Deutsche Rentenversicherung

BSH-News 1/2021 - Informationen für Antrag aufnehmende Stellen

Stand: 26.2.2021

Grundrentenzuschlag - Die Einkommensanrechnung

In den BSH-News 1/2020 hatten wir Sie erstmals über das Grundrentengesetz informiert. Wir haben Ihnen die neuen Begriffe „Grundrentenzeit“ und „Grundrenten-Bewertungszeit“ erläutert und dargestellt, unter welchen Voraussetzungen Anspruch auf einen Grundrentenzuschlag besteht, wie er berechnet wird und wann/wie die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover die neuen Regelungen in die Praxis umsetzen wird.

Wenn Sie diesen Artikel noch nicht gelesen haben oder gerne noch einmal lesen möchten: Sie finden ihn hier.

Was ist Einkommen? Und welches Jahr wird hierfür berücksichtigt?

Nur auf den Grundrentenzuschlag wird Einkommen des Berechtigten und seines Ehegatten angerechnet (§ 97a SGB VI), nicht auf den originären, durch tatsächliche Beitragszahlung errechneten Rententeil. Als Einkommen zu berücksichtigen sind

  1. das zu versteuernde Einkommen nach § 2 Absatz 5 EStG,
  2. der steuerfreie Teil von Renten,
  3. der steuerfreie Betrag der Versorgungsbezüge und
  4. die versteuerten Einkünfte aus Kapitalvermögen, soweit diese nicht bereits in dem zu versteuernden Einkommen enthalten sind.

Ebenso wird vergleichbares ausländisches Einkommen angerechnet.

Die Finanzbehörden ermitteln das zu versteuernde Einkommen im Sinne der Ziffer 1 im Wesentlichen aus den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit, nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen sowie Vermietung und Verpachtung.

Das selbst genutzte Wohneigentum zählt nicht als Einkommen.

Für Rentenbezieher mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland, die Anspruch auf einen Grundrentenzuschlag haben, werden die Einkommen nach den oben genannten Ziffern 1 bis 3 sowie die vergleichbaren ausländischen Einkommen von den Finanzbehörden in einem automatisierten Abrufverfahren übermittelt. Die Deutsche Rentenversicherung ist an die übermittelten Festsetzungsdaten gebunden.

Grundsätzlich sind die von den Finanzbehörden übermittelten Festsetzungsdaten des vorvergangenen Kalenderjahres als Einkommen zu berücksichtigen. Liegen keine Festsetzungsdaten des vorvergangenen Kalenderjahres vor, sind die Festsetzungsdaten des vorvorvergangenen Kalenderjahres maßgeblich. Für die Einkommensanrechnung auf den Grundrentenzuschlag im Jahr 2021 sind also die steuerlichen Festsetzungsdaten der Jahre 2019 oder 2018 maßgebend. Als monatliches Einkommen gilt ein Zwölftel des Jahresbetrags.

Liegen den Finanzbehörden keine steuerlichen Festsetzungsdaten des vorvergangenen und vorvorvergangenen Kalenderjahres vor, weil beispielsweise eine Einkommensteuererklärung (noch) nicht abgegeben wurde, werden hilfsweise

  • Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der Landwirtschaftlichen Alterskasse,
  • Ruhegehälter und vergleichbare Bezüge,
  • Renten der berufsständischen Versorgung und
  • Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (zum Beispiel Pensionfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen, Riester-Renten und betriebliche Altersversorgungen)

des vorvergangenen Kalenderjahres als Einkommen berücksichtigt. Diese Einkommen werden den Trägern der Rentenversicherung aus den vorhandenen Rentenbezugsmitteilungen übermittelt.

In diesen Fällen sind vergleichbare ausländische Einkommen nicht gleichgestellt und daher nicht anzurechnen.

Die Grafik beschreibt, wie das Einkommen bestimmt wird.

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Zusätzlich sind die vom Berechtigten und seinem Ehegatten erzielten Einkünfte aus Kapitalvermögen auf den Grundrentenzuschlag anzurechnen, soweit diese nicht bereits im zu versteuernden Einkommen enthalten sind. Einkünfte aus Kapitalvermögen werden nur insoweit angerechnet, als sie den jährlichen Sparer-Pauschbetrag übersteigen: für Alleinstehende 801 Euro, für Ehegatten 1.602 Euro.

