Deutsche Rentenversicherung

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Auswirkungen des Kurzarbeitergelds auf die Rentenversicherung

Kaum Einbußen bei der späteren Rente

Wer in Kurzarbeit geht, bleibt gesetzlich rentenversichert. Betroffene erhalten in dieser Zeit ein geringeres Entgelt, für das auch niedrigere Beiträge auf dem Rentenkonto eingezahlt werden. Auf die spätere Rente wirkt sich Kurzarbeit trotzdem nur wenig aus. 

Die Beiträge zur Rentenversicherung werden während der Kurzarbeit auf der Basis des tatsächlich gezahlten – reduzierten – Verdienstes des Beschäftigten gezahlt. Gezahlt werden die Beiträge gemeinsam vom Versicherten und dem Arbeitgeber. Die Beiträge werden zusätzlich vom Arbeitgeber aufgestockt. Zusätzlich vom Arbeitgeber gezahlt werden Beiträge auf der Basis von 80 Prozent des Verdienstes, der wegen Kurzarbeit ausgefallen ist. Die Aufstockung der Beiträge durch den Arbeitgeber ist gesetzlich vorgesehen und muss nicht extra vom Arbeitnehmer beantragt werden.

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes hängt vom Umfang der Kurzarbeit ab. Wird nicht mehr gearbeitet, beträgt das Kurzarbeitergeld 60% (bzw. 67% für Versicherte mit mindestens einem Kind im Sinne des § 32 EStG) des Sollentgelts. Das heißt, des Bruttoentgelts ohne Arbeitsausfall. Sonderzahlungen werden nicht berücksichtigt. Wird vermindert gearbeitet, werden 60% (67%) der Nettoentgeltdifferenz gezahlt. Beitragspflichtige Einnahme sind 80% des Unterschiedsbetrags zwischen dem Soll-und dem Ist-Entgelt (§ 163 Abs. 6 SGB VI). Die Beiträge trägt der Arbeitgeber (§ 163 Abs. 1 Nr. 1a SGB VI). Wird neben dem Kurzarbeitergeld vermindert gearbeitet, so tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte der Beiträge aus dem erarbeiteten IST-Entgelt. 

Beispiel:

100% -
keine Kurzarbeit
Kurzarbeit 75 %
Arbeitsausfall 25%
Kurzarbeit 50%Kurzarbeit "Null"
Soll-Entgelt (mtl.)3.000,- EUR3.000,- EUR3.000,- EUR3.000,- EUR
Ist-Entgelt (mtl.)3.000,- EUR2.250,- EUR1.500,- EUR0,- EUR
Unterschiedsbetrag0,- EUR750,- EUR1.500,- EUR3.000,- EUR
davon 80 %0,- EUR600,- EUR1.200,- EUR2.400,- EUR
Beitragspflichtiges Entgelt (DRV)3000.- EUR.2850.- EUR2700.- EUR2400.- EUR

Ein Arbeitnehmer hat ein monatliches Entgelt von 3.000 Euro brutto. Würde er ohne Kurzarbeit beschäftigt sein, läge sein Rentenanspruch nach einem Jahr bei knapp 29,40 Euro. Wenn er nun 1.500 Euro Kurzarbeitergeld erhält, beträgt sein rentenversicherungspflichtiges Entgelt dennoch 2.700 Euro. Ein Jahr Kurzarbeit erhöht in dem Fall den späteren Rentenanspruch um rund 26,40 Euro. Der Arbeitnehmer wird später nur 3 Euro weniger Rente für dieses Beitragsjahr erhalten.

Weitere Information zum Kurzarbeitergeld finden Sie unter ihre-vorsorge.de (Kurzarbeitergeld-Rechner).

Ist Kurzarbeitergeld oder eine Corona-Prämie Hinzuverdienst?

Viele Arbeitnehmer sind derzeit in Kurzarbeit beschäftigt und erhalten von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld. In einigen Branchen werden Sonderzahlungen („Corona-Prämien“) gezahlt. Wer parallel dazu eine Rente der Deutschen Rentenversicherung (DRV) bezieht, muss folgendes beachten:

Hinzuverdienst neben Erwerbsminderungsrenten

Bei Renten wegen voller Erwerbsminderung besteht kein Anspruch auf Zahlung von Kurzarbeitergeld. Nur Personen, die eine teilweise Erwerbsminderungsrente bekommen, können parallel dazu Kurzarbeitergeld erhalten. Dieses wird bei der Erwerbsminderungsrente als Hinzuverdienst berücksichtigt. Dabei wird das Sollentgelt, das dem Kurzarbeitergeld zugrunde liegt, als Bemessungsgrundlage berücksichtigt. Ein Arbeitsentgelt, das vom Arbeitgeber neben dem Kurzarbeitergeld gezahlt wird, stellt allerdings keinen rentenmindernden Hinzuverdienst dar. Einmalzahlungen müssen jedoch berücksichtigt werden.

