Inhalt

Hinzuverdienstgrenzen

Was Sie neben der Rente noch hinzuverdienen können

Foto: Eine Frau an der Heißmangel von oben fotografiertSie wollen sich als Rentner noch nicht zur Ruhe setzen? Eine Beschäftigung hält fit und bessert die Haushaltskasse auf. Egal aus welchen Gründen Sie sich für eine Weiterbeschäftigung entscheiden, es lohnt sich für Sie, sofern Sie dabei ein paar Regeln beachten. Deshalb der wichtigste Tipp vorab, wenn Sie weiter arbeiten wollen: Lassen Sie sich beraten!

Wie viel Sie zu Ihrer gesetzlichen Rente hinzuverdienen dürfen, ohne Ihre Rente zu gefährden, hängt von Ihrem Lebensalter ab. Wenn Sie bereits die reguläre Altersgrenze erreicht haben, können Sie grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen. Sie müssen Ihre Beschäftigung in diesem Fall Ihrem Rentenversicherungsträger auch nicht melden. Eigene Beiträge zur Rentenversicherung müssen Sie nun nicht mehr zahlen. Sie können aber – und erhöhen so jedes Jahr Ihre Rente.

Wenn Sie die reguläre Altersgrenze noch nicht erreicht haben

Abhängig von Ihrem Hinzuverdienst wird Ihnen Ihre vorgezogene Altersrente in voller Höhe – als sogenannte Vollrente – oder vermindert – als sogenannte Teilrente – gezahlt. Unter Umständen kann Ihre Rente jedoch sogar ganz entfallen.

Bitte melden Sie jede Erwerbstätigkeit Ihrem Rentenversicherungsträger. Dort erfahren Sie auch, welche Einkommensarten als Hinzuverdienst berücksichtigt werden und ob Ihr Verdienst die Hinzuverdienstgrenze einhält oder überschreitet.

Als Hinzuverdienst gelten das jährliche Bruttoarbeitsentgelt, das jährliche Arbeitseinkommen wie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, aus selbständiger Arbeit und aus Land- und Forstwirtschaft, sowie vergleichbares Einkommen, wie zum Beispiel Abgeordnetenbezüge.

Vollrente und Hinzuverdienst

Bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze dürfen Sie bis 6.300 Euro im Kalenderjahr anrechnungsfrei zu Ihrer vorgezogenen Altersrente hinzuverdienen. Eine monatliche Gegenüberstellung gibt es nicht mehr. Der über den Betrag von 6.300 Euro hinausgehende Verdienst wird durch 12 geteilt. Davon werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Sie erhalten dann eine Teilrente.

Ihre individuelle Höchstgrenze für den Hinzuverdienst ist der sogenannte Hinzuverdienstdeckel. Dafür rechnet man die gekürzte Rente und den Hinzuverdienst zusammen. Liegt dieser Betrag über Ihrem Hinzuverdienstdeckel (höchstes Einkommen der letzten 15 Jahre), wird der darüber liegende Betrag zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Teilrente und Hinzuverdienst

Foto: Portrait eines Mannes mit dunkelblauer Weste Sie können Ihre Altersrente auch als Teilrente beziehen. Die Höhe legen Sie selbst fest. Die Teilrente muss mindestens 10 Prozent und darf höchstens 99 Prozent der Vollrente betragen. Verdienen Sie neben der gewählten Teilrente dazu, muss die Hinzuverdienstgrenze, die sich aus dieser Teilrente ergibt, eingehalten werden.

Übrigens: Bekommen Sie später eine höhere Altersrente, erhält der Rentenanteil, den Sie bisher nicht in Anspruch genommen haben, einen geringeren Abschlag als der Anteil, den Sie bereits bezogen haben. Nur bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte gilt dies nicht, denn sie ist ohnehin abschlagsfrei.

Beziehen Sie neben Ihrer gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente? Dann sollten Sie sich unbedingt beim Träger Ihrer Betriebsrente erkundigen, ob der Bezug einer Teilrente Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Betriebsrente hat. Je nach Satzung des Trägers kann das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze und der damit verbundene Teilrentenbezug zu einer Kürzung oder sogar zum Ruhen der Betriebsrente führen.

