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Der neue Rentenbescheid kommt

"Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen“

Datum: 09.03.2018

Mit bis zu 21 Anlagen und manchmal an die 150 Seiten sind die Rentenbescheide bislang sehr umfangreich und häufig schwer verständlich. Deshalb vereinfacht die Deutsche Rentenversicherung gemeinsam mit Sprachberatern des Instituts für Verwaltungskommunikation (InVK) bei der Verwaltungshochschule in Speyer die Bescheide grundlegend und richtet sie auf die Sicht der Kunden aus. "Eine große Herausforderung war es, dass die Änderungen im laufenden Betrieb mit Millionen Kunden vorgenommen werden mussten", beschreibt Sandra Skrzypale, Pressesprecherin der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, das Vorhaben. Das Ganze sei ein riesiges Modernisierungsprojekt, das schrittweise umgesetzt wird. Abgeschlossen sein soll die Überarbeitung der Rentenbewilligungsbescheide im nächsten Jahr.

Der neue Bescheid wird schlanker
Der bisherige Bescheid ist ein Mammutwerk, das aus rund 10.000 Textbausteinen zusammengesetzt wird. Für jeden denkbaren Versicherungsfall gibt es einen vorgefertigten Text, der individuell und maschinell im Bescheid aufgenommen wird. Alle diese Textbausteine werden nun sprachlich, inhaltlich und vom Aufbau her für den neuen Bescheid überarbeitet. Dieser wird deutlich vereinfacht. Allein der Basisbescheid umfasste bislang 18 Seiten, mit der Reform werden es ab Ende März nur noch zwölf sein. Denn dann fallen Anlagen mit umfangreichen Zahlenkolonnen zur Berechnung der Rente weg, die für Laien nicht immer nachvollziehbar waren. Sie werden durch verständliche Erläuterungen ersetzt werden. „Von den seitenlangen Berechnungen fühlten sich viele Leute überfordert“, sagt der Verwaltungswissenschaftler Burkhard Margies vom InVK. Daher laute das neue Motto: erläutern statt berechnen. Wer diese Informationen jedoch im Einzelfall benötigt, kann sie schnell und unbürokratisch bei der Rentenversicherung anfordern.

„Der Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen“, fasst Sandra Skrzypale zusammen, „aber natürlich so, dass er auch von Richtern grünes Licht erhält und justiziabel bleibt.“ Jeder der bisher erfolgten Schritte habe zu sichtbaren und messbaren Verbesserungen für die Kunden geführt. Viele Orientierungshilfen erleichtern heute schon den Einstieg in den Bescheid.

Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern ist mit rund 3.000 Beschäftigten an den Standorten Bayreuth und Würzburg, acht Auskunfts- und Beratungsstellen sowie trägereigenen Rehabilitationskliniken ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
Sie betreut 1,6 Millionen Versicherte und 851.000 Rentner und verfügt im Jahr 2018 über ein Haushaltsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro.