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Verlaufseffekte in der medizinischen Rehabilitation - Meta-Analyse (VEMA)

Dr. Michael Schuler, Prof. Dr. Dr. Hermann Faller, Universität Würzburg

Hintergrund und Zielsetzung

Seit Beginn des Förderschwerpunktes „Rehabilitationswissenschaften“ 1998 wurde eine Vielzahl von Studien durchgeführt, in denen zu Beginn und am Ende einer stationären medizinischen Rehabilitation sowie zu (mindestens) einem Nacherhebungszeitpunkt Daten zur Bestimmung von Verlaufseffekten erhoben wurden. Bisher vorliegende Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, in denen die Forschungsergebnisse studienübergreifend zusammengeführt werden, liegen jedoch über 10 Jahre zurück und fokussieren meist nur einzelne Diagnosegruppen. Ein Großteil der durchgeführten Studien konnte folglich noch nicht berücksichtigt werden, um die derzeitige Evidenzlage systematisch abzubilden.

Gegenstand des Projektes ist daher eine metaanalytische Zusammenfassung von rehabilitationswissenschaftlichen Studien zu Verlaufseffekten in relevanten gesundheitsbezogenen und sozialmedizinischen Parametern für die quantitativ wichtigsten Reha-Indikationen. Zudem sollen verschiedene indikationsspezifische Zielgrößen sowie der Einfluss von patientenseitigen und studienbezogenen Merkmalen auf die Prä-Post-Effekte analysiert werden.

 

Design und Methodik

Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um ein systematisches Review und eine Meta-Analyse von rehabilitationswissenschaftlichen Studien mit einem Prä-Post-Design.

Es sollen nur Studien einbezogen werden, die ab 1998 durchgeführt wurden und die Daten zu Beginn sowie zu mindestens einem Messzeitpunkt nach einer stationären medizinischen Rehabilitation in den Indikationen Orthopädie, Kardiologie, Onkologie, Pneumologie, Stoffwechselerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen oder Psychosomatik erhoben haben. Dabei müssen die Daten in mindestens einem relevanten indikationsübergreifenden oder indikationsspezifischen Outcome valide erhoben worden sein.  

Kern der methodischen Vorgehensweise ist eine systematische Literatursuche zu Studien, die die definierten Einschlusskriterien erfüllen. Für die eingeschlossenen Studien werden bei den Autoren bzw. den entsprechenden Instituten anonymisierte Originaldaten angefragt. Wenn Primärdaten nicht in die Analysen aufgenommen werden können, werden veröffentlichte Ergebnisse als aggregierte Daten ausgewertet.

Nutzung und Verwendungsmöglichen der Forschungsergebnisse

Die Ergebnisse liefern erstmalig Erkenntnisse zur Schätzung von mittleren Verlaufseffekten, zu Verlaufstypen nach Indikation sowie zu relevanten Einflussfaktoren auf den Erfolg medizinischer Rehabilitation. Die Ergebnisse können zur Entwicklung neuer Interventionsansätze, zur weiterführenden gesundheitsökonomischen Analyse sowie zur Qualitätssicherung genutzt werden. Aus Sicht der rehabilitationswissenschaftlichen Forschung können die Ergebnisse u. a. auch bei der Planung von Interventionsstudien genutzt werden, da sie eine Abschätzung der Reha-Effekte ermöglichen und damit die Bestimmung der notwendigen Fallzahlen unterstützen. Darüber hinaus liefert die Studie einen Überblick über den bisherigen Stand rehabilitationswissenschaftlicher Forschung im Hinblick auf Prä-Post-Designs der letzten 18 Jahre. Dadurch können Forschungslücken identifiziert und künftige Studien fundierter geplant werden.