WEBVTT 1 00:00:02.627 --> 00:00:07.382 Der Traditionsstandort Ruhrstraße in Berlin-Wilmersdorf, 2 00:00:07.382 --> 00:00:11.511 ein Ort von historischer Bedeutung und ständiger Veränderung, 3 00:00:11.511 --> 00:00:14.597 ein Gebäude zahlreicher Geschichten und ein sich stets 4 00:00:14.597 --> 00:00:18.977 wandelnder Arbeitsplatz unterschiedlichster Generationen. 5 00:00:21.521 --> 00:00:24.816 Die Entscheidung zum Kauf des rund 30.000 Quadratmeter 6 00:00:24.816 --> 00:00:29.738 großen Grundstücks wurde bereits am 24. Mai 1913 getroffen. 7 00:00:30.530 --> 00:00:35.493 Also ich beziehe mein Wissen aus der deutschen Bauzeitung von 1921. 8 00:00:35.493 --> 00:00:38.329 Dort wird in einem dreiseitigen Artikel 9 00:00:38.329 --> 00:00:42.125 sehr ausführlich über das Gebäude, was wir heute 10 00:00:42.125 --> 00:00:46.296 "Stammhaus" oder "Mutterhaus" nennen, oder schlicht "Haus C", berichtet, 11 00:00:46.296 --> 00:00:49.591 dessen Geschichte wohl auf 1914 zurückgeht. 12 00:00:49.591 --> 00:00:53.595 Also bereits vor dem Ersten Weltkrieg ist ein Wettbewerb ausgeschrieben 13 00:00:53.595 --> 00:00:57.098 worden, der zunächst ein Ergebnis hervorbrachte, was ein typisch 14 00:00:57.098 --> 00:01:00.310 wilhelminisches Gebäude hervorgebracht hätte, 15 00:01:00.310 --> 00:01:03.354 wäre nicht der Erste Weltkrieg dazwischen gekommen 16 00:01:03.354 --> 00:01:07.734 und hätte man nicht nach dem Ersten Weltkrieg entschieden. 17 00:01:07.734 --> 00:01:11.112 Und zwar war es Georg Reuter, der Baumeister und Architekt, 18 00:01:11.112 --> 00:01:16.326 der sich dieser Aufgabe angenommen hatte und einen komplett anderen Bau 19 00:01:16.326 --> 00:01:17.911 nach außen stellen wollte. 20 00:01:17.911 --> 00:01:21.039 Und zwar einen, der eben nicht so tat, als wären 21 00:01:21.039 --> 00:01:25.085 fünf Jahre Krieg spurlos an uns vorbeigegangen. 22 00:01:25.085 --> 00:01:26.628 Zweckmäßigkeit und Schlichtheit 23 00:01:26.628 --> 00:01:30.632 war sein Programm und deswegen blieb von diesem prunkvollen Äußeren 24 00:01:30.632 --> 00:01:33.384 des ursprünglichen Wettbewerbsgewinn- Entwurfes 25 00:01:33.384 --> 00:01:37.388 nicht mehr viel übrig, sondern es entstand ein Zweckbau, wie wir ihn heute kennen. 26 00:01:39.307 --> 00:01:41.893 Die Baukosten für das fünfgeschossige Gebäude, 27 00:01:41.893 --> 00:01:44.896 beliefen sich auf 1 Million Goldmark. 28 00:01:44.896 --> 00:01:49.567 Ursprünglich war das heutige Haus "C" für 2500 Beamte konzipiert 29 00:01:49.567 --> 00:01:50.902 und sollte damit eine 30 00:01:50.902 --> 00:01:55.031 zukunftsorientierte Investition für den heutigen Standort sein. 31 00:01:55.031 --> 00:01:59.536 Der Grundstein für den Neubau wurde damals noch in der Straße 5 gelegt. 32 00:01:59.536 --> 00:02:06.126 Die postalische Adresse Ruhrstraße 2, erfolgte erst nach Umbenennung im Jahr 1923. 33 00:02:06.126 --> 00:02:11.422 Neben vielen anderen Gebäudeabschnitten steht das Stammhaus heute unter Denkmalschutz. 34 00:02:11.422 --> 00:02:15.635 Die Abgrenzung zwischen Arbeitern und Angestellten in der Sozialversicherung, 35 00:02:15.635 --> 00:02:21.266 speziell in der Rentenversicherung, fällt in die Jahre von 1911 bis 1913. 36 00:02:21.266 --> 00:02:24.269 Die damalige Reichsversicherungsanstalt für Angestellte 37 00:02:24.269 --> 00:02:27.856 wurde am 22. März 1912 gegründet. 