Deutsche Rentenversicherung

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Wir möchten gerne unsere Webseite verbessern und dafür anonyme Nutzungsstatistiken erheben. Dürfen wir dazu vorübergehend ein Statistik-Cookie setzen? Hierbei wird zu keiner Zeit Ihre Nutzung unserer Webseite mit persönlichen Daten in Verbindung gebracht.
Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Auf dieser Seite ist auch jederzeit der Widerruf Ihrer Einwilligung möglich.

OK

Laufende Projekte

Projekte, die von der Deutschen Rentenversicherung außerhalb von Förder- und Forschungsschwerpunkten gefördert werden.

Laufzeit und Projekte

Juli 2017 bis Dezember 2020 - Verlaufseffekte in der medizinischen Rehabilitation - Meta-Analyse (VEMA)

Dr. Michael Schuler, Prof. Dr. Dr. Hermann Faller, Universität Würzburg

Hintergrund und Zielsetzung

Seit Beginn des Förderschwerpunktes „Rehabilitationswissenschaften“ 1998 wurde eine Vielzahl von Studien durchgeführt, in denen zu Beginn und am Ende einer stationären medizinischen Rehabilitation sowie zu (mindestens) einem Nacherhebungszeitpunkt Daten zur Bestimmung von Verlaufseffekten erhoben wurden. Bisher vorliegende Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, in denen die Forschungsergebnisse studienübergreifend zusammengeführt werden, liegen jedoch über 10 Jahre zurück und fokussieren meist nur einzelne Diagnosegruppen. Ein Großteil der durchgeführten Studien konnte folglich noch nicht berücksichtigt werden, um die derzeitige Evidenzlage systematisch abzubilden.

Gegenstand des Projektes ist daher eine metaanalytische Zusammenfassung von rehabilitationswissenschaftlichen Studien zu Verlaufseffekten in relevanten gesundheitsbezogenen und sozialmedizinischen Parametern für die quantitativ wichtigsten Reha-Indikationen. Zudem sollen verschiedene indikationsspezifische Zielgrößen sowie der Einfluss von patientenseitigen und studienbezogenen Merkmalen auf die Prä-Post-Effekte analysiert werden.

Design und Methodik

Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um ein systematisches Review und eine Meta-Analyse von rehabilitationswissenschaftlichen Studien mit einem Prä-Post-Design.

Es sollen nur Studien einbezogen werden, die ab 1998 durchgeführt wurden und die Daten zu Beginn sowie zu mindestens einem Messzeitpunkt nach einer stationären medizinischen Rehabilitation in den Indikationen Orthopädie, Kardiologie, Onkologie, Pneumologie, Stoffwechselerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen oder Psychosomatik erhoben haben. Dabei müssen die Daten in mindestens einem relevanten indikationsübergreifenden oder indikationsspezifischen Outcome valide erhoben worden sein.  

Kern der methodischen Vorgehensweise ist eine systematische Literatursuche zu Studien, die die definierten Einschlusskriterien erfüllen. Für die eingeschlossenen Studien werden bei den Autoren bzw. den entsprechenden Instituten anonymisierte Originaldaten angefragt. Wenn Primärdaten nicht in die Analysen aufgenommen werden können, werden veröffentlichte Ergebnisse als aggregierte Daten ausgewertet.

Nutzung und Verwendungsmöglichen der Forschungsergebnisse

Die Ergebnisse liefern erstmalig Erkenntnisse zur Schätzung von mittleren Verlaufseffekten, zu Verlaufstypen nach Indikation sowie zu relevanten Einflussfaktoren auf den Erfolg medizinischer Rehabilitation. Die Ergebnisse können zur Entwicklung neuer Interventionsansätze, zur weiterführenden gesundheitsökonomischen Analyse sowie zur Qualitätssicherung genutzt werden. Aus Sicht der rehabilitationswissenschaftlichen Forschung können die Ergebnisse u. a. auch bei der Planung von Interventionsstudien genutzt werden, da sie eine Abschätzung der Reha-Effekte ermöglichen und damit die Bestimmung der notwendigen Fallzahlen unterstützen. Darüber hinaus liefert die Studie einen Überblick über den bisherigen Stand rehabilitationswissenschaftlicher Forschung im Hinblick auf Prä-Post-Designs der letzten 18 Jahre. Dadurch können Forschungslücken identifiziert und künftige Studien fundierter geplant werden.