Da Kapitalerträge mit der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent versteuert werden können und daher gegenüber den Finanzbehörden nicht mehr als Einkünfte aus Kapitalvermögen erklärt werden müssen, sind sie nicht zwangsläufig in den übermittelten Festsetzungsdaten der Finanzbehörden enthalten.

Aus diesem Grund besteht für Berechtigte und ihre Ehegatten eine Mitteilungs- und Nachweisverpflichtung über die Gesamteinkünfte aus Kapitalvermögen. Wird in den Rentenbescheiden auch ein Grundrentenzuschlag berechnet, werden sie einen Hinweis in den Mitwirkungspflichten enthalten, dass Einkünfte aus Kapitalvermögen anzugeben sind.

Bei ausbleibender Mitteilung gelten Einkünfte aus Kapitalvermögen als nicht erzielt.

Um eine missbräuchliche Inanspruchnahme des Grundrentenrentenzuschlags aufgrund nicht angegebener Kapitalerträge zu verhindern, haben die Träger der Rentenversicherung ein Überprüfungsrecht im Rahmen einer Zufallsauswahl (§ 151c SGB VI). In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, automatisiert beim Bundeszentralamt für Steuern Kontodaten abzurufen und bei den so ermittelten Kreditinstituten die Höhe der versteuerten Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erheben.

Überprüfung des Grundrentenzuschlags

Freibeträge bei der Einkommensprüfung

Angerechnet wird das Einkommen jedoch nur, wenn es einen maßgebenden Betrag übersteigt. Dabei gilt zunächst ein Freibetrag in Höhe von monatlich 1.250 Euro für Alleinstehende. Das diesen Freibetrag übersteigende Einkommen ist zu 60 Prozent auf den Grundrentenzuschlag anzurechnen. Liegt das anzurechnende Einkommen über einem Betrag in Höhe von monatlich 1.600 Euro, ist das diesen Betrag übersteigende Einkommen in voller Höhe auf den Grundrentenzuschlag anzurechnen.

Ist neben dem Einkommen des Berechtigten auch Einkommen seines Ehegatten zu berücksichtigen, ist ein Freibetrag in Höhe von monatlich 1.950 Euro beziehungsweise in Höhe von monatlich 2.300 Euro zugrunde zu legen.

Die Freibeträge sind dynamisch und werden bei Veränderungen des aktuellen Rentenwerts angepasst.

Praxishinweis: Ist das anzurechnende Einkommen des Berechtigten und seines Ehegatten offensichtlich so hoch, dass ein Grundrentenzuschlag nicht gezahlt werden kann, oder wollen sie ihr steuerliches Einkommen oder ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen gegenüber der Deutschen Rentenversicherung nicht offenlegen, können sie erklären, dass sie ein „Supereinkommen“ erhalten. Dies vermeidet weitere Prüfungen. Diese Erklärung können Sie im Formular R0990 aufnehmen.

Besonderheiten bei Auslandsberührung

Für Rentenbezieher mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt außerhalb von Deutschland kann eine Meldung des zu versteuernden Einkommens nicht durch die deutschen Finanzbehörden erfolgen. Daher muss die berechtigte Person das zu berücksichtigende Einkommen (eigenes und des Ehegatten) der Deutschen Rentenversicherung anzeigen und selbst nachweisen. Dies gilt sowohl für das deutsche als auch für das ausländische Einkommen.

Die Einkommensdaten sind nicht unmittelbar bei der Antragsaufnahme zu erfassen, sondern nur, wenn die Voraussetzungen für den Grundrentenzuschlag erfüllt sind.

Beispiele

Die beiden folgenden Beispiele zeigen, wie bei identischer Ausgangslage die Höhe des steuerlichen Einkommens die Höhe der monatlichen Rente beeinflusst.

Die Rentnerinnen beziehen jeweils eine monatliche Altersrente von 400 Euro. Durch den Grundrentenzuschlag ergibt sich eine Aufstockung von monatlich 260 Euro (vor Einkommensprüfung).

