Deutsche Rentenversicherung

Solide Rentenfinanzen trotz Pandemie

  • Vertreterversammlung tagt in Speyer
  • Rentenpläne der neuen Bundesregierung vorgestellt
  • Berechnung der Grundrente planmäßig angelaufen
  • Reha-Kliniken mit neuen Angeboten für Post-Covid-Patienten

Datum: 10.12.2021

Ein stabiler Beitragssatz, eine noch gut gefüllte Nachhaltigkeitsrücklage und eine deutliche Rentenanpassung für die Rentnerinnen und Rentner im nächsten Jahr: Die gesetzliche Rentenversicherung hat sich in der Corona-Pandemie gut behauptet. „Seither hat sich das Leben der Menschen stark verändert“, berichtete heute Vorstandsvorsitzende Myriam Lauzi (Versichertenseite) den Delegierten der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz in Speyer. „Die Pandemie macht die sozialen Unterschiede sichtbarer. Umso erfreulicher sei es, dass die gesetzliche Rentenversicherung als zuverlässiger und stabiler Partner agieren kann.“

Eckpunkte des Koalitionsvertrags vorgestellt

Myriam Lauzi informierte auch über die für die Rentenversicherung wichtigsten Eckpunkte des Koalitionsvertrags der neuen Bundesregierung. Nach dem Willen der Ampel-Koalitionäre soll das umlagefinanzierte Rentensystem um eine teilweise Kapitaldeckung erweitert, ein flexibler Renteneintritt nach skandinavischem Vorbild eingeführt und Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichtet werden. Der Beitragssatz soll stabilisiert und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Die doppelte Haltelinie, die seit 2019 dafür sorgt, dass das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung nicht unter 48 Prozent absinkt und gleichzeitig der Beitragssatz unter 20 Prozent bleibt, soll weiter gelten. Mit dem auf 12 Euro steigenden Mindestlohn geht eine auf 520 Euro angepasste Minijob-Grenze einher, was Myriam Lauzi kritisch sieht: „Minijobs sind für viele Menschen und vor allem für Frauen eine Falle und verdrängen sozial abgesicherte Arbeitsplätze“. Besonders Teilzeitarbeitsverhältnisse müssten von Anfang an in die Sozialversicherungspflicht einbezogen werden. 

Für Myriam Lauzi war es eine Premiere: Als neue Vorstandsvorsitzende berichtete sie den Delegierten zum ersten Mal.Quelle:Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz / Landry Vertreterversammlung am 10. Dezember 2021 in Speyer Für Myriam Lauzi war es eine Premiere: Als neue Vorstandsvorsitzende berichtete sie den Delegierten zum ersten Mal.

Haushalt beraten

Beschlossen hat die Vertreterversammlung unter Vorsitz von Dietmar Wenderoth (Arbeitgeberseite) auch den Entwurf des Haushalts 2022 des rheinland-pfälzischen Rentenversicherungsträgers in Höhe von rund 8,8 Milliarden Euro. Mit rund 75 Prozent stellen die Beiträge den größten Einnahmeposten dar. Sie werden auf 6,6 Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen 1,8 Milliarden Euro durch Bundeszuschüsse. Die meisten Einnahmen gibt die DRV Rheinland-Pfalz direkt als Leistungen an ihre Versicherten weiter. Veranschlagt sind 7,2 Milliarden Euro für Renten, 551 Millionen Euro für die Krankenversicherung der Rentner und 203 Millionen Euro für Leistungen zur Rehabilitation. Da die Vertreterversammlung hybrid tagte, muss der Beschluss noch schriftlich bestätigt werden.

Berechnung der Grundrente planmäßig angelaufen

Seit Juli prüft der rheinland-pfälzische Rentenversicherungsträger die Grundrente bei allen neuen Rentenanträgen automatisch und fährt die Fallzahlen Schritt für Schritt hoch. „Die größte und schwierigste Aufgabe ist es, den kompletten Bestand von 641 000 Rente neu zu rechnen, deren Beginn teils über 30 Jahre zurückliegt. Das gehen wir im Gleichklang mit der gesamten Deutschen Rentenversicherung Etappe für Etappe an“, berichtete Geschäftsführer Matthias Förster. Mitte Oktober konnten 44 000 Renten von Menschen überprüft werden, die auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Anfang November folgten 31 000 Renten der älteren Jahrgänge. Ende 2022 – so die gesetzliche Vorgabe – soll die Aktion abgeschlossen sein. Erste Ergebnisse, wie viele von der Grundrente bisher profitiert haben, erwartet Matthias Förster zum Jahresende.

Matthias Förster, Erster Direktor, bei seinem Bericht der Geschäftsleitung.Quelle:Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz / Landry Vertreterversammlung am 10. Dezember 2021 in Speyer Matthias Förster, Erster Direktor, bei seinem Bericht der Geschäftsleitung.

Digitalisierung weit fortgeschritten

Dass die Verwaltung und die Beratungsstellen auch in Krisenzeiten jederzeit arbeitsfähig sind, ist auch Ergebnis der vor zehn Jahren begonnen und im Sommer abgeschlossenen Digitalisierung der Papierakten. Elektronische Workflows vom Antrag bis zum Bescheid und ermöglichen die Bearbeitung der Reha- und Rentenanträge unabhängig von Zeit und Ort.

Neue Angebote der Reha-Kliniken für Post-Covid-Patienten

Dank aufwändiger Hygienekonzepte und einer angepassten Belegung konnten die vier Reha-Kliniken des rheinland-pfälzischen Rentenversicherungsträger in allen Wellen der Pandemie Menschen zurück in Alltag und Beruf helfen und damit die Akutkrankenhäuser entlasten. Alle Kliniken behandeln auch die gesundheitlichen Spätfolgen überstandener Infektionen. „Von der Kinder- und Jugendlichen-Reha bis zur Psychosomatik rechnen wir in Zukunft mit einem wachsenden Bedarf an Post-Covid-Reha“, so Matthias Förster.

Stellvertretender Geschäftsführer Charles Hall bei seinen Ausführungen.Quelle:Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz / Landry Vertreterversammlung am 10. Dezember 2021 in Speyer Stellvertretender Geschäftsführer Charles Hall bei seinen Ausführungen.

Flutkatastrophe: An der Seite der Menschen

Nach der Flutkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz im Juli hatte die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz über ihre Zweigstelle in Andernach, die umliegenden Beratungsstellen und ihre ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und Versichertenberater rasch Anlaufpunkte für die betroffenen Menschen geschaffen. „So konnten wir schnell und unbürokratisch helfen“, berichtete stellvertretender Geschäftsführer Charles Hall. „Aktuell haben wir nun jene im Blick, die als Opfer oder Angehörige von Rettungskräften traumatische Erlebnisse verkraften müssen oder an den gesundheitlichen Folgen leiden.“ Ihnen bietet der rheinland-pfälzische Rentenversicherungsträger unkompliziert eine Reha an, in der sie wieder zur Ruhe kommen können.