Deutsche Rentenversicherung

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

  1. Startseite
  2. Erfahrungen mit der ICF-basierten Strukturierung und Erschließung der Daten im Informationssystem REHADAT

Erfahrungen mit der ICF-basierten Strukturierung und Erschließung der Daten im Informationssystem REHADAT

Stand 24.03.2013 Kostenlos

1. REHADAT und ICF: Ausgangssituation

Das Projekt REHADAT wird seit 1989 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln durchgeführt. REHADAT sammelt und veröffentlicht frei zugängliche Informationen zum Thema Behinderung und Teilhabe am Arbeitsleben in den Datenbanken Hilfsmittel, Praxisbeispiele, Literatur, Forschung, Recht, Adressen, Werkstätten und Seminare und in den daraus entwickelten Portalen talentplus, Bildung, Hilfsmittel und Forschung. Klassifikationen wie die Internationale Klassifikation DIN ISO 9999 „Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen“ werden seit vielen Jahren in REHADAT zur Klassifizierung von Daten herangezogen. In der aktuellen Projektphase ist der Versuch der Implementierung der ICF eine der ausgewiesenen Aufgaben des Projekts. Als Klassifikation, die alle Faktoren der Teilhabe von Menschen mit Behinderung berücksichtigt, bietet die ICF einen umfassenden Bezugsrahmen, in dem sämtliche Daten datenbank- und portalübergreifend klassifizierbar sind. Die große Bandbreite der Informationen in REHADAT soll im weitesten Sinne einer „Teilhabeförderung“ auf Basis einer einheitlichen Sprache erschlossen werden.

2. REHADAT und ICF: Zielsetzungen

Ziele der ICF-Implementierung sind

  • die Sammlung und Einbindung von Informationen in REHADAT, die sich mit dem Gegenstand „ICF“ selbst befassen,
  • die ICF-basierte Strukturierung von Informationen und schließlich die
  • Entwicklung eines Internet-Einstiegsportals, das über die Nachbildung der ICF-Strukturen die Recherche über alle Daten in REHADAT ermöglicht.

Auf diese Weise wird eine weitere Verbreitung der ICF im Bereich „Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben“ gefördert und eine standardisierte Möglichkeit des nationalen und internationalen Informationsaustauschs geboten.

3. ICF-Implementierung am Beispiel der REHADAT-Literaturdatenbank

3.1 Einbindung von Informationen, die sich mit „ICF“ befassen

In die REHADAT-Literaturdatenbank werden im Zuge der ICF-Implementierung Veröffentlichungen zum Thema „ICF“ aufgenommen und nach Schwerpunkten in der „Literatursuche über Themen“ kategorisiert. Zurzeit können ca. 1800 Publikationen unterschiedlichster Dokumentarten nach verschiedenen Kategorien – beispielsweise zur ICF Core Set Forschung oder zur Anwendung ICF-basierter Instrumente – recherchiert werden; ca. 30 % der Veröffentlichungen sind deutschsprachig; ca. 30 % der Veröffentlichungen sind als Online-Publikation zugänglich

3.2 ICF-basierte Strukturierung von Informationen

Ein wichtiger Part der ICF-Implementierung bestand in der Kompatibilitätsprüfung und Operationalisierung der Daten. Sowohl ICF als auch Schlagworte der REHADATDatenbanken umfassen ähnliche – wenn auch nicht immer exakt gleichlautende – Themen und Begriffe. Es wurde eine Verknüpfung in größtmöglicher Tiefe erarbeitet. Während des Prozesses wurden Schlagworte verknüpft, teilweise modifiziert oder neu eingeführt. Als Beispiel wird die Verknüpfung der Daten mit der ICF-Kategorie e150 angeführt.

3.3 Literatur-Recherche über „ICF-Lotsen“

Bei REHADAT wird derzeit das Internet-Einstiegsportal „ICF-Lotse“ entwickelt. Der ICF-Lotse ermöglicht die datenbankübergreifende Recherche nach Informationen in REHADAT entlang der ICF-Struktur.

4. Ergebnisdiskussion

Der Prozess der Implementierung der ICF in REHADAT hat gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, die unterschiedlichen Daten anhand der ICF zu klassifizieren. Die REHADATKernthemen
konnten der ICF zugeordnet werden, teilweise bis zur letzten Gliederungsebene. Am besten stimmen Schlagworte und ICF-Kategorien in den Teilklassifikationen „Aktivitäten und Partizipation“ und „Umweltfaktoren“ überein. In der Literaturdatenbank konnte ein gutes Drittel der Schlagworte mit ICF-Kategorien verknüpft werden, womit 99 % aller Literatur-Dokumente ICF-basiert recherchierbar sind. Als problematisch zeigt sich, dass teilweise zu große Ergebnisse an Stellen erzielt werden, wo die ICF weniger differenziert als REHADAT (z. B. im Schwerpunkt „Ausbildung, Arbeit & Beschäftigung“ – hier ist geplant, zusätzliche Möglichkeiten der Ergebniseingrenzung anzubieten) oder umgekehrt, wo die ICF detaillierter differenziert als REHADAT (z. B. in der Teilklassifikation „Körperstrukturen“). Auffällig ist, dass viele der nicht-verknüpfbaren Schlagworte die in der ICF noch nicht ausdifferenzierten „personenbezogenen Faktoren“ beschreiben.

5. Fazit und Ausblick

Die Implementierung der ICF in REHADAT und die Entwicklung des „ICF-Lotsen“ als Recherche-Möglichkeit in REHADAT zeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, ICF-basiert und damit anhand einer einheitlichen Sprache datenbank- und portalübergreifend Informationen im Themenfeld „Behinderung und Teilhabe am Arbeitsleben“ zu erschließen. Die nutzerseitige Anwendung des ICF-Lotsen wird noch ausgiebig getestet werden – daraus werden weitere Anpassungen resultieren.

Herunterladen