Beispiel 1:

Frau Müller arbeitet zusätzlich neben ihrer Rente und hat ein insgesamt zu berücksichtigendes Einkommen in Höhe von monatlich 1.450 Euro.

Das Einkommen bis 1.250 Euro wird nicht angerechnet.

Von dem darüber liegenden Einkommen werden 60 Prozent auf den Grundrentenzuschlag angerechnet. Es liegt 200 Euro oberhalb der Einkommensgrenze, 60 Prozent davon sind 120 Euro.

Der (zunächst) errechnete Grundrentenzuschlag von 260 Euro wird um 120 Euro gekürzt, so dass er noch 140 Euro beträgt.

Frau Müller erhält eine monatliche Altersrente von 540 Euro (= 400 Euro + 140 Euro).

 

Beispiel 2:

Frau Schneider hat durch die eigene Rente und Einnahmen aus Verpachtung eines Grundstücks insgesamt ein zu berücksichtigendes Einkommen in Höhe von monatlich 1.800 Euro.

Das Einkommen bis 1.250 Euro wird nicht angerechnet.

Von dem darüber liegenden Einkommen werden 60 Prozent, ab einem Einkommen von 1.600 Euro werden 100 Prozent auf den Grundrentenzuschlag angerechnet.

Das Einkommen im Korridor 1.250 bis 1.600 Euro beträgt 350 Euro, 60 Prozent davon sind 210 Euro.

Das Einkommen oberhalb von 1.600 Euro (= 200 Euro) wird zu 100 Prozent angerechnet.

Damit ergibt sich ein anzurechnendes Einkommen in Höhe von 410 Euro (= 210 Euro + 200 Euro).

Der (zunächst) errechnete Grundrentenzuschlag von 260 Euro kann aufgrund des anzurechnenden Einkommens von 410 Euro nicht gezahlt werden.

Frau Schneider erhält eine monatliche Altersrente von 400 Euro.

Weitere Informationen

Zusätzliche Informationen, FAQs, Videos und verschiedene Beispielfälle zur Einkommensprüfung finden Sie auf den Websites der Deutschen Rentenversicherung oder des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Wichtige Informationen zum Grundrentengesetz enthält auch ein Flyer der Deutschen Rentenversicherung, der bei Kundenanfragen ausgehändigt werden kann: Fragen und Antworten zur Grundrente

„Brexit“ – Auswirkungen für Versicherte und Rentner

Das Vereinigte Königreich ist bereits mit Ablauf des 31.1.2020 aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten. Aufgrund des Austrittsabkommens (Brexit-Abkommen) war das Vereinigte Königreich in einer Übergangsphase bis zum 31.12.2020 hinsichtlich der europarechtlichen Regelungen über soziale Sicherheit noch wie ein EU-Mitgliedstaat zu behandeln, so dass sich für Versicherte und Rentner noch keine Auswirkungen ergeben hatten. Das Brexit-Abkommen findet auch in Bezug auf die EWR-Staaten (Island, Liechtenstein und Norwegen) sowie die Schweiz Anwendung.

Kurz vor Ablauf der Übergangsphase am 31.12.2020 haben die EU und das Vereinigte Königreich in einem Handels- und Kooperationsabkommen vereinbart, in welcher Weise die europarechtlichen Regelungen über soziale Sicherheit im Verhältnis zum Vereinigten Königreich weiterhin gelten sollen.

Aktiv Versicherte, anzuwendende Rechtsvorschriften

Für EU-Bürger, Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs, Flüchtlinge und Staatenlose, die am 31.12.2020 einen grenzüberschreitenden Bezug zum Vereinigten Königreich und zur EU hatten und darüber hinaus noch aktiv haben, gilt weiterhin uneingeschränkt das EU-Recht.

A1-Bescheinigungen dokumentieren für einen Erwerbstätigen, welches Sozialversicherungsrecht im Falle einer Entsendung in einen anderen EU-Mitgliedstaat, nach Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz oder ins Vereinigte Königreich anzuwenden ist. Für Entsendungen, die vor dem 1.1.2021 begonnen haben, behalten die bisherigen A1-Bescheinigungen ihre Gültigkeit.