Juni 2018 bis Dezember 2020 - Entwicklung eines Instrumentenkatalogs und eines Handlungsleitfadens für Rehabilitationseinrichtungen und Rehabilitationsträger zur Umsetzung einer diversitätssensiblen Versorgung (DiversityKat)

Jun.-Prof. Dr. Patrick Brzoska, Universität Witten/Herdecke
Prof. Dr. Oliver Razum, Universität Bielefeld

Ziel und Fragestellungen

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Instrumentenkatalogs und Handlungsleitfadens, die Rehabilitationseinrichtungen und Rehabilitatiosträger bei der Umsetzung einer diversitätssensiblen Versorgung unterstützen können. Hierfür werden zunächst verfügbare Instrumente einer diversitätssensiblen Versorgung auf Basis eines systematischen Reviews und einer Befragung ambulanter und stationärer Versorgungseinrichtungen zusammengestellt und deren Übertragbarkeit auf die rehabilitative Versorgung bewertet (Teilziel 1). Auf Grundlage der Ergebnisse wird der Entwurf eines Instrumentenkatalogs und eines Handlungsleitfadens erstellt (Teilziel 2). Dieser Entwurf wird im Rahmen eines partizipativen Delphi-Prozesses gemeinsam mit einer Auswahl von Rehabilitationseinrichtungen und Verantwortlichen bei Rehabilitationsträgern konsentiert (Teilziel 3).

Forschungsdesign und methodische Vorgehensweise

Systematischer Literaturreview (A), postalische Befragung von rehabilitativen und nicht-rehabilitativen Versorgungseinrichtungen (B), partizipativer Delphi-Prozess (C) bestehend aus qualitativen Fokusgruppenbefragungen (C, Schritt 1), einem Diskussionszirkel mit Rehabilitationsträgern (C, Schritt 2) und einem Delphi-Survey in Rehabilitationseinrichtungen (C, Schritt 3)

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

In dem Projekt werden Instrumente einer diversitätssensiblen Versorgung systematisch erfasst und deren Umsetzbarkeit in der medizinischen Rehabilitation bewertet. Das Projekt schließt damit an vorhergehende Projekte zur migrationssensiblen Versorgung und deren Ergebnisse an und weitet den Blickwinkel auf die Unterschiedlichkeit aller Rehabilitanden aus.

Sowohl auf Seiten der Rehabilitanden, deren Bedürfnisse zum Teil nicht hinreichend berücksichtigt werden, als auch auf Seiten der Mitarbeiter, die sich für manche Situationen eine Unterstützung durch mehr Information bzw. Handlungsmöglichkeiten wünschen, besteht zum Teil, das zeigt sich in Untersuchungen, Unzufriedenheit. Dies kann das Outcome der Rehabilitation negativ beeinflussen. Ein Teil dieser Unzufriedenheit könnte, wie in anderen Wirtschafts- und Dienstleistungsbereichen auch, durch die Implementierung von Diversity-Instrumenten abgemildert werden. In den Handlungsleitfaden sollen die unterschiedlichen und einzeln einsetzbaren Instrumente und Strategien, die es Reha-Einrichtungen und ihren Mitarbeitern erleichtern können, adäquat mit den unterschiedlichen Patientengruppen und ihren verschiedenen Bedarfen umzugehen, eingebettet werden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Förderung einer nutzerorientierteren rehabilitativen Versorgung. Auch könnten dadurch Zugangsbarrieren für einzelne Gruppen, wie sie beispielsweise für Migranten verstärkt bestehen, verringert werden.

Für die Entwicklung des Instrumentenkatalogs und des Handlungsleitfadens werden im Projekt im Sinne eines partizipativen Forschungsansatzes Rehabilitationseinrichtungen und -träger als relevante Stakeholder bei der Implementierung diversitätssensibler Instrumente frühzeitig und umfassend eingebunden.

November 2018 bis Dezember 2020 - Erstellung eines evidenz- und kompetenzbasierten Lernzielkatalogs zur Weiterentwicklung der Gegenstandkataloge des IMPP als Grundlage für die Staatsexamina im Bereich Prävention und Rehabilitation

Prof. Dr. Jana Jünger, Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz

Nähere Informationen folgen.

