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Im Porträt:

Dagmar König

Foto von Dagmar König, alternierende Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund

"Die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung trägt dazu bei, vieles möglich zu machen. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten."



  • Alternierende Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund
  • Alternierende Vorsitzende des Personalausschusses des Vorstandes

Ein Gespür für Versicherte und Beschäftigte

Für soziale Fragen hat sich Dagmar König ihr ganzes Leben lang engagiert. Sie war Personalrätin und Frauenbeauftragte in einem Berliner Bezirksamt, im Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi leitet sie heute das Ressort für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik; politisch ist sie in der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) aktiv, wo sie als stellvertretende Bundesvorsitzende amtiert. Seit 2017 ist nun noch eine weitere Verantwortung auf sie zugekommen: Auf der Liste ihrer Gewerkschaft wurde sie in die Vertreterversammlung und von dort in den Vorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt.

In der Rentenversicherung wechselt sie sich mit Christian Amsinck von der Arbeitgeberseite als Vorstandsvorsitzende ab. Sie tut es ehrenamtlich, wie alle ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der Sozialen Selbstverwaltung in Deutschland, und mit hohem Einsatz. Auf eine Woche pro Monat schätzt sie den Zeitaufwand, den sie in ihre Tätigkeit als Selbstverwalterin investiert. „Vieles sind Routinesachen, Absprachen, Gremiensitzungen und so weiter. Aber wir wollen nicht nur kontrollieren, was die hauptamtliche Verwaltung macht. Wir haben eigene Erfahrungen einzubringen. Wir wollen nicht nur mitdiskutieren, sondern auch mitgestalten.“

Zum Beispiel beim Umgang der Rentenversicherung mit ihren Reha-Kliniken. Dass auch Reha-Einrichtungen wirtschaftlich arbeiten müssen, sei unstrittig, hält sie fest. „Doch das kann nicht das einzige Kriterium sein. Es geht um Qualität in der Betreuung. Die vielen privaten Konzerne, die es auf diesem Gebiet inzwischen in Deutschland gibt, wollen möglichst hohe Gewinne für ihre Aktionäre machen. Bei uns hingegen steht die bestmögliche Versorgung im Vordergrund. Das ist ein riesiger Unterschied. Mit unseren eigenen Kliniken können wir Standards setzen, an denen sich dann alle anderen messen müssen. Und das schließt anständige Arbeitsbedingungen ausdrücklich mit ein.“

Gerade dieser Gedanke liegt ihr besonders am Herzen. „Es sind die Beschäftigten, die am Ende die Dienstleistungen für die Versicherten erbringen. Ihre berechtigten Interessen dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, wenn wir die Interessen der Versicherten vertreten. In anderen Organisationen bauen sich da nicht selten Konflikte auf. Aber das muss nicht sein, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Dagmar König sucht deshalb beständig den Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenversicherung. „Ich bin bei den Personalversammlungen mit dabei, bei den Frauenversammlungen und den Schwerbehindertenversammlungen. Das ist mir ganz wichtig. Wenn wir als Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter mitbekommen, welche Probleme die Beschäftigten bewegen, können wir einiges auf den Weg bringen.“

Ein Beispiel? „Nehmen wir die befristeten Beschäftigungsverhältnisse. Das war auf einer Personalversammlung ein großes Thema. Wir als Selbstverwaltung haben die Sache aufgegriffen und gesagt: Wir wollen, dass mehr Leute entfristete Verträge erhalten. In Zukunft werden wir sowieso mehr Personal brauchen, also lasst uns schon jetzt sehen, wie wir die Leute dauerhaft beschäftigen und weiterqualifizieren können. Das ist dann auch passiert.“ Als Gewerkschafterin ist Dagmar König bestens vertraut mit den Gegensätzen zwischen den Tarifparteien, und dass auch im paritätisch besetzten Rentenparlament die Arbeitgeber- und die Versichertenvertreterinnen und Versichertenvertreter durchaus unterschiedliche Prioritäten setzen, weiß sie aus eigenem Erleben. „Als der Gesetzgeber zum Jahresbeginn 2018 die Beiträge zur Rentenversicherung senkte, fanden die Arbeitgeber das natürlich großartig, weil es sie entlastete. Aus ihrer Sicht kann ich das auch gut verstehen“, erklärt sie. „Wir von der Gewerkschaftsseite hätten dagegen lieber die Beiträge stabil gehalten, weil wir wissen: Aktuell sind die Rentenkassen gut gefüllt, aber mittelfristig sieht es ganz anders aus. An dieser Stelle konnten wir uns nicht einig werden.“

Derartige Konflikte seien aber die Ausnahme. „Als ich in die Soziale Selbstverwaltung einstieg, war ich positiv überrascht, wie außerordentlich lösungsorientiert dort versucht wird, zu Ergebnissen zu kommen, die am Ende alle mittragen können. Ich habe in der ganzen Zeit kaum einen Beschluss miterlebt, der nicht einstimmig gewesen wäre. Das zeigt, dass sich alle der großen Verantwortung bewusst sind. Wir wollen ja gemeinsam etwas voranbringen, und das funktioniert nur, wenn es uns gelingt, langfristig einen Interessenausgleich zu finden. Die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung trägt ebenfalls dazu bei, vieles möglich zu machen. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten.“

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