WEBVTT 1 00:00:02.627 --> 00:00:07.382 Der Traditionsstandort Ruhrstraße in Berlin-Wilmersdorf, 2 00:00:07.382 --> 00:00:11.511 ein Ort von historischer Bedeutung und ständiger Veränderung, 3 00:00:11.511 --> 00:00:14.597 ein Gebäude zahlreicher Geschichten und ein sich 4 00:00:14.597 --> 00:00:18.351 stets wandelnder Arbeitsplatz unterschiedlichster Generationen. 5 00:00:21.521 --> 00:00:24.733 Die Entscheidung zum Kauf des rund 30.000 Quadratmeter 6 00:00:24.733 --> 00:00:29.863 großen Grundstücks wurde bereits am 24. Mai 1913 getroffen. 7 00:00:30.530 --> 00:00:35.452 Also ich beziehe mein Wissen aus der deutschen Bauzeitung von 1921. 8 00:00:35.452 --> 00:00:38.329 Dort wird in einem dreiseitigen Artikel 9 00:00:38.329 --> 00:00:42.083 sehr ausführlich über das Gebäude, was wir heute 10 00:00:42.083 --> 00:00:46.296 "Stammhaus" oder "Mutterhaus" nennen, oder schlicht "Haus C", berichtet 11 00:00:46.296 --> 00:00:49.049 dessen Geschichte wohl auf 1914 zurückgeht. 12 00:00:49.049 --> 00:00:53.595 Also bereits vor dem Ersten Weltkrieg ist ein Wettbewerb ausgeschrieben 13 00:00:53.595 --> 00:00:57.140 worden, der zunächst ein Ergebnis hervorbrachte, was ein typisch 14 00:00:57.140 --> 00:01:00.310 wilhelminisches Gebäude hervorgebracht hätte, 15 00:01:00.310 --> 00:01:03.354 wäre nicht der Erste Weltkrieg dazwischen gekommen 16 00:01:03.354 --> 00:01:07.734 und hätte man nicht nach dem ersten Weltkrieg entschieden. 17 00:01:07.734 --> 00:01:11.112 Und zwar war es Georg Reuter, der Baumeister und Architekt, 18 00:01:11.112 --> 00:01:16.284 der sich dieser Aufgabe angenommen hatte und einen komplett anderen Bau 19 00:01:16.284 --> 00:01:17.911 nach außen stellen wollte. 20 00:01:17.911 --> 00:01:21.039 Und zwar einen, der eben nicht so tat, als wären 21 00:01:21.039 --> 00:01:25.085 fünf Jahre Krieg spurlos an uns vorbeigegangen. 22 00:01:25.085 --> 00:01:26.586 Zweckmäßigkeit und Schlichtheit 23 00:01:26.586 --> 00:01:30.715 war sein Programm und deswegen blieb von diesem prunkvollen Äußeren 24 00:01:30.715 --> 00:01:33.718 des ursprünglichen Wettbewerbsgewinn -Entwurfes 25 00:01:33.718 --> 00:01:37.388 nicht mehr viel übrig, sondern es entstand ein Zweckbau, wie wir ihn heute kennen. 26 00:01:45.522 --> 00:01:49.567 Nach Beginn des Ersten Weltkriegs folgten hohe Beitragsrückgänge. 27 00:01:49.567 --> 00:01:53.238 Am Ende des Krieges hatte Deutschland Millionen Bürger verloren 28 00:01:53.238 --> 00:01:56.199 und die Angestelltenversicherung viele ihrer Versicherten. 29 00:01:56.199 --> 00:01:59.244 Doch im Laufe der Jahre stieg die Zahl an Versicherten 30 00:01:59.244 --> 00:02:03.123 und damit auch die Anzahl der Akten. 31 00:02:03.123 --> 00:02:04.332 Für Entlastung sorgte 32 00:02:04.332 --> 00:02:08.711 der Bau des Archiv- und Karteigebäudes, heute Gebäudeteil "B". 33 00:02:08.711 --> 00:02:14.050 Ab 1935 war dieser mit den anliegenden Flügeln bezugsfertig. 34 00:02:19.180 --> 00:02:22.350 Im Zweiten Weltkrieg gab es im Herbst 1943 35 00:02:22.350 --> 00:02:26.521 schwere Luftangriffe über Berlin. 36 00:02:26.521 --> 00:02:30.817 Das Gebäude hatte gravierende Schäden am Dach und der Fassade. 37 00:02:30.817 --> 00:02:36.406 Viele Anlagen im Inneren des Gebäudes konnten nicht mehr repariert werden. 38 00:02:36.406 --> 00:02:39.284 Darunter waren auch die historischen Paternoster-Anlagen. 39 00:02:39.284 --> 00:02:42.745 Einige Dinge konnten gerettet werden, wie die Tresor-Anlage, 40 00:02:42.745 --> 00:02:46.624 die Röntgenapparate und auch das Konten-Archiv. 