August 2017 bis März 2021 - Rehabilitationsbedarf und -inanspruchnahme bei älteren Erwerbstätigen mit und ohne Migrationshintergrund in der BRD – eine Untersuchung mit der lidA-Kohortenstudie

Prof. Dr. med. Hans Martin Hasselhorn, Fachgebiet Arbeitswissenschaft, Bergische Universität Wuppertal
Prof. Dr. med. Oliver Razum, AG 3 Epidemiologie & International Public Health, Universität Bielefeld

Hintergrund

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die inzwischen 16,4 Millionen Personen umfassende „Bevölkerung mit Migrationshintergrund“ macht mit 20 % einen substanziellen Anteil an der Gesamtbevölkerung sowie mit knapp 7,4 Millionen Personen 18,4 % der Erwerbstätigen aus. Sie ist u. a. aufgrund unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und Bildungsstatus eine heterogene Gruppe. Personen mit Migrationshintergrund (PmM) unterscheiden sich in ihrer Gesundheit von Personen ohne Migrationshintergrund (PoM). So weisen migrierte Personen (1. Generation) einerseits den so genannten healthy migrant effect auf, d.h. sie sind durchschnittlich gesünder als die Bevölkerung im Herkunftsland, andererseits treten bei Menschen mit Migrationshintergrund im Zielland im Vergleich zu PoM häufiger chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und psychische Erkrankungen auf. PmM haben häufig einen niedrigeren sozioökonomischen Status und sind oftmals ungünstigeren Lebensbedingungen ausgesetzt. Vor allem Ältere unter ihnen haben zudem eine geringere Health Literacy. Das bedeutet, sie können Gesundheitsinformationen schlechter finden, verstehen und beurteilen und daher weniger gut eine informierte Entscheidung treffen. Arbeitsbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind oft physisch und psychisch belastend.

Ergebnisse aus Versorgungsstudien zeigten, dass gesundheitliche Versorgungsangebote von Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund unterschiedlicher Barrieren deutlich weniger in Anspruch genommen werden. Dies trifft u. a. auf die medizinischen Rehabilitationsleistungen zu. Es gibt vielfältige Barrieren beim Zugang zur medizinischen Rehabilitation. Barrieren finden sich in den Bereichen Sprache, Wissen, Religion/Kultur/Milieu sowie Diskriminierung. Auf der Individuums-Ebene werden als migrantenspezifische Zugangsbarrieren unzureichende Deutschkenntnisse, Ängste, Misstrauen und fehlende bzw. falsche Informationen zum Rehabilitationssystem genannt.

Untersuchungsziel

Die geringere Inanspruchnahme von Leistungen der Medizinischen Rehabilitation durch Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist hierzulande gut belegt. Allerdings machten sie nur 42 % aller erwerbstätigen PmM aus. In welchem Ausmaß weitere PmM-Untergruppen solche Leistungen in Anspruch nehmen, ist unzureichend untersucht.

Gegenstand des beantragten Projekts ist die differenzierte, quer- und längsschnittliche Untersuchung der Bedarfe von Rehabilitationsleistungen (objektiv: bspw. ärztliche Empfehlung einer Rehabilitation bzw. definiert durch Gesundheit- und Funktionsindikatoren), der von der befragten Person geäußerten Bedürfnisse (subjektiv: Wunsch nach Rehabilitationsmaßnahme) und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen von älteren ArbeitnehmerInnen mit und ohne Migrationshintergrund (Selbstbericht so-wie zugespielte DRV-Prozessdaten) – sowie differenziert für deren Untergruppen.

Folgende Forschungshypothesen sollen im Rahmen des Projekts lidA-DRV untersucht werden:

H1: Die Inanspruchnahme medizinischer rehabilitativer Versorgung von älteren erwerbstätigen Menschen mit Migrationshintergrund unterscheidet sich nicht von äl-teren Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund.

H2: Die Inanspruchnahme medizinischer rehabilitativer Versorgung von älteren erwerbstätigen Menschen mit Migrationshintergrund unterscheidet sich nach Staatsangehörigkeit. Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit nehmen eine rehabilitative Versorgung weniger häufig in Anspruch als Migrantengruppen mit deutscher Staatsangehörigkeit (v. a. 2. Generation, Aussiedler).

H3: Das unterschiedliche Inanspruchnahmeverhalten von Personengruppen mit Migrationshintergrund (1. Generation vs. 2. Generation, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus) lässt sich über den Migrationsstatus hinaus primär auf Zugangshindernisse (wie Herkunftsland , Bildungsstatus, ausgeübter Beruf, Sprachkenntnisse und Kenntnis des deutschen Gesundheitssystems (Health Literacy)) zurückführen.

