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Posterpreise der Deutschen Rentenversicherung

Neben den Vortragssessions ist die Posterausstellung, die regelmäßig am ersten Veranstaltungstag mit der offiziellen Posterpräsentation eröffnet wird, ein fester Bestandteil des Reha-Kolloquiums. Die Ausstellung der Poster fand im Kongresszenter Karlsruhe statt. Die Autorinnen und Autoren hatten die Gelegenheit, ihre Beiträge und Projekte in Kurz-Präsentationen (5 Minuten) in parallelen Sessions persönlich vorzustellen und mit dem interessierten Publikum zu diskutieren. Die Posterpräsentationen wurden von Mitgliedern des Programmkomitees, Vertretern der Rentenversicherung und Reha-Medizinern moderiert, die - wie in den Vorjahren - gemeinsam die Posterjury bildeten. Im Anschluss an die Präsentationen wählte die Jury jene 3 Poster als Preisträger aus, die nach ihrer Ansicht ein rehabilitationswissenschaftlich relevantes Thema inhaltlich und gestalterisch am besten umgesetzt hatten. Zusätzlich wurde wie jedes Jahr ein Postersonderpreis vom Publikum gewählt.

Die auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium prämierten Posterbeiträge werden hier kurz beschrieben und gewürdigt.

Erster Posterpreis

Umsetzung der  Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) in der psychosomatischen Rehabilitation und Suchtrehabilitation

AutorInnen: Spies, M., Brütt, A.L., Freitag, M., Buchholz, A.

Institut und Poliklinik für medizinische Psychologie, Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, kurz ICF, bildet die konzeptionelle Grundlage der  Rehabilitation. Das bio-psycho-soziale Modell der ICF erlaubt unter anderem eine umfassende Beschreibung der Beeinträchtigungen der Rehabilitanden.

Zum aktuellen Stand der praktischen Umsetzung der ICF in der psychosomatischen- und Suchtrehabilitation führte die Forschergruppe eine Onlinebefragung von Reha-Kliniken der Psychosomatik und Sucht durch. 104 Kliniken nahmen teil.

5 Kliniken gaben an, die ICF nicht zu kennen. Die Mehrheit der Reha-Einrichtungen hat bereits Maßnahmen zur Implementierung der ICF getroffen. Jedoch wird sie lediglich von ca. einem Drittel der Reha-Einrichtungen aktuell angewendet. Als Barriere wird vor allem die Komplexität der ICF gesehen. Die Mehrheit sieht einen Schulungsbedarf für die Mitarbeiter.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass für eine stärkere Verbreitung der ICF in der psychosomatischen und Suchtrehabilitation weitere Schritte notwendig sind. Eine Information über die Bedeutung der ICF reicht dabei wohl nicht aus, es geht vielmehr darum, wie sich eine ICF-basierte Dokumentation zukünftig in die Reha-Praxis einbinden lässt.

Die Studie gibt nach Einschätzung der Posterjury einen wichtigen Einblick in die konkrete Praxis der Umsetzung der ICF. Nicht zuletzt wurde die Posterjury durch die optisch ansprechende und dem Medium Poster sehr angemessene Gestaltung des Beitrags überzeugt.

Zweiter Posterpreis

Kardiorespiratorische Fitness bei Brustkrebspatientinnen unter adjuvanter Therapie

AutorInnen: Klassen, O., Schmidt, M., Scharhag-Rosenberger, F., Ulrich, C., Schneeweiss, A., Potthoff, K., Steindorf, K., Wiskemann, J.