Bei Entsendungen, die nach dem 31.12.2020 beginnen, findet das zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich abgeschlossene Handels- und Kooperationsabkommen vom 24.12.2020 Anwendung. Danach werden die bisherigen Entsenderegelungen im Verhältnis zum Vereinigten Königreich weiterhin angewendet. A1-Bescheinigungen sollen wie bisher elektronisch beantragt werden. Die A1-Bescheinigung wird bis auf weiteres ohne Berichtigung der Rechtsgrundlage erstellt.

Ausnahmevereinbarungen sind nach dem Handels- und Kooperationsabkommen nicht mehr vorgesehen.

Rentenansprüche und Rentenbezieher

Für Rentenbezieher, deren Rente vor dem 1.1.2021 begonnen hat, ändert sich nichts.

Anders sieht es aus, wenn die Rente nach dem 31.12.2020 beginnt:

Hatten die oben genannten Personengruppen irgendwann vor dem 1.1.2021 einen grenzüberschreitenden Bezug zum Vereinigten Königreich und zur EU, gilt das EU-Recht für leistungsrechtliche Belange. Dies bedeutet, dass auch bei einem Rentenbeginn nach dem 31.12.2020 für die Anspruchsprüfung und bei der Rentenberechnung Versicherungszeiten in der EU und im Vereinigten Königreich zusammengerechnet werden können.

Liegen nur Versicherungszeiten in der EU vor dem 1.1.2021 vor und Zeiten im Vereinigten Königreich erst nach dem 31.12.2020 (oder umgekehrt), ist die Anwendung des Europarechts von der Staatsangehörigkeit und vom Wohnsitz abhängig.

Versicherungszeiten in der EU vor dem 1.1.2021, Versicherungszeiten im Vereinigten Königreich nach dem 31.12.2020:

  • Für Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs gilt das Europarecht.
  • Für deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger gilt das Vereinigte Königreich als Drittstaat. Eine Zusammenrechnung von Versicherungszeiten in der EU und im Vereinigten Königreich für die Anspruchsprüfung ist nicht möglich.

    Ausnahme: Haben deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger ihren Wohnsitz am 31.12.2020 im Vereinigten Königreich, gilt das Europarecht weiter, solange sie dort wohnen.

Versicherungszeiten im Vereinigten Königreich vor dem 1.1.2021, Versicherungszeiten in der EU nach dem 31.12.2020:

  • Für deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger gilt das Europarecht.
  • Für Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs ist eine Zusammenrechnung von Versicherungszeiten in der EU und im Vereinigten Königreich für die Anspruchsprüfung nicht möglich. Das Vereinigte Königreich gilt als Drittstaat.

    Ausnahme: Haben Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs ihren Wohnsitz am 31.12.2020 in der EU, gilt das Europarecht weiter, solange sie dort wohnen.

Für alle anderen Personen, die erst nach dem 31.12.2020 eine wechselseitige Beziehung zum Vereinigten Königreich aufnehmen, gilt nur deutsches Recht. Versicherungszeiten im Vereinigten Königreich werden wie die eines Drittstaats behandelt. Das bedeutet, dass Versicherungszeiten im Vereinigten Königreich weder bei der Prüfung der Mindestversicherungszeiten noch bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden können.

Krankenversicherung der Rentner und Zuschuss zur Krankenversicherung

Für die Krankenversicherung der Rentner und die soziale Pflegeversicherung gilt ebenfalls das EU-Recht weiter, so dass auch bei einem gewöhnlichen Aufenthalt im Vereinigten Königreich Versicherungspflicht in der deutschen Krankenversicherung und Pflegeversicherung bestehen kann. Für verbindliche Rechtsauskünfte sind Rentenbezieher an ihre zuständige Kranken- und Pflegekasse zu verweisen.

Beim Zuschuss zur Krankenversicherung ergeben sich Besonderheiten. Wurde der Zuschuss bereits am 31.12.2020 gezahlt, kann dieser Zuschuss weiterhin bezogen werden, auch wenn der Zuschuss zu einer Krankenversicherung bei einem unter Aufsicht des Vereinigten Königreichs stehenden Krankenversicherungsunternehmen gezahlt wird.

