Zukunft der Rehabilitation im Fokus
Fachkräfte der Sozialdienste tagten im Reha-Zentrum Bad Driburg
Datum: 09.06.2026
„Zukunft Reha: digital, vernetzt, menschlich“: Unter diesem Motto fand die diesjährige Tagung der Sozialdienste in der Klinik Berlin des Reha-Zentrums Bad Driburg statt, einer Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung Bund. Vertreterinnen und Vertreter der Sozialdienste von Akutkrankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und weiteren Institutionen des Gesundheitswesens kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven in der Rehabilitation auszutauschen.
Sozialdienste übernehmen im Gesundheitswesen eine wichtige Schnittstellenfunktion: Sie beraten Patientinnen und Patienten in sozialen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragen, unterstützen bei der Organisation weiterführender Hilfen und begleiten die Übergänge zwischen Akutbehandlung, Rehabilitation und Nachsorge. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu einer ganzheitlichen und patientenorientierten Versorgung.
Einen Fachaustausch ermöglichte im Mai die Tagung an der Klinik Berlin des Reha-Zentrums Bad Driburg. In seiner Eröffnungsrede betonte Dr. Gregor Kosmützky, ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums, die Relevanz einer engen Zusammenarbeit aller Berufsgruppen für den Rehabilitationserfolg: „Die Klinik Berlin ist eine Einrichtung mit den Schwerpunkten Orthopädie, Kardiologie und Diabetologie und steht für einen integrierten, interdisziplinären Ansatz.“ Dieser Grundgedanke zog sich als roter Faden durch das gesamte Tagungsprogramm.
Einen ersten Schwerpunkt bildete ein Vortrag zur Rehabilitation bei Schultererkrankungen. Vorgestellt wurden moderne Reha-Konzepte, die darauf abzielen, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und die gesellschaftliche sowie berufliche Teilhabe zu sichern, denn Erkrankungen der Schulter bilden die häufigste Ursache für Einschränkungen im Berufs- und Alltagsleben und längere Arbeitsunfähigkeitszeiten.
Großes Interesse fand der Beitrag zur „Reha für pflegende Angehörige“, einem inzwischen bundesweit beachteten Angebot des Reha-Zentrums. Mehr als 1.100 Person haben dieses Angebot seit seiner Einführung bereits genutzt und damit der eigenen Gesundheit etwas Gutes getan: Angehörige, die häufig über viele Jahre pflegebedürftige Familienmitglieder betreuen, sind dabei selbst erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Das vorgestellte Konzept ermöglicht ihnen eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Rehabilitation und trägt dazu bei, die eigene Gesundheit ebenso wie die häusliche Versorgungssituation langfristig zu stabilisieren.
Ein Vortrag zur Post-COVID-Rehabilitation gab Einblick in aktuelle Erkenntnisse und rehabilitative Behandlungsansätze für Menschen, die auch noch Jahre nach einer COVID-19-Erkrankung unter Beschwerden wie Fatigue, Konzentrationsstörungen oder eingeschränkter Belastbarkeit leiden. Vorgestellt wurden multimodale Konzepte, die körperliche Aktivierung, psychosoziale Unterstützung und individuelle Belastungssteuerung („Pacing“) verbinden. Deutlich wurde, dass Rehabilitation für viele Betroffene ein zentraler Baustein zurück in Alltag und Beruf ist.
Die Auswirkungen der laufenden Krankenhausreform auf die soziale Arbeit im Gesundheitswesen waren ebenfalls Thema: Kürzere Verweildauern, zunehmende Spezialisierung und komplexere Unterstützungsbedarfe erfordern eine immer engere Koordination zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen. Die Sozialdienste fungieren hierbei als strategische Partner einer patientenzentrierten Versorgung und als wichtige Lotsen durch das Gesundheits- und Rehabilitationssystem.
Im Themenfeld Digitalisierung wurde das digitale Überleitungsmanagement zwischen Akutkrankenhaus und Rehabilitationsklinik vorgestellt. Digitale Plattformen ermöglichen eine schnellere und strukturiertere Informationsübermittlung, verkürzen Wartezeiten und erleichtern die Planung von Anschlussrehabilitationen. Digitale Lösungen werden somit künftig einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität leisten, ohne den persönlichen Kontakt zu ersetzen.
Prävention, betriebliche Gesundheitsförderung und frühzeitige Unterstützungsangebote für Beschäftigte standen im Mittelpunkt des Vortrags „Erfolgsfaktor Mitarbeitergesundheit“ vom Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung Bund. Vorgestellt wurde unter anderem das Präventionsprogramm „rv-fit“, mit dem Unternehmen und Beschäftigte bei der langfristigen Sicherung der Arbeitsfähigkeit unterstützt werden.
Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. „Die Tagung hat gezeigt, dass die Zukunft der Rehabilitation nur durch das Zusammenspiel von medizinischer Kompetenz, sozialer Unterstützung, Digitalisierung und sektorenübergreifender Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet werden kann“, betonte Kosmützky.
Kurz vorgestellt: Das Reha-Zentrum Bad Driburg
Die Klinik Berlin gehört zum Reha-Zentrum Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung Bund und liegt im Naturpark Teutoburger Wald – Eggegebirge. Behandlungsschwerpunkte sind Orthopädie, Kardiologie und Diabetologie sowie Reha für pflegende Angehörige und Post-COVID-Reha. Behandelt werden außerdem Begleiterkrankungen wie Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus sowie Erkrankungen der Atemwege. Angeboten werden stationäre und ambulante Rehabilitationen sowie Anschlussrehabilitationen (AHB). Die Klinik verfügt über 288 Betten. In Jahresrankings zählt sie regelmäßig zu den besten orthopädischen und kardiologischen Reha-Einrichtungen Deutschlands. Weitere Infos bietet die Website Reha-Zentrum Bad Driburg | Klinik Berlin | Klinik Berlin in Bad Driburg.