Die Rente erhöhen durch Beiträge

Bis zum 31. Dezember 2016 waren Rentner, die ihre vorgezogene Altersrente in voller Höhe erhielten und daneben noch arbeiteten, in ihrer Beschäftigung versicherungsfrei. Sie mussten also keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung zahlen, auch wenn sie ihre Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hatten.

Seit dem 1. Januar 2017 besteht auch für solche Beschäftigungen Rentenversicherungspflicht. Durch die Beiträge erhöht sich regelmäßig der Rentenanspruch. Die höhere Rente wird mit Erreichen der regulären Altersgrenze gezahlt.

Wer als Altersvollrentner bis zum 31. Dezember 2016 rentenversicherungsfrei beschäftigt war, bleibt in dieser Beschäftigung zunächst auch weiter versicherungsfrei.

Teilrente – die günstigere Vorschrift zählt

Sie haben schon vor dem 1. Juli 2017 eine Altersteilrente bezogen? Und Sie verdienen auch über den 1. Juli 2017 hinaus weiter zur Rente dazu? Dann gilt für Sie eine Sonderregelung.

Mit den neuen Regelungen der Flexirente soll niemand schlechter gestellt werden als vorher. Deshalb prüft Ihr Rentenversicherungsträger, ob Ihre bisher bezogene Teilrente höher wäre, wenn man die alten Regeln anwenden würde. Ist dies der Fall, gilt für Sie die am 30. Juni 2017 eingehaltene Hinzuverdienstgrenze für die Teilrente weiter. Überschreiten Sie diese Hinzuverdienstgrenze unzulässig oder ergibt sich nach den seit dem 1. Juli 2017 geltenden Regelungen eine gleich hohe oder höhere Rente, gilt nur noch das neue Recht.

Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus

Sie haben Ihre reguläre Altergrenze erreicht und möchten weiter arbeiten? Dann können Sie nun unbegrenzt hinzuverdienen und es gibt Vorteile bei der Rente: einen Zuschlag, wenn Sie Ihre Regelaltersrent erst später in Anspruch nehmen, oder eine regelmäßige Erhöhung der Rente, wenn Sie neben der Rente arbeiten und selbst weiter Beiträge zahlen.

Später in Rente

Wenn Sie Ihre Regelaltersrente erst später in Anspruch nehmen und noch eine Zeit lang weiter arbeiten, hat das Vorteile für Sie: Für jeden Monat, den Sie über die Regelaltersgrenze hinaus noch weiter arbeiten und keine Rente beziehen, gibt es einen Rentenzuschlag von 0,5 Prozent. Wenn Sie den Beginn Ihrer Regelaltersgrenze also um ein Jahr hinausschieben, bekommen Sie allein dafür schon einen Zuschlag von 6 Prozent.

Zusätzlich erhöht sich die Regelaltersrente noch durch die laufende Beitragszahlung zur Rentenversicherung.

Arbeiten neben der Regelaltersrente

Egal, ob Sie vorher schon eine Altersrente bezogen haben oder ob Sie Ihre Rente jetzt erst in Anspruch nehmen: Ab Erreichen der Regelaltersgrenze sind Sie grundsätzlich versicherungsfrei.

Sie müssen dann selbst keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung zahlen. Ihr Arbeitgeber schon, aber diese Beiträge haben keinen Einfluss auf Ihre Rentenhöhe.

Sie können aber Ihrem Arbeitgeber gegenüber erklären, dass Sie auf die Versicherungsfreiheit verzichten und weiter auch eigene Rentenversicherungsbeiträge zahlen möchten. Einmal im Jahr erhöht sich dann Ihre Rente, und zwar nicht nur durch Ihre eigenen Beiträge, sondern auch durch die Ihres Arbeitgebers.

zusätzliche Informationen

Meinen Rentenversicherer finden:

Ihre Sammelmappe

Hier gelangen Sie zur Sammelmappe, in der sich alle Publikationen befinden, die Sie bisher zur Bestellung / zum Download vorgemerkt haben.