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen am Universitätsklinikum Heidelberga

Nach Angaben der Autoren bergen kardiovaskuläre Erkrankungen für Patientinnen mit nicht metastasiertem Brustkrebs mittlerweile ein höheres Versterberisiko als die Erkrankung selbst. Die Arbeitsgruppe untersuchte die kardiorespiratorische Fitness bei Brustkrebspatientinnen und setzte sie mit der Art der Chemotherapie in Beziehung. Die Datengrundlage lieferten zwei randomisierte Studien, deren Baseline-Testungen ausgewertet wurden. Bei den 222 einbezogenen Patientinnen war die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit bei einer Spiroergometrie auf dem Fahrradergometer deutlich eingeschränkt. Beispielsweise erreichten Patientinnen nach der Chemotherapie nur 63 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme von gesunden Frauen. Aus der Studie ergeben sich Hinweise auf differentielle Auswirkungen verschiedener Therapieregime.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines möglichst frühzeitigen Ausdauertrainings bei Brustkrebspatientinnen im Rehabilitationssetting. Damit kann dem Verlust von kardiorespiratorischer Fitness während der Krebsbehandlung und kardiovaskulären Risiken präventiv entgegen gewirkt werden.

Die Posterjury würdigt zum einen die Bedeutung der Ergebnisse bei einer wichtigen Zielgruppe. Zum anderen wurde auch die grafische Umsetzung des Posters positiv gewertet.

Dritter Posterpreis

Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienleben: Validierung des Work Family Conflict Questionnaire

AutorInnen: Bethge, M., Höhne, S., Kasten, Y., Spyra, K., Wallrabe, J.

Klinik für Rehabilitationsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover; Institut für medizinische Soziologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Ziel der Studie war die Validierung des Fragenbogens zu Arbeits-Familien-Konflikten, kurz WFCQ, der von der Arbeitsgruppe übersetzt wurde.

Der Fragebogen erfasst Probleme der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben. Arbeit-Familie-Konflikte können als psychosoziale Belastungsfaktoren ein wesentliches Risiko für eingeschränkte berufliche Teilhabe darstellen und sind daher ein wichtiges Thema besonders in der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation.

In die Studie wurden erwerbstätige Frauen einbezogen, die eine orthopädische Rehabilitation erhielten. Neben dem WFCQ beantworteten sie auch den Work Ability Index, WAI. Die Studie bestätigt die 4-Faktoren-Struktur des WFCQ, bestehend aus einer Zeit- und einer Beanspruchungsdimension und den beiden Problemdimensionen, den Wirkungen der Erwerbstätigkeit auf das Familienleben einerseits und den Auswirkungen des Familienlebens auf die Erwerbstätigkeit andererseits. Eine Assoziation der Skalen mit dem WAI wurde ebenfalls bestätigt. Gruppenvergleiche zeigten u. a., dass Vollzeit beschäftigte Frauen höhere Belastungen durch Konflikte hatten, die vom Arbeits- auf das Familienleben wirken, als Teilzeit beschäftigte. Die Ergebnisse weisen die deutsche Version des WFCQ als valides Erhebungsinstrument zur Erfassung von Arbeit-Familie-Konflikten aus.

Die Posterjury würdigt mit dem 3. Posterpreis die Beschäftigung mit dem relevanten Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Vorstellung des Instruments auf dem Poster ist optisch gelungen aufgearbeitet. Der WFCQ kann aufgrund seiner Validität in der MBOR gute Dienste leisten. Eine Validierung für Männer sollte allerdings noch erfolgent.

Postersonderpreis (Publikumspreis)

www.herzwegweiser.de – Entwicklung und Umsetzung eines Internetportals für die Nachsorge von kardiologischen Rehabilitanden und deren Behandlern

AutorInnen: Stamm-Balderjahn, S., Bartel, S., Spyra, K.

Institut für medizinische Soziologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Mit www.herzwegweiser.de wurde ein Internetportal entwickelt, mit dessen Hilfe kardiologische Rehabilitanden und deren Behandler umfassende Informationen zu wohnortnahen Nachsorgeangeboten abrufen können. Das Portal kann damit unmittelbar zu einem leichteren Zugang für Patientinnen und Patienten in diesem Versorgungsbereich beitragen.

Das interessierte Fachpublikum konnte das Internetportal vor Ort im Rahmen der Posterpräsentation live aufrufen und testen. Dies hat sicher zur Wahl des Posters durch die Teilnehmenden des 23. Reha-Kolloquiums beigetragen.

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