H4: Der Bedarf an Rehabilitationsleistungen steht in einem Zusammenhang mit häufigen monotonen repetitiven einseitigen Belastungen und schweren körperlichen Arbeitstätigkeiten (mit physischen und psychischen Langzeitfolgen), denen Untergruppen der PmM häufiger ausgesetzt sind. Daher findet sich in Untergruppen der PmM ein höherer Bedarf an Rehabilitationsleistungen als bei PoM.

H5: Trotz höheren Bedarfs in verschiedenen Untergruppen der PmM (insbesondere PmM mit ausländischer Staatsangehörigkeit) ist deren Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen geringer als bei PoM.

H6: Die Bedürfnisse einer rehabilitativen Leistung stehen im Zusammenhang mit persönlichen Hilfeleistungen (sozialer Unterstützung), dem Sozialstatus, einem Migrationshintergrund und der Health Literacy.

Forschungsdesign und methodische Vorgehensweise

Datengrundlage ist die seit 2009 laufende lidA-Studie (www.lida-studie.de), eine umfangreiche repräsentative prospektive Kohortenstudie mit Fokus auf „Arbeit, Alter, Gesundheit und Erwerbsteilhabe“. Die lidA-Studie erlaubt aufgrund ihres kohort-sequenziellen Designs, ihrer großen Teilnehmerzahl und hohen Repräsentativität mittelfristig die differenzierte Untersuchung von Langzeiteffekten der Arbeit auf Gesundheit und Erwerbsteilhabe in einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung aus interdisziplinärer Perspektive. Hierzu werden sozialversichert Beschäftigte der deutschen Baby-Boomer-Kohorten, nämlich der Jahrgänge 1959 und 1965 (NWelle1(2011) = 6585, NWelle2(2014) = 4244), in 3-Jahres-Abständen zu Hause persönlich befragt (Computer Assisted Personal Interview, CAPI). In den ersten beiden lidA-Wellen (2011, 2014) wurden verschiedene Indikatoren zu Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe sowie zu privaten und sozialen Rahmenbedingungen erhoben.

Die Untersuchung der oben formulierten Hypothesen basiert auf den bisher vorliegenden Befragungsdaten der Erhebungswellen I und II sowie einem spezifischen Fragemodul, welches der Erhebungswelle III (Ende 2017) beigefügt wird. Ein zweiter Bestandteil des Vorhabens ist die geplante Zuspielung von DRV-Prozessdaten, so dass retro- und prospektiv objektive Endpunkte der Inanspruchnahme von Reha-Maßnahmen (sowie weiterer Leistungen) der DRV den Befragungsdaten zugespielt werden können.
Geplante statistische Analyseverfahren sind je nach Fragestellung u.a. multiple Regressionsmodelle, Hierarchische Modelle, Proportional-Hazard Regressionen, Strukturgleichungsmodelle.

Verwertung

Insgesamt liefern die Ergebnisse der lidA-Studie Welle III neue Hinweise auf Rehabedarfe, -potenziale und -Ansatzpunkte in Bezug auf verschiedene Gruppen älterer Beschäftigter – insbesondere Gruppen mit unterschiedlichem Migrationsstatus. Sie können dazu beitragen, die Rehabilitation so weiterzuentwickeln, dass sie die Diversität ihrer Versicherten berücksichtigt und Barrieren abbaut.

November 2018 bis März 2021 - Nicht-organische Schlafstörungen: Indikatives Paket für stationäre psychosomatische Rehabilitation

Prof. Dr. Andrea Kübler, Dr. Clemens Speth, Dr. Jana Speth, Lehrstuhl für Psychologie I, Interventionspsychologie, Universität Würzburg

Zielstellung

Evaluation und Manualisierung einer kognitiv-behavioralen schlaftherapeutischen Intervention für die stationäre psychosomatische Rehabilitation.