38 00:02:30.984 --> 00:02:34.988 Nach Beginn des Ersten Weltkriegs folgten hohe Beitragsrückgänge. 39 00:02:34.988 --> 00:02:38.658 Am Ende des Krieges hatte Deutschland Millionen Bürger verloren 40 00:02:38.658 --> 00:02:41.619 und die Angestelltenversicherung viele ihrer Versicherten. 41 00:02:41.619 --> 00:02:42.954 Doch im Laufe der Jahre 42 00:02:42.954 --> 00:02:46.708 stieg die Zahl an Versicherten und damit auch die Anzahl der Akten. 43 00:02:46.708 --> 00:02:49.502 Im damaligen Dienstgebäude herrschte Platzmangel. 44 00:02:50.503 --> 00:02:53.173 Ja, wir saßen alle ziemlich beengt zusammen. 45 00:02:53.173 --> 00:02:56.426 Damals beschwerte sich noch keiner über die Enge, 46 00:02:56.426 --> 00:03:01.055 denn wir waren froh, überhaupt wieder beschäftigt zu werden. 47 00:03:01.055 --> 00:03:04.309 Und so nahmen wir das alles wohlwollend in Kauf. 48 00:03:04.601 --> 00:03:08.271 Für Entlastung sorgte der Bau des Archiv- und Karteigebäudes, 49 00:03:08.271 --> 00:03:10.857 heute Gebäudeteil "B". 50 00:03:10.857 --> 00:03:15.653 Ab 1935 war dieser mit den anliegenden Flügeln bezugsfertig. 51 00:03:19.866 --> 00:03:23.411 Ja, wir sind hier in den Archiven der Ruhrstraße und hier sammeln wir fleißig 52 00:03:23.411 --> 00:03:27.248 die ganzen Sachen aus der Geschichte unseres Hauses und damit planen wir 53 00:03:27.248 --> 00:03:31.961 künftig Ausstellungen, wie, ein Beispiel, Büros aus verschiedenen Zeitepochen. 54 00:03:47.101 --> 00:03:52.398 Im Zweiten Weltkrieg gab es im Herbst 1943 schwere Luftangriffe über Berlin. 55 00:03:54.651 --> 00:03:57.153 Es gibt sogar eine Überlieferung, 56 00:03:57.153 --> 00:04:02.825 dass nach einem Bombenangriff die Feuerwehr abrückte, 57 00:04:02.825 --> 00:04:07.789 der Feuerwehrhauptmann zog seine Leute ab und dann meldeten sich freiwillig 58 00:04:07.789 --> 00:04:16.256 RfA Bedienstete, die die Schläuche übernahmen und die Kartei weiter retteten 59 00:04:16.256 --> 00:04:19.467 vor der endgültigen Entflammung. 60 00:04:20.176 --> 00:04:22.470 Das Dienstgebäude war einsturzgefährdet. 61 00:04:22.470 --> 00:04:25.932 eine Schadensaufnahme im Jahr 1944 ergab, 62 00:04:25.932 --> 00:04:29.143 dass 10.000 Fensterscheiben zu Bruch gegangen waren 63 00:04:29.143 --> 00:04:32.647 und zahlreiche Zwischenwände und Holztüren zerstört wurden. 64 00:04:35.525 --> 00:04:39.904 Das Gebäude hatte gravierende Schäden am Dach und der Fassade. 65 00:04:39.904 --> 00:04:45.493 Viele Anlagen im Inneren des Gebäudes konnten nicht mehr repariert werden. 66 00:04:45.493 --> 00:04:48.329 Darunter waren auch die historischen Paternoster-Anlagen. 67 00:04:48.329 --> 00:04:51.833 Einige Dinge konnten gerettet werden, wie die Tresor-Anlage, 68 00:04:51.833 --> 00:04:55.712 die Röntgenapparate und auch das Konten-Archiv. 69 00:04:55.712 --> 00:04:59.924 Zunächst blieb auch der Speisesaal im Dachgeschoss erhalten, 70 00:04:59.924 --> 00:05:03.511 der dann aber in den 50er Jahren zugunsten einer Lösung im Erdgeschoss 71 00:05:03.511 --> 00:05:04.554 ersetzt worden ist. 72 00:05:04.554 --> 00:05:08.391 Dort entstand ein schöner Speisesaal mit großem Oberlicht, der allerdings 73 00:05:08.391 --> 00:05:12.061 dann auch wiederum ersetzt worden ist durch den heutigen Bereich der Kantine. 74 00:05:12.979 --> 00:05:15.273 Ende April 1945 75 00:05:15.273 --> 00:05:19.277 wurde das Dienstgebäude der RfA als Kriegslazarett genutzt. 