehabilitation zurückgemeldet

Einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM)

Erst das Zusammenspiel von externer Qualitätssicherung und internem Qualitätsmanagement ermöglicht eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung: Das interne Qualitätsmanagement, zu dem die Leistungserbringer nach § 20 Abs. 2 SGB IX verpflichtet sind, bildet die Voraussetzung für eine effektive Qualitätssicherung und -verbesserung in den Einrichtungen.

zusätzliche Informationen

Ihr kurzer Draht zu uns

Meinen Rentenversicherer finden:

Ihre Sammelmappe

Hier gelangen Sie zur Sammelmappe, in der sich alle Publikationen befinden, die Sie bisher zur Bestellung / zum Download vorgemerkt haben.