Intervention/Evaluation

  • Interventionsgruppen: schlaftherapeutische Gruppentherapie, Schlafsprechstunde, Schlafreduktionsverfahren (jeweils zusätzlich zu der regulären Gruppentherapie und der regulären Einzeltherapie)
  • Kontrollgruppen: reguläre Gruppen- und Einzeltherapie, quantitativer Ausgleich durch reguläres Therapieangebot
  • Evaluation: Quantitative Analyse der Symptomveränderung
  • Quantitative Analyse: (psychometrische Tests, Fragebögen)
    Interventionsgruppen versus Kontrollgruppen, Vergleich der Interventionsgruppen der verschiedenen Standorte (multizentrisches Studiendesign)
  • Stichprobengröße: 330 RehabilitandInnen
    Einschlusskriterien: RehabilitandInnen mit Anpassungsstörungen oder depressiven Episoden (leichter bis mittlerer Schweregrad, erstmalig oder rezidivierend), bei denen zusätzlich Schlafstörungen bestehen
    Ausschlusskriterien: organische Schlafstörungen, bipolare Störungen, psychotische oder dissoziative Symptome, primär hirnorganische oder andere Störungen, die nach klinischem Eindruck einer Schlaftherapie entgegenstehen.
  • Kontrollgruppen: reguläre Gruppen- und Einzeltherapie, quantitativer Ausgleich durch reguläres Therapieangebot
  • Evaluation: Quantitative Analyse der Symptomveränderung
  • Quantitative Analyse: (psychometrische Tests, Fragebögen)
    Interventionsgruppen versus Kontrollgruppen, Vergleich der Interventionsgruppen der verschiedenen Standorte (multizentrisches Studiendesign)
  • Stichprobengröße: 330 RehabilitandInnen
    Einschlusskriterien: RehabilitandInnen mit Anpassungsstörungen oder depressiven Episoden (leichter bis mittlerer Schweregrad, erstmalig oder rezidivierend), bei denen zusätzlich Schlafstörungen bestehen
    Ausschlusskriterien: organische Schlafstörungen, bipolare Störungen, psychotische oder dissoziative Symptome, primär hirnorganische oder andere Störungen, die nach klinischem Eindruck einer Schlaftherapie entgegenstehen.

Nutzung und Verwendungsmöglichkeiten der Forschungsergebnisse

Nicht-organische Schlafstörungen schränken bekanntermaßen das Leistungsbild und die Teilhabe deutlich ein. Ziel ist eine evaluierte, manualisierte, schlaftherapeutische Intervention für die stationäre (psychosomatische) Rehabilitation.

Januar 2019 bis Juli 2021 - Übersetzung und Anpassung des Work Disability Functional Assessment Battery WD-FAB-Instruments in die deutsche Sprache und psychometrische Validierung zur Entwicklung eines computeradaptiven Testsystems (CAT)

Prof. Dr. Thomas Kohlmann, Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald

Nähere Informationen folgen.

Oktober 2019 bis September 2021 - Manualisierungs- und Evaluationsprojekt zum einheitlichen Bewertungssystem für das medizinische Konzept einer Reha-Einrichtung auf der Basis der konsentierten Orientierungsgliederung (MedKonz)

BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit GmbH, Hamburg
Sektion für Versorgungsforschung (SEVERA), Universitätsklinikum Freiburg

Nähere Informationen folgen.

Juni 2019 bis Mai 2022 - Gesamtevaluation der Modellprojekte zum Ü-45-Checkup nach § 14 Abs. 3 SGB VI

Prof. Dr. Eva Bitzer, Pädagogische Hochschule Freiburg

Ziele/Fragestellungen

Im Kontext der Ausgestaltung der Leistungen im Rahmen des Flexirentengesetzes (§ 14 Abs. 3 Satz 2 SGB VI) werden von den Rentenversicherungsträgern unterschiedliche Wege erprobt, um berufsbezogene Probleme durch Screeninguntersuchungen für Menschen über 45 Jahre frühzeitig zu erkennen. Die Rentenversicherungsträger haben deshalb eine Vielzahl von Modellprojekten mit unterschiedlichen Strategien hinsichtlich Zugangsweg, Art und Ausmaß der Untersuchung, Zielgruppen auf den Weg gebracht. Nach Abschluss der Projekte muss geklärt werden, ob und wie der Ü45-Check in die Routine überführt werden soll. Hierzu wird neben der Evaluation der Einzelprojekte auch eine Evaluation über alle Modellprojekte hinweg durchgeführt werden. Dafür wurde dieses Forschungsprojekt konzipiert.

