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Die Knappschaftsausgleichsleistung (KAL)

Der historische Umbruch im Bergbau

Um zu verstehen, warum es eine Knappschaftsausgleichszahlung als Sonderleistung neben den bereits vorgesehenen Rentenarten überhaupt gibt und was damit erreicht werden soll, muss man sich den Zeitpunkt ihrer Entstehung verdeutlichen.

Von 1957 bis Anfang 1963 hatte die Kohlenkrise im westdeutschen Bergbau dazu geführt, dass eine Vielzahl von Zechenanlagen stillgelegt wurden. Annähernd 200.000 Bergleute hatten bereits ihren Arbeitsplatz verloren, zusätzliche 50.000 bis 60.000 Bergleute waren von den weiteren Stilllegungsmaßnahmen betroffen. 

Während die jüngeren dieser Bergleute zur damaligen Zeit noch relativ schnell in anderen Industrie- und Wirtschaftszweigen neue Arbeitsplätze finden konnten, war es schwierig, sogar häufig unmöglich, die Gruppe der 55- bis 60-Jährigen in andere Arbeitsstellen zu vermitteln. Bei ihnen handelte es sich durchweg um langjährige Fachkräfte des Bergbaus mit ganz spezieller Berufsausbildung und Erfahrung, für die der allgemeine Arbeitsmarkt keine angemessenen Arbeitsplätze mehr bereithielt. Die Bergleute, die ohne eigenes Verschulden durch strukturell bedingte Stilllegungsmaßnahmen im Bergbau ihre Arbeit verloren hatten, sollten jetzt nicht zu Dauerarbeitslosen werden.

Daher beschloss der Deutsche Bundestag im Jahre 1963 die Einführung der Knappschaftsausgleichsleistung (KAL) durch § 98 a im Reichsknappschaftsgesetz.

Bis heute hat sich an der Situation der älteren Arbeitnehmer im Bergbau nichts Grundlegendes geändert. Darum wurde schon durch das Rentenreformgesetz 1992 mit dem § 239 SGB VI eine entsprechende Nachfolgevorschrift geschaffen. Nach wie vor bilden somit die Bestimmungen über die KAL die wohl wichtigste Grundlage für die wirtschaftliche Sicherstellung dieser älteren Versicherten des Bergbaus.

Die KAL erhalten Versicherte, die unter Tage gearbeitet haben und nach Vollendung des 55. Lebensjahres aus einem knappschaftlichen Betrieb ausscheiden, sofern Sie die Wartezeit von 25 Jahren (300 Kalendermonate) mit knappschaftlichen Beitragszeiten erfüllt haben. 

Darüber hinaus sind weitere wartezeitrechtliche Voraussetzungen zu erfüllen. Der § 239 SGB VI beinhaltet sechs Alternativen.

Der Bezug der KAL als "Teilrente" ist ausgeschlossen. Neben der KAL kann ein Versicherter daher eine Beschäftigung nur in geringem Umfang außerhalb des Bergbaus ausüben. Die Hinzuverdienstgrenze beträgt entsprechend den Regeln für die Rente wegen Alters als Vollrente monatlich 450,00 Euro. 

Zu beachten ist, dass bei Aufnahme einer Beschäftigung in einem knappschaftlichen Betrieb oder beim Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze der Anspruch auf die KAL komplett entfällt. Zur Wiedergewährung ist neben einem neuen Antrag die Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen erforderlich.

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