Beginnt der Zuschuss nach dem 31.12.2020, kann nach dem Brexit-Abkommen kein Zuschuss mehr zu einer Krankenversicherung bei einem Krankenversicherungsunternehmen unter Aufsicht des Vereinigten Königreichs gezahlt werden. Ab dem 1.1.2021 gelten die Bestimmungen des Handels- und Kooperationsabkommens. Sobald es hierzu nähere Informationen gibt, werden wir Sie informieren.

Weitere Informationen

Zusätzliche Informationen zu den Auswirkungen des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung. Dort gibt es auch eine Sammlung weiterer Fragen und Antworten.

Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Erhöhung seit 1.1.2021

Die Übungsleiterpauschale wurde von 2.400 Euro auf 3.000 Euro jährlich erhöht. Eine Übungsleiterpauschale kann unter anderem bei nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter im Sportverein, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder bei vergleichbaren Tätigkeiten gezahlt werden. Die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit bestimmt § 3 Nummer 26 EStG.

Außerdem wurde die Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro jährlich erhöht. Eine Ehrenamtspauschale kommt beispielsweise für Tätigkeiten als Vereinsvorstand, Schatzmeister oder Platzwart in Betracht. Die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit ergeben sich aus § 3 Nummer 26a EStG.

Auswirkungen im Rentenrecht

Steuerfreie Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen sind nach § 1 Absatz 1 Nummer 16 SvEV nicht dem Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 SGB IV zuzurechnen:

  • Daher besteht Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.
  • Für sie werden bei einer Rentenberechnung keine Entgeltpunkte ermittelt.
  • Sie sind nicht als Hinzuverdienst bei vorgezogenen Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten anzurechnen (§§ 34, 96a SGB VI).
  • Als Einkommen bei der Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes sind sie ebenfalls nicht zu berücksichtigen (§ 97 SGB VI).

Zurechnungszeit bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und bei Renten wegen Todes

Wer in jüngeren Jahren vermindert erwerbsfähig wird, hat in der Regel noch keine ausreichenden Rentenanwartschaften aufbauen können. Damit die Versicherten dennoch eine angemessene Sicherung erhalten, werden Bezieher einer Erwerbsminderungsrente so gestellt, als hätten diese über den Eintritt der Erwerbsminderung hinaus so weitergearbeitet wie zuvor. Bewirkt wird dies durch die Berücksichtigung einer Zurechnungszeit.

Dasselbe gilt für Renten wegen Todes, wenn Versicherte in jüngeren Jahren verstorben sind.

Das Ende der Zurechnungszeit wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrmals verlängert, ab dem 1.1.2019 durch das RV-Leistungsverbesserungs- und ‑Stabilisierungsgesetz in einem Schritt auf 65 Jahre und 8 Monate. Für die Rentenzugänge ab dem Jahr 2020 wird ihr Ende in Anlehnung an die Anhebung der Regelaltersgrenze bis zum Jahr 2031 schrittweise bis zum vollendeten 67. Lebensjahr verlängert.

Bei einem Beginn der Erwerbsminderungsrente oder Tod der Versicherten im Jahr 2021 endet die Zurechnungszeit mit 65 Jahren und 10 Monaten.

Altersrente und Hinzuverdienst

Im Jahr 2021 gilt für Altersrenten eine erhöhte Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 46.060 Euro anstelle von 6.300 Euro. Näheres hierzu und zur Darstellung in den Rentenbescheiden der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, wenn bei einer Altersrente ein Hinzuverdienst über 6.300 Euro zu berücksichtigen war, hatten wir in den BSH-News 2/2020 erläutert.

Die erhöhte Hinzuverdienstgrenze wird jetzt maschinell bei der Berechnung einer Altersrente mit Hinzuverdienst berücksichtigt. Die Vorgabe des bisherigen freien Textes ist nicht mehr erforderlich. Die Hinweise im Rentenbescheid sind angepasst worden.

Bisher zurückgestellte Vorgänge mit einem Hinzuverdienst über 46.060 Euro werden ab sofort gerechnet.

Berechnungen ab 1.1.2021 ohne Berücksichtigung der angehobenen Hinzuverdienstgrenze werden spätestens im Rahmen der Vorjahresprüfung ab Mai 2021 aufgegriffen. Sie werden rückwirkend zum 1.1.2021 korrigiert.

