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Posterpreise der Deutschen Rentenversicherung

Die Posterausstellung, die regelmäßig am ersten Veranstaltungstag des Reha-Kolloquiums mit der offiziellen Posterpräsentation eröffnet wird, ist ein fester Bestandteil des wissenschaftlichen Programms. Sie fand im Hörsaalzentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Die Autorinnen und Autoren hatten zusätzlich die Gelegenheit, ihre Beiträge und Projekte in Kurz-Präsentationen (5 Minuten) in parallelen Sessions persönlich vorzustellen und mit dem interessierten Publikum zu diskutieren. Die Posterpräsentationen wurden von Mitgliedern des Programmkomitees, Vertretern der Rentenversicherung und Reha-Medizinern moderiert, die - wie in den Vorjahren - gemeinsam die Posterjury bildeten. Im Anschluss an die Präsentationen wählte die Jury jene 2 Poster als Preisträger aus, die nach ihrer Ansicht ein rehabilitationswissenschaftlich relevantes Thema inhaltlich und gestalterisch am besten umgesetzt hatten. Zusätzlich wurde wie jedes Jahr ein Postersonderpreis vom Publikum gewählt.

Die auf dem 26. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium prämierten Posterbeiträge werden hier kurz beschrieben und gewürdigt.

Erster Posterpreis

Entwicklung einer Datenbank (MediaWiki) für Dozenten interdisziplinärer rehabilitationsbezogener Lehre

AutorInnen: Schmidt, S., Schwabe, S., Wichmann, D., Mau, W.

Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationsmedizin

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Für den Bereich der Rehabilitation wurden 2004 für das Studium der Medizin rehabilitationsbezogene Lernziele durch die DRGW und die DGPMR formuliert. In dem vorgestellten Projekt wird eine lernzielbasierte Datenbank mit interdisziplinären rehabilitationsbezogenen Lehrmaterialen entwickelt. Für die Datenbank werden verfügbare rehabilitationsmedizinische Lehrmaterialien den vorhandenen Lernzielen zugeordnet und didaktisch sowie formal aufbereitet.

Das Onlineportal ist in vier inhaltliche Bereiche gegliedert:

Im Portal „Lehr- und Lernziele“ sind u. a. die rehabilitationsbezogenen Lernziele sowie Verweise zu didaktischen Methoden und Lehrmaterialien hinterlegt. Das Portal „Didaktik“ enthält eine Zusammenstellung und Beschreibung von interaktiven Lehrmethoden mit detaillierten Instruktionen. Im Portal „Lehrmaterialen“ gibt es eine Übersicht zu den Lehrmaterialien gegliedert nach Medientypen. Das „Glossar“ enthält Definitionen wesentlicher rehabilitationsmedizinischer Begriffe.

Die intuitiv bedienbare Online-Datenbank wird Lehrenden nach Projektende über das Online-Portal kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Posterjury sieht in der rehabilitationsbezogenen Lehre im Medizinstudium eine wichtige Weichenstellung, um bei den künftigen Ärztinnen und Ärzten Interesse an der Rehabilitation zu wecken und notwendige Kenntnisse zu vermitteln. Deshalb freute sich die Posterjury, dass durch das Projekt ein bundesweit zugängliches Internetportal entsteht, das die vorhandenen Lehrmaterialen systematisch aufbereitet und darstellt. Die grafische Darstellung der Inhalte auf dem Poster hat die Posterjury überzeugt. Die Arbeitsgruppe hat das Medium Poster damit sehr gut genutzt.

Zweiter Posterpreis

InResPro - Integrative Resilienzförderung im Reha-Prozess: Entwicklung einer verhaltens- und verhältnisorientierten Intervention

AutorInnen: Christoffer, A., Altenhöner, T., Heuft, G., Stock-Gissendammer, S., Hinrichs, J.

Universitätsklinikum Münster

Fachhochschule Bielefeld

Berolina Klinik Löhne

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In dem Poster wurden die Ergebnisse der qualitativen Entwicklungsphase einer Intervention für Reha-Mitarbeiter zur Wahrnehmung und Nutzung patientenbezogener Ressourcen.

Die Intervention soll aus einer Fortbildung für Reha-Mitarbeiter und aus einer Übung für die Rehabilitanden bestehen.

Als Grundlage für die Entwicklung des ressourcenorientierten Konzepts wurden Fokusgruppen mit fünf Berufsgruppen und drei Rehabilitanden-Gruppen durchgeführt. Gegenstand der Fokusgruppen waren die wahrgenommenen ressourcenförderlichen und -hinderlichen Aspekte der Rehabilitation im eigenen Arbeitsbereich der Behandler bzw. im Reha-Alltag der Patienten. Außerdem wurden die Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden und Selbstwirksamkeitserleben der Rehabilitanden erörtert.

Die Auswertungen zeigen, dass jede untersuchte Berufsgruppe im eigenen Arbeitsbereich eine Vielzahl alltäglicher und scheinbar kleiner zwischenmenschlicher Interaktionen sowie auf der Handlungsebene unterschiedliche ressourcenorientierte Interventionen mit Rehabilitanden durchführt. Diese können im Reha-Setting, in Übereinstimmung mit den Aussagen der Rehabilitanden, eine wechselseitig positive Wirkung entfalten und die Kommunikation deutlich verbessern.

Die Informationen aus den qualitativen Analysen werden nun genutzt, um ein Modell für die Zusammenhänge zwischen den Ressourcenfeldern der Patienten, den Interventionen der Mitarbeiter und den Gegebenheiten in der Reha-Einrichtung zu erarbeiten. Dieses Modell dient der Auswahl von Schulungsinhalten und -methoden für die geplante Mitarbeiterfortbildung.

Die Posterjury würdigte mit dem 2. Preis die Nutzung eines Ansatzes, der die Bedeutung der persönlichen und umweltbezogenen Ressourcen betont und die Kommunikation mit den Rehabilitandinnen und Rehabilitanden einerseits und im Reha-Team andererseits fördert. Die Studieninhalte wurden für das Poster sehr ansprechend aufbereitet.

Postersonderpreis (Publikumspreis)

Internetbasierte Interventionen bei beruflicher Belastung (Akzeptanz und Barrieren bei Versicherten mit erhöhtem Erwerbsminderungsrisiko)

AutorInnen: Hennemann, S., Thukral, J., Witthöft, M., Beutel, M.E., Bethge, M., Zwerenz, R.

Universität Mainz

Universitätsmedizin Mainz

Universität zu Lübeck

Inhalt

In der vorgestellten Untersuchung wurde im Rahmen des „Dritten Sozialmedizinischen Panels für Erwerbspersonen“ bei Risikoversicherten die gesundheitsbezogene Internetnutzung sowie die Akzeptanz für niedrigschwellige internetbasierte Interventionen bei beruflichen Belastungen überprüft.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft zur Nutzung bei dieser Gruppe eher gering ausgeprägt ist. Die Befunde können zukünftig die Implementierung niedrigschwelliger internetbasierter Interventionen an verschiedenen Stellen des Behandlungspfades verbessern.

Das Publikum würdigte mit dem Postersonderpreis die gelungene Darstellung der Ergebnisse bei einem sehr relevanten Thema.

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