Untersuchungsziel

Vergleichende Bewertung von Strategien zur Identifikation von DRV-Versicherten mit erhöhtem Risiko für erwerbsbezogene Teilhabestörungen:

  1. Deskription der Modellstrategien (MS);
  2. Akzeptanz der MS aus Sicht aller Prozessbeteiligten (Versicherte, RV-Träger, ggf. weitere Akteure);
  3. Prädiktiver Wert & Effektivität der MS;
  4. Ressourcenverbrauch

Projektdauer

36 Monate, mittelfristiges Follow-up nach 60 und ggf. 120 Monaten

Studientyp/Studiendesign

1. und 2. einmalige querschnittliche Erhebungen
3. prospektive quasi-experimentelle Kohortenstudie(n)
4. gesundheitsökonomische Betrachtung

Methodische Vorgehensweise

  1. Teilstandardisierte Erfassung zentraler Merkmale der MS;
  2. quantitative & qualitative Erhebungsmethoden;
  3. Matching von Interventionsgruppe(n) und Kontrollgruppen (z. B. über propensity score) und längsschnittliche Beobachtung;
  4. Monetarisierung der Ressourcenverbräuche

Datenbasis

  1. Primärdaten,
  2. standardisierte Versichertenbefragung, teilstandardisierte Befragungen;
  3. Falldokumentation und RV-Prozessdaten der Jahre 2016 bis 2019 (ggf. für das Follow up bis 2022 und 2027);
  4. Daten aus 1. und 3. und Monetarisierung

Stichprobe / Ein- und Ausschlusskriterien

Interventionsgruppe: Zielgruppen und Stichprobenumfang nach Maßgabe der Modellprojekte

Stichprobengröße

  1. ca. n=6 bis 10 Modellprojekte;
  2. max. n=200 Versicherte pro Modellprojekt, Vertreter möglichst aller an einer MS beteiligten professionellen Akteure;
  3. möglichst alle im jeweiligen Modellprojekt adressierten Versicherten und im Verhältnis 1:1 Kontrollgruppe

Datenanalyse

Zielgrößen: 1., 2. & 4. deskriptive & multivariable Analysen, qualitative Inhaltsanalyse
3. z. B. in Anspruch genommene Reha-Maßnahmen, EMRQuote, Tage bis EMR, Analyseverfahren; je Zielgröße und Modellvorhaben u.a. logistische und Cox-Regression, ANCOVA; Intention-to-treat Analyse

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Belastbare Aussagen zur Effektivität und Effizienz der in den Modellvorhaben verwendeten Strategien zur Identifikation von DRV-Versicherten mit erhöhtem Risiko für Teilhabestörungen.

Oktober 2020 bis September 2022 – Auswirkungen der SARS‐CoV‐2-Pandemie auf Zugang, Inanspruchnahme und Ausgestaltung der Sucht-Rehabilitation (CoV-AZuR)

Prof. Dr. Karla Spyra, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Ziele/Fragestellungen

Das Projekt zielt darauf ab, Veränderungen im Bereich der ambulanten und stationären Sucht-Rehabilitation infolge der SARS-CoV-2-Pandemie umfassend zu analysieren, um hieraus Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Sucht-Rehabilitation abzuleiten. Auf organisationaler Ebene sollen organisatorische, strukturelle und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Einrichtungen der Sucht-Rehabilitation sowie die Ausgestaltung von therapeutischen Maßnahmen betrachtet und Herausforderungen und Chancen der veränderten Situation identifiziert werden. Auf Ebene der Rehabilitand*innen sollen Veränderungen in Zugang, Inanspruchnahme und Behandlungsergebnissen (u.a. dauerhafte Abstinenz) im Verlauf und im Vergleich zur Zeit vor der SARS-CoV-2-Pandemie evaluiert werden.

Methoden

Das Projekt nutzt ein Mixed-Method-Design. In Zusammenarbeit mit dem Fachverband Sucht (FVS) sowie dem Bundesverband stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) sollen ambulante und stationäre Einrichtungen der Sucht-Rehabilitation für eine Teilnahme gewonnen werden. Zur Beantwortung der Fragestellungen auf organisationaler Ebene soll eine Organisationsbefragung (Vollerhebung aller Einrichtungen der Sucht-Rehabilitation; Teilnahme von ca. 180 Einrichtungen, 3 Erhebungszeitpunkte) erfolgen, die durch vertiefende leitfadengestützte Telefoninterviews (20-30 Leitungspersonen in Einrichtungen, 2 Erhebungszeitpunkte) ergänzt wird. Zur Abbildung von Auswirkungen auf Ebene der Rehabilitand*innen soll auf Routinedaten (Deutscher Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe) zurückgegriffen werden. Ferner ist eine standardisierte Befragung von Patient*innen zu Beginn ihrer Sucht-Rehabilitation (ca. 150 Rehabilitand*innen, 3 Erhebungszeitpunkte) vorgesehen.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Das Projekt nimmt eine systematische und umfassende Beschreibung der Pandemie-bedingten Veränderungen im Bereich der ambulanten und stationären Suchtrehabilitation vor. Die Analyse möglicher positiver und negativer Entwicklungen hinsichtlich der Zugangswege, der Organisation und des Angebots der rehabilitativen Versorgung sowie des Nachsorgemanagements erlaubt es,  Schlussfolgerungen für die optimierte Versorgung von Menschen mit Suchterkrankungen, aber auch für die Rehabilitation zu ziehen und zu Handlungsempfehlungen zu verdichten.