Freiwillige Versicherung für 2020 noch bis zum 31.3.2021 beantragen

Bis zum 31.3.2021 können Hausfrauen, Selbständige und andere nicht versicherungspflichtige Personen noch rückwirkend für 2020 eine freiwillige Versicherung beantragen. Für die Fristwahrung genügt die fristgerechte Antragstellung bis zum 31.3.2021. Die tatsächliche Beitragszahlung selbst kann dann noch innerhalb der in der Zulassungsmitteilung genannten Frist erfolgen. Vom Mindestbeitrag monatlich 83,70 Euro bis zum Höchstbeitrag monatlich 1.283,40 Euro (für 2020) können die freiwillig Versicherten selbst jeden beliebigen Betrag auswählen.

Für den Antrag steht der Vordruck V0060 zur Verfügung. Alle für die Zulassung zur freiwilligen Versicherung erforderlichen Angaben können so schnell und umfassend geprüft werden.

Weitere Informationen gibt es am kostenlosen Servicetelefon 0800 1000 48 00 sowie im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-braunschweig-hannover.de.

Formulare im Bereich der Rehabilitation (eAntrag)

Zum Start des neuen Jahres möchten wir darüber informieren, welche Formulare für den Bereich der Rehabilitation in eAntrag zur Verfügung stehen und von wem diese grundsätzlich auszufüllen sind. In den weiteren Ausgaben der BSH-News informieren wir dann gerne über relevante Änderungen.

NummerBezeichnungWer füllt das Formular aus?
G0100Antrag auf Leistungen zur Teilhabe für Versicherte – Rehabilitationsantragdie/der Versicherte
G0105Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe bei grenzüberschreitenden Fällen

die/der Versicherte

G0115Selbsteinschätzungsbogendie/der Versicherte
G0120AUD-Beleg – Anlage zum Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitationdie Krankenkasse
G0133Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben – Kostenübernahme für Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen, die behinderungsbedingt zur Berufsausübung erforderlich sinddie/der Versicherte
G0134Notwendigkeitsbescheinigung des Arbeitgebers zum Tragen von Fußschutzder Arbeitgeber
G0135Antrag auf Folgeversorgung oder Wechselversorgung für die orthopädische Ausstattung von Fußschutz oder für Arbeitsschuhedie/der Versicherte und der Arbeitgeber
G0142Bescheinigung  des Arbeitgebers zum Antrag auf Kraftfahrzeughilfeder Arbeitgeber
G0160Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung bei stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitationdie/der Versicherte
G0161Bescheinigung des Arbeitgebers zum Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung bei stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitationder Arbeitgeber
G0180Antrag auf Leistungen zur Präventiondie/der Versicherte
G0190Ärztlicher Befundbericht zum Präventionsantrag der RentenversicherungDieses Formular ist nicht mehr notwendig!
G0195Dokumentation von Präventionsleistungendie Präventionseinrichtung
G0196Teilnahmebestätigung für Präventionsleistungen während der ambulanten Trainingsphase (Anlage zur Abrechnung)die Präventionseinrichtung
G0200Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation für nichtversicherte Kinder und Jugendliche (Kinderrehabilitation)die/der Versicherte, die/der Erziehungsberechtigte oder die/der Jugendliche
G0202Antrag auf Leistungen zur onkologischen Rehabilitation für nichtversicherte Angehörigedie/der Versicherte, die/der Erziehungsberechtigte oder die/der nichtversicherte Angehörige
G0205Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe für nichtversicherte Angehörige bei grenzüberschreitenden Fällendie/der Versicherte, die/der Erziehungsberechtigte oder die/der nichtversicherte Angehörige
G0250Antrag auf Anschlussrehabilitation (AHB)die/der Versicherte
G0260Befundbericht zum AHB-Antragdie Ärztin/der Arzt im Akutkrankenhaus
G0510