76 00:05:19.277 --> 00:05:24.324 Nach erneuter Bombardierung waren 40% des Gebäudekomplexes unbenutzbar. 77 00:05:24.324 --> 00:05:28.244 Große Teile des Inventars wurden geplündert oder vernichtet. 78 00:05:28.244 --> 00:05:34.000 Als die Russen Wilmersdorf besetzten, haben mutige Ruhrstraßen-Bewohner gekämpft, 79 00:05:34.000 --> 00:05:35.626 weil die Russen aus dem Fenster 80 00:05:35.626 --> 00:05:40.882 die ganzen Karteikarten schmissen und im Hof Lagerfeuer veranstalteten. 81 00:05:40.882 --> 00:05:44.385 Da gingen mutig diese Bewohner dazwischen 82 00:05:44.385 --> 00:05:49.974 und überredeten die Russen mit Erfolg, doch lieber die deutschen Büromöbel 83 00:05:49.974 --> 00:05:51.642 aus deutscher Eiche zu nehmen, 84 00:05:51.642 --> 00:05:55.980 die brannten besser und die Russen ließen sich auch darauf ein. 85 00:05:55.980 --> 00:05:59.233 So wurden wesentliche Teile der Kontenverwaltung gerettet. 86 00:05:59.609 --> 00:06:05.740 Am 14. Juli 1945 wurde die RfA von den Besatzungsmächten stillgelegt. 87 00:06:05.740 --> 00:06:10.495 Nun war die Versicherungsanstalt Berlin als einheitlicher Versicherungsträger 88 00:06:10.495 --> 00:06:13.706 für die gesamte Sozialversicherung Berlins zuständig. 89 00:06:14.874 --> 00:06:18.336 Wir waren ja hauptsächlich bei der Treuhandverwaltung 90 00:06:18.336 --> 00:06:23.007 damit beschäftigt, zerstörte Akten wiederherzustellen. 91 00:06:23.007 --> 00:06:27.887 Und da gab es dann ein bestimmtes System und das kannten nur Alteingesessene, 92 00:06:27.887 --> 00:06:31.140 die sich in der Angestelltenversicherung gut auskannten. 93 00:06:31.140 --> 00:06:34.102 Die konnten die zerstörten Konten 94 00:06:34.102 --> 00:06:38.064 wieder rekonstruieren und das musste geschehen, 95 00:06:38.064 --> 00:06:41.859 weil die Rentner zum Teil ja, ich war in der Auslandsabteilung, 96 00:06:41.859 --> 00:06:47.031 wir hatten nur Rentner aus dem Ausland und überall bis Südafrika 97 00:06:47.031 --> 00:06:50.827 und die wollten ihre Rente genauso haben, 98 00:06:50.827 --> 00:06:53.246 als ob ihr Konto noch bestehen würde. 99 00:06:54.705 --> 00:06:59.877 Für viele Bürger*innen Berlins war die BfA ein neuer Arbeitsplatz. 100 00:06:59.877 --> 00:07:03.631 Nach ihrer Gründung stieg die Zahl der Mitarbeiter*innen stetig an. 101 00:07:03.631 --> 00:07:08.302 Zu meiner Zeit kehrten viele zurück aus der Gefangenschaft und so weiter. 102 00:07:08.302 --> 00:07:12.056 Dann füllten sich die leeren Büroplätze 103 00:07:12.056 --> 00:07:16.352 wieder mit den Leuten, die dorthin gehörten. 104 00:07:16.352 --> 00:07:19.522 Die Übergangszeit zwischen der Stilllegung der RfA 105 00:07:19.522 --> 00:07:22.900 und der Gründung der BfA dauerte acht Jahre. 106 00:07:22.900 --> 00:07:26.737 Während der Sozialwahlen Mitte Mai 1953 107 00:07:26.737 --> 00:07:29.991 kämpften die neu formierten großen Angestelltenverbände 108 00:07:29.991 --> 00:07:33.202 für eine eigenständige Angestelltenversicherung. 109 00:07:33.202 --> 00:07:39.417 Am 7. August 1953 wurde ein neuer Träger der Angestelltenversicherung errichtet, 110 00:07:39.417 --> 00:07:42.670 die "Bundesversicherungsanstalt für Angestellte". 