41 00:02:46.624 --> 00:02:50.795 Zunächst blieb auch erhalten der Speisesaal im Dachgeschoss, 42 00:02:50.795 --> 00:02:54.424 der dann aber in den 50er Jahren zugunsten einer Lösung im Erdgeschoss 43 00:02:54.424 --> 00:02:55.508 ersetzt worden ist. 44 00:02:55.508 --> 00:02:59.304 Dort entstand ein schöner Speisesaal mit großem Oberlicht, der allerdings 45 00:02:59.304 --> 00:03:03.016 dann auch wiederum ersetzt worden ist durch den heutigen Bereich der Kantine. 46 00:03:08.271 --> 00:03:11.107 Hiervor war ein Kleingartengelände, 47 00:03:11.149 --> 00:03:15.195 wo die Angestellten ihre Tomaten züchteten, weil es ja nichts gab. 48 00:03:15.195 --> 00:03:23.328 Ja, aus der Not, um die Ernährungslage persönlich zu verbessern, 49 00:03:23.328 --> 00:03:27.790 wurden daraus Kleingärten eingerichtet, illegal wahrscheinlich. 50 00:03:27.790 --> 00:03:32.670 Es gab keine Genehmigung dafür und ich kannte einige Kollegen, 51 00:03:32.670 --> 00:03:36.591 die dort ihre Tomaten nach dem Dienst begossen. 52 00:03:36.591 --> 00:03:39.928 Aber da ist ja dann der Neubau errichtet worden, 53 00:03:39.928 --> 00:03:42.764 der heutige riesige Garagen-Innenhof. 54 00:03:48.061 --> 00:03:50.730 Als größter deutscher Rentenversicherungsträger 55 00:03:50.730 --> 00:03:54.609 ist das Motto: "Sicherheit für Generationen" wegweisend. 56 00:03:54.609 --> 00:03:57.028 Der Gebäudekomplex an der Ruhrstraße steht 57 00:03:57.028 --> 00:04:00.782 für Tradition und Aufbruch zugleich. 58 00:04:00.782 --> 00:04:04.494 In den nächsten Jahren werden die Gebäude modernisiert 59 00:04:04.494 --> 00:04:08.414 und ich glaube, es ist gleichzeitig eine große Chance, hier am Standort 60 00:04:08.414 --> 00:04:13.002 Ruhrstraße für eine nachhaltige Entwicklung der Gebäude. 61 00:04:13.002 --> 00:04:16.256 Wir als Selbstverwaltung stehen dicht an der Seite 62 00:04:16.256 --> 00:04:20.343 der Beschäftigten der Deutschen Rentenversicherung Bund. 63 00:04:20.343 --> 00:04:23.554 Und ich als Selbstverwalter bin sehr gespannt auf das, 64 00:04:23.554 --> 00:04:28.268 was an Neuem entsteht, ohne das Alte zu vergessen. 65 00:04:35.942 --> 00:04:38.820 Unser Weg in die Zukunft der DRV Bund 66 00:04:38.820 --> 00:04:40.947 baut auf auf einem ganz soliden Fundament. 67 00:04:40.947 --> 00:04:44.325 Schauen wir auf die Ruhrstraße, 100 Jahre Beständigkeit. 68 00:04:44.325 --> 00:04:48.871 Aber für die Zukunft müssen wir uns auf vielfältige Veränderungen einstellen, 69 00:04:48.871 --> 00:04:54.544 wir müssen insbesondere digital, flexibel, vor allem auch nachhaltig werden. 70 00:04:54.544 --> 00:04:58.798 Dafür brauchen wir einen guten Spirit bei allen Mitarbeitenden 71 00:04:58.798 --> 00:05:02.802 und Führungskräften, damit wir gut in die Zukunft kommen. 72 00:05:04.137 --> 00:05:06.889 Die Mitglieder der Selbstverwaltung und ich sind stolz, 73 00:05:06.889 --> 00:05:11.728 dass wir ein wichtiger Baustein für diese bedeutende Institution sind. 74 00:05:11.728 --> 00:05:14.939 Für mich ist die Ruhrstraße wie eine zweite Heimat geworden. 75 00:05:14.939 --> 00:05:18.359 Und wenn ich an die Veränderungen denke, die ins Haus stehen, 76 00:05:18.359 --> 00:05:23.031 dann bin ich mir komplett sicher, dass wir uns auf eines verlassen können, 77 00:05:23.031 --> 00:05:26.117 und das sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 78 00:05:26.117 --> 00:05:29.746 Das war schon 100 Jahre so und das wird auch in Zukunft so sein.