Wichtige Informationen zum Übergangsgeld (ML)

niemand, enthält lediglich Informationen für die/den Versicherten
G0512Erklärung der Versicherten / des Versichertendie/der Versicherte
G0513Hinweise für den Arbeitgeberniemand, enthält lediglich Informationen für den Arbeitgeber
G0514Erläuterungen zur Entgeltbescheinigung für den Arbeitgeberniemand, enthält lediglich Informationen für den Arbeitgeber
G0515Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Übergangsgeldder Arbeitgeber
G0518Bescheinigung der Krankenkassedie Krankenkasse
G0532Erklärung der Versicherten / des Versicherten (ab 1.1.2018)die/der Versicherte
G0533Hinweise für den Arbeitgeber (ab 1.1.2018)niemand, enthält lediglich Informationen für den Arbeitgeber
G0534Erläuterungen zur Entgeltbescheinigung für den Arbeitgeber (ab 1.1.2018)niemand, enthält lediglich Informationen für den Arbeitgeber
G0535Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Übergangsgeld (ab 1.1.2018)der Arbeitgeber
G0538Bescheinigung der Krankenkasse (ab 1.1.2018)die Krankenkasse
G0600Honorarabrechnung zum ärztlichen Befundbericht bei AHB und Kinder- und Jugendlichenrehabilitation zu verwendendie Ärztin/der Arzt, die/der den Befundbericht (G0260, G0612) ausgefüllt hat
S0050Honorarabrechnung für die Deutsche Rentenversicherungdie Ärztin/der Arzt, die/der den Befundbericht (S0051) ausgefüllt hat
S0051Befundbericht für die Deutsche Rentenversicherung zum Antragdie Ärztin/der Arzt
S0052Zusatzbogen onkologische Rehabilitationdie Ärztin/der Arzt

Bundeseinheitliche Befundberichte und Abrechnungsformulare für Anträge auf Leistungen zur Teilhabe

Im Rahmen der bundesweiten Vereinheitlichung von Formularen gibt es seit dem 1.1.2021 nun auch bundeseinheitliche Befundberichte und Abrechnungsformulare für Anträge auf Leistungen zur Teilhabe. Diese sind in eAntrag eingepflegt und stehen auf unserer Internetseite zur Verfügung. Die Formulare sind ab sofort zu verwenden.

Leistungen zu TeilhabeBefundberichtHonorarabrechnung
Medizinische LeistungenS0051-00 - Befundbericht für die Deutsche RentenversicherungS0050-00 - Honorarabrechung für die Deutsche Rentenversicherung
Onkologische LeistungenS0052-00 - Zusatzbogen onkologische Rehabilitation

Für AHB-Anträge und Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen gelten weiter folgende Formulare:

Leistungen zur TeilhabeBefundberichtHonorarabrechnung

Anschlussrehabilitation (AHB)

G0260-00 - Befundbericht zum AHB-Antrag

G0600-00 - Honorarabrechnung zum ärztlichen Befundbericht

Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

G0611-00 - Informationen zum Befundbericht (Kinderrehabilitation)

G0612-00 - Ärztlicher Befundbericht zum Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

G0600-00 - Honorarabrechnung zum ärztlichen Befundbericht

Tipps & Tricks: Online-Dienste

Nutzung der Online-Dienste der Deutschen Rentenversicherung – Wie fordere ich einen Versicherungsverlauf an?

Die Online-Dienste können rund um die Uhr bequem von Zuhause aus genutzt werden. Somit können Kundinnen und Kunden selbständig Versicherungs- und Rentenunterlagen anfordern. Hierfür ist nicht mal eine vorherige Registrierung notwendig. Aber auch Sie als deren Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Gemeinden, Versicherungsämtern oder als Versichertenälteste können von den Online-Diensten Gebrauch machen. Mit Einverständnis der Kundinnen und Kunden können Sie Druckprodukte für diese anfordern. Der Versand erfolgt automatisch an die im Versicherungskonto gespeicherte Anschrift.

Es besteht die Möglichkeit,

  • Versicherungsverläufe,
  • Renteninformationen,
  • Rentenauskünfte,
  • Beitragsrechnungen,
  • Lückenauskünfte,
  • Rentenbezugsbescheinigungen für Versicherten- und Hinterbliebenenrenten,
  • Rentenmitteilungen zur Vorlage beim Finanzamt für Versicherten- und Hinterbliebenenrenten und
  • Neuausstellungen von Sozialversicherungsausweisen

zu beantragen.