Oktober 2020 bis September 2022 - Medizinische Rehabilitation in Zeiten von SARS-CoV-2. Eine Mixed-Method-Studie zu Herausforderungen und Bewältigungsstrategien aus intersektionaler Multi-Stakeholder-Perspektive (ReCoVer)

Prof. Dr. Patrick Brzoska, Fakultät für Gesundheit/Department für Humanmedizin, Universität Witten/Herdecke

Untersuchungsziel

Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung von Leitlinien und Empfehlungen, wie die medizinische rehabilitative Versorgung während und nach Pandemien und anderen Public-Health-Krisen bestmöglich aufrechterhalten werden kann. Für die Erstellung eines Handlungskatalogs ist ein Konsentierungsprozess mit allen relevanten Stakeholdern vorgesehen. Dafür sollen erstens die Strategien von Reha-Einrichtungen bzw. ihrer Mitarbeiter*innen zur Bewältigung der Pandemie auf individueller und organisationaler Ebene erfasst werden. Zweitens sollen Erwartungen und Einstellungen (potentieller) Rehabilitand*innen sowie deren Erfahrungen vor, während und nach der rehabilitativen Versorgung im Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie ermittelt werden.

Forschungsdesign und Methodik

Zur Bearbeitung der Fragestellungen wurde ein Mixed-Method-Design gewählt, das qualitative und quantitative Forschungsansätze kombiniert. Im Einzelnen sind dies:

A) eine systematische Analyse („Scoping-Review“) vorliegender nationaler und internationaler Leitlinien/Empfehlungen für Gesundheitseinrichtungen zum Umgang mit Pandemien und anderen Public-Health-Krisen,
B) eine Dokumentenanalyse der Internetseiten von Einrichtungen medizinischer Rehabilitation,
C) qualitative Einzelinterviews mit 16-20 Rehabilitand*innen und 24-30 (potenziellen) Reha-Antragsteller*innen, die über Reha-Einrichtungen und Hausarzt-Praxen rekrutiert werden sollen,
D) eine Online-Befragung von Einrichtungen ambulanter und stationärer medizinischer Rehabilitation (N=1.707) sowie
E) qualitative Einzelinterviews mit 8-10 Mitarbeiter*innen ausgewählter Einrichtungen.

Die Daten aus den Forschungsansätzen A-E werden anschließend zusammengeführt und die Erkenntnisse daraus in einem Diskussionszirkel mit Rehabilitanden*innen und Experten*innen aus dem Bereich rehabilitativer Versorgung sowie aus dem Bereich Ethik diskutiert. Final wird ein Handlungskatalog erarbeitet, in dem Good-Practice-Ansätze konzeptualisiert und Empfehlungen zur Bewältigung der pandemiebedingten Herausforderungen gegeben werden.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Die geplante Entwicklung eines Handlungskatalogs, der die Perspektiven aller an der medizinischen Rehabilitation beteiligten Akteure einbezieht, ist für Reha-Einrichtungen von großem Nutzen, um künftige Pandemien und andere Public-Health-Krisen bewältigen zu können. Neben einer gedruckten Version wird das Handbuch auch in einer Online-Version zur Verfügung gestellt und den Akteuren in der Rehabilitation zugänglich gemacht.