„Corona-Prämien", die bis zum 31. Dezember 2020 als Beihilfen oder Unterstützungen von Arbeitgebern für ihre Beschäftigten zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt werden, sind bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei und müssen deshalb nicht als Hinzuverdienst in der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit berücksichtigt werden.

Selbstständige, die aufgrund der Corona-Pandemie steuerpflichtige Soforthilfen zur Unterstützung ihrer Tätigkeit erhalten, müssen dabei bedenken, dass diese Soforthilfen regelmäßig steuerpflichtig sind und daher Hinzuverdienst darstellen.

Wer bislang seine Rente aufgrund der Hinzuverdienstanrechnung nur anteilig erhalten hat, sich der Hinzuverdienst nun aber coronabedingt verringert, kann bei seinem Rentenversicherungsträger einen Änderungsantrag stellen und so seine anteilige Rente erhöhen.

Hinzuverdienst neben Altersrenten

Wer vor Erreichen seiner Regelaltersgrenze eine Altersrente bezieht, muss Hinzuverdienstgrenzen beachten. 2020 ist die Hinzuverdienstgrenze coronabedingt einmalig auf 44.590 Euro angehoben worden. Wer mehr verdient, erhält nur eine Teilrente ausgezahlt. Liegt man jedoch unter der Hinzuverdienstgrenze und bekommt seine Altersrente als Vollrente ausgezahlt, besteht kein Anspruch auf Zahlung von Kurzarbeitergeld. Nur für Personen, die ihre Altersrente als Teilrente überwiesen bekommen, ist ein Bezug von Kurzarbeitergeld möglich. Dieses bleibt jedoch bei der Berechnung des Hinzuverdienstes unberücksichtigt. Wird neben dem Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber Arbeitsentgelt oder ein Zuschuss zum Kurzarbeitergeld gezahlt, wird diese Arbeitgeberleistung jedoch als Hinzuverdienst angerechnet.

„Corona-Prämien", die bis zum 31. Dezember 2020 als Beihilfen oder Unterstützungen von Arbeitgebern für ihre Beschäftigten zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt werden, sind bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei und müssen damit nicht als Hinzuverdienst in der vorgezogenen Altersrente berücksichtigt werden.

Selbstständige, die aufgrund der Corona-Pandemie steuerpflichtige Soforthilfen zur Unterstützung ihrer Tätigkeit erhalten, müssen dabei bedenken, dass diese Soforthilfen regelmäßig steuerpflichtig sind und daher Hinzuverdienst sind.

Wer bislang seine Rente aufgrund der Hinzuverdienstanrechnung nur anteilig erhalten hat, sich der Hinzuverdienst nun aber coronabedingt verringert, kann bei seinem Rentenversicherungsträger einen Änderungsantrag stellen und so seine anteilige Rente erhöhen.

Einkommen neben Hinterbliebenenrenten

Sofern Hinterbliebene Einkommen beziehen, findet bei Hinterbliebenenrenten eine Einkommensanrechnung statt. Wer allerdings plötzlich mindestens zehn Prozent weniger Einkommen als im Vorjahr erhält, kann bei seinem Rentenversicherungsträger beantragen, dass die Hinterbliebenenrente neu berechnet und gegebenenfalls höher ausgezahlt wird. Dabei ist jedoch zu beachten, dass als Einkommen auch das Kurzarbeitergeld zählt. Es ist allerdings nicht die Höhe des Kurzarbeitergeldes selbst von Belang, sondern das Bruttoarbeitsentgelt, das dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden muss.

Wer als Selbstständiger aufgrund der Corona-Pandemie steuerpflichtige Soforthilfen zur Unterstützung seiner Tätigkeit erhält, muss dies ebenfalls als Einkommen neben seiner Hinterbliebenenrente bei der gesetzlichen Rentenversicherung melden.

Erhöht sich hingegen das Einkommen des Hinterbliebenen aufgrund einer vom Arbeitgeber steuerfrei gezahlten „Corona-Prämie“ von maximal 1.500 Euro, wird dieses Geld nicht als Einkommen auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.

Hier noch einige allgemeine Informationen zum Kurzarbeitergeld:

Im Zusammenhang mit der momentanen schwierigen Situation erreichen uns Fragen nach der Handhabung des Kurzarbeitergelds. Dazu hat die Bundesagentur für Arbeit eine Informationsseite veröffentlicht, auf die wir Sie hier hinweisen möchten: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Ein spezieller telefonischer Service für Ihre Fragen zum Kurzarbeitergeld ist bei der Bundesagentur für Arbeit unter 0800 45555 20 eingerichtet. Den allgemeinen Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitgeber-service

Soforthilfeprogramme für kleine und mittlere Unternehmen

Die aktuelle Situation geht natürlich mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen einher. Davon sind in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen betroffen. Sie können sich auf der Internetseite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg informieren.

Wir alle hoffen, dass die schwierige Zeit, in der wir uns gerade befinden, bald vorbei ist. Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihren Beschäftigten alles Gute!