Hier erfahren Sie, wie Sie eine solche Beantragung über die Online-Dienste vornehmen können. Exemplarisch zeigen wir Ihnen dies in fünf Schritten anhand der Anforderung eines Versicherungsverlaufes.

  1. Aufruf der Online-Dienste über die Startseite der Website der Deutschen Rentenversicherung
  2. Auswahl „Versicherungs-/Rentenunterlagen anfordern“
  3. Auswahl „Anforderung von… Versicherungsverlauf“
  4. „Angaben zur Versicherung“ machen und anschließend auf „Absenden“ anklicken
  5. Wenn eine Anforderungsbestätigung gewünscht wird, E-Mail-Adresse angeben und mit Klick auf „senden“ bestätigen, um diese per E-Mail übersenden zu lassen. Falls keine Bestätigung gewünscht wird, kann das Fenster geschlossen werden. Der Versicherungsverlauf wird innerhalb von 7 Tagen per Post an die im Versicherungskonto hinterlegte Anschrift gesandt.

    Online-Dienste der Deutschen Rentenversicherung

Weitere Informationen zu den Online-Diensten kann auch der Broschüre „Nur einen Klick entfernt: Ihre Rentenversicherung“ entnommen werden.

Unsere Online-Dienste Nur einen Klick entfernt: Ihre Rentenversicherung

eAntrag: Was gibt es Neues?

Um Ihnen die tägliche Arbeit der Antragsaufnahme zu erleichtern sowie bequemer zu gestalten, stellt die Deutsche Rentenversicherung das Programm rveServices - eAntrag/Expertenversion kostenlos zur Verfügung. Auch in Pandemiezeiten wird das Programm an sich ständig verändernde technische und rechtliche Rahmenbedingungen angepasst.

Lesen Sie hier nach, welche Neuerungen die Version eAntrag 4.6 bereithält.

Aus der Praxis - für die Praxis

In diesen BSH-News können wir Ihnen keinen Praxistipp vorstellen, da uns seit der Ausgabe 1/2020 leider kein Erfahrungsbericht aus Ihrer täglichen Arbeit erreicht hat.

Es muss nichts zu einem aktuellen rechtlichen Thema sein. Es kann auch ein Detail sein, das Ihnen Ihre tägliche Arbeit erleichtert, zum Beispiel bei der Vorbereitung Ihrer Termine, bei der Nutzung von eAntrag oder der telefonischen Antragsaufnahme.

Zur Erinnerung: In den BSH-News 1/2020 hatte Herr Boomgaren (Versichertenältester im Landkreis Aurich) berichtet, wie er mit Anfragen von Versicherten umgeht, die sich bereits nach dem Grundrentenzuschlag erkundigt haben.

Erfahrungsbericht lesen

Haben Sie Ähnliches erlebt? Wie gehen Sie mit Kundenanfragen um? Erzählen Sie uns und anderen Antrag aufnehmenden Stellen davon. Berichten Sie aus Ihrer Arbeit zu den Themen Rehabilitation, Versicherung oder Rente. Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen sowie Tipps und Tricks! Bitte melden Sie sich per E-Mail bei Silke Steingraeber.

Gerne stehen wir für fachliche Fragen der Antrag aufnehmenden Stellen zur Verfügung

Frau FüllingAuskunft und Beratung Braunschweig0531 7006-632
Herr JankowskiAuskunft und Beratung Göttingen0551 70705-13
Herr KlinzAuskunft und Beratung Hannover0511 829-1516
Frau SchellenbergAuskunft und Beratung Hannover0511 829-1515
Herr WolbersAuskunft und Beratung Leer0491 92763-17
Frau KelmAuskunft und Beratung Lüneburg04131 7595-10
Frau DobeAuskunft und Beratung Osnabrück0541 35077-121
Herr RussAuskunft und Beratung Osnabrück0541 35077-115
Frau MöllerAuskunft und Beratung Stade04141 4094-33

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Wir benachrichtigen Sie gerne per E-Mail, wenn die nächste Ausgabe veröffentlicht wird, voraussichtlich Ende Mai 2021. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter-Service an.

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