Oktober 2020 bis September 2022 - Lernen von der SARS-COV2 Pandemie: Lektionen für die Zukunft der Leistungserbringung in der ambulanten beruflichen Rehabilitation (CoVaRe)

Prof. Mathilde Niehaus, Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln
Kooperationspartner: Björn Hagen, Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, Köln

Ziele/Fragestellungen

Die berufliche Rehabilitation ist von den Folgen der Pandemie besonders betroffen, viele Leistungen wurden zwischenzeitlich auf Distanzangebote oder Hybridformen umgestellt. In dem Forschungsvorhaben werden diese Anpassungen der beruflichen Rehabilitation erfasst und hinsichtlich der Risiken und Potenziale aus der Perspektive aller aktiv am Prozess beteiligten Akteure bewertet. Daraus werden Implikationen für eine zukünftige Leistungserbringung erarbeitet. Konkrete Fragestellungen sind:

  1. Welche alternativen Formen der Leistungserbringung (Lern- und Beratungsformate) werden in der ambulanten beruflichen Rehabilitation im Zuge der SARS-COV2 Pandemie aktuell umgesetzt?
  2. Welche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sind mit diesen alternativen Lern- und Beratungsformen aus Sicht der verschiedenen Akteur*innen (Versicherte, Mitarbeiter*innen des Leistungserbringers, Mitarbeiter*innen von Betrieben, Leitungskräften des Leistungserbringers, Reha-Berater*innen) verbunden?
  3. Welche Implikationen und guten Praxisbeispiele ergeben sich hieraus für eine zukünftige flexiblere Form der Leistungserbringung in der ambulanten beruflichen Rehabilitation und bezüglich der hierfür benötigten Kompetenzen der beteiligten Akteur*innen?

Methoden

Praxispartner ist die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, ein bundesweit agierender Anbieter für ambulante berufliche Rehabilitation. Für die Datenerhebung ist ein mehrstufiges Vorgehen geplant:

  1. Mittels einer Onlinebefragung mit offenen und geschlossenen Fragen erfolgt eine Erhebung zu aktuellen Lösungen der alternativen Leistungserbringung in der ambulanten beruflichen Rehabilitation der 30 FAW-Akademiestandorte sowie zu Herausforderungen und guten Praxisbeispielen. Befragt werden sollen die Rehakoordinator*innen. Die Auswertung der Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für eine vertiefende Datenerhebung in zwei Projektregionen.
  2. Angelehnt an das strategische-Management-Instrument der SWOT-Analyse werden die verschiedenen Akteursgruppen (Versicherte, Mitarbeiter*innen des Leistungserbringers, Leitungskräfte des Leistungserbringers, betriebliche Ansprechpartner*innen und Reha-Berater*innen der Rentenversicherung) mittels Interviews zu ihrer Perspektive auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der alternativen Formen der Leistungserbringung befragt. Als Projektregionen werden die FAW Akademien in Nordrhein-Westfalen und Sachsen einbezogen, um unterschiedliche Ausgangslagen zu repräsentieren: städtisches / ländliches Umfeld, Westdeutschland / Ostdeutschland, unterschiedliche regionale Arbeitsmärkte etc.
  3. Ziel der anschließenden Perspektivphase ist, die aufbereiteten Ergebnisse der ersten beiden Erhebungsphasen mit einem erweiterten Kreis von strategisch relevanten Akteur*innen aus dem Feld zu diskutieren, um die Erkenntnisse gemeinsam für eine zukünftige Ausgestaltung der Rehabilitation nutzbar zu machen und die Akzeptanz bei den Akteur*innen zu erhöhen. Hierfür soll die Methode des „Victorian Calling“ herangezogen werden, die dazu dient, Forschungsergebnisse und sich daraus ergebende Empfehlungen für die Praxis im Dialog mit Praxis-Expert*innen weiterzuentwickeln.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Es werden für die verschiedenen Perspektiven der verschiedenen Akteur*innen Good Practice Beispiele für die Gestaltung von flexiblen, räumlich und zeitlich unabhängigen Formen der Leistungserbringung bereitgestellt. Daraus lassen sich u.a. Qualifizierungsbedarfe für die Akteur*innen der beruflichen Rehabilitation sowie notwendige Rahmenbedingungen ableiten. Damit liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Pandemie auf die berufliche Rehabilitation. Es ist davon auszugehen, dass die aktuell praktizierten Hybrid-Formate zusätzlich zu der ohnehin stattfindenden Entwicklung in Richtung Arbeit 4.0 einen Digitalisierungsschub in der Rehabilitation mit sich bringen werden.

Oktober 2020 bis November 2022 - KomBi-EMR – Kontextfaktoren der ICF in der sozialmedizinischen Begutachtung im Rahmen der Erwerbsminderungsrente bei muskuloskeletalen Erkrankungen

Prof. Dr. med. Christoph Guntenbrunner, Klinik für Rehabilitationsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover

Nähere Informationen folgen.