111 00:07:42.670 --> 00:07:47.758 Für die Aufarbeitung der Aktenberge aus den 17 verschiedenen Landesversicherungsanstalten 112 00:07:47.758 --> 00:07:51.888 transportierten Möbelwagen, Waggons und Charterflugzeuge 113 00:07:51.888 --> 00:07:57.393 350 Tonnen an Akten nach Berlin in das neue Hauptgebäude in der Ruhrstraße. 114 00:07:57.393 --> 00:08:01.898 Die Aktenschränke hier unten stammen aus dem Karteikarten-Turm und seinerzeit 115 00:08:01.898 --> 00:08:03.649 im Zweiten Weltkrieg wurden dort Millionen 116 00:08:03.649 --> 00:08:07.612 von Akten in Sicherheit gebracht, in ein Salzbergwerk in Grasleben 117 00:08:07.612 --> 00:08:10.156 und nach dem Krieg konnte halt mit den geretteten Akten, 118 00:08:10.156 --> 00:08:14.285 die Zahlung von Renten und die Versorgung der Bürger sichergestellt werden. 119 00:08:19.123 --> 00:08:24.879 Hiervor war ein Kleingartengelände, wo die Angestellten ihre Tomaten züchteten, 120 00:08:24.879 --> 00:08:26.088 weil es ja nichts gab. 121 00:08:26.088 --> 00:08:33.596 Ja, es war die Not, um die Ernährungslage persönlich zu verbessern, 122 00:08:33.596 --> 00:08:36.766 wurden daraus Kleingärten eingerichtet, 123 00:08:36.766 --> 00:08:41.062 illegal wahrscheinlich und es gab keine Genehmigung dafür. 124 00:08:41.062 --> 00:08:43.564 Und ich kannte einige Kollegen, 125 00:08:43.564 --> 00:08:47.485 die dort ihre Tomaten nach dem Dienst begossen. 126 00:08:47.485 --> 00:08:50.780 Aber da ist ja dann der Neubau errichtet worden. 127 00:08:50.780 --> 00:08:53.866 Der heutige riesige Garagen-Innenhof. 128 00:08:54.534 --> 00:08:56.702 Am Fehrbelliner Platz gab es über die Jahre 129 00:08:56.702 --> 00:09:00.790 große bauliche Veränderungen, wo sich heute das Haus "D" befindet, 130 00:09:00.790 --> 00:09:06.671 gab es einst eine alte Ladenstraße für 24 Geschäfte und eine Großkinoanlage. 131 00:09:06.671 --> 00:09:10.091 Dort hatte man Einnahmen im Zusammenhang mit den Flächen, 132 00:09:10.091 --> 00:09:12.426 die zur Verfügung standen, erzielen wollen, 133 00:09:12.426 --> 00:09:15.346 um auch weitere Projekte finanzieren zu können. 134 00:09:15.346 --> 00:09:19.183 Und dort entstanden Läden für den täglichen Bedarf, ein Biergarten 135 00:09:19.183 --> 00:09:20.351 und, soweit ich weiß, 136 00:09:20.351 --> 00:09:21.769 sind die auch sehr gut angenommen worden, 137 00:09:21.769 --> 00:09:23.813 weil der Fehrbelliner Platz war noch nie ein schöner Platz, 138 00:09:23.813 --> 00:09:27.316 war aber natürlich immer schon ein Verkehrsknoten und von daher 139 00:09:27.316 --> 00:09:30.027 bestand dieses Bedürfnis dort schon immer. 140 00:09:30.528 --> 00:09:36.367 Die Ladenstraße war sehr beliebt, auch wenn zum Nachteil der BfA 141 00:09:36.367 --> 00:09:39.996 die Leute während der Dienstzeit da fleißig einkaufen gingen. 142 00:09:39.996 --> 00:09:42.164 Aber das wurde in Kauf genommen. 143 00:09:43.916 --> 00:09:46.085 Im Untergeschoss des Stammhauses 144 00:09:46.085 --> 00:09:49.714 erhält man noch heute einen Einblick in die Vergangenheit. 145 00:09:49.714 --> 00:09:54.594 Tief im Inneren befindet sich der Tresorraum der ehemaligen Hauptkasse. 146 00:09:54.594 --> 00:09:59.724 Da wurde das Gehalt, wie heute am Fahrkartenautomaten, durchgeschoben. 147 00:09:59.724 --> 00:10:03.477 So empfingen wir unser Gehalt im Hauptgebäude, 148 00:10:03.477 --> 00:10:06.397 nicht in den Außenstellen, da ging es dann anders. 149 00:10:06.939 --> 00:10:09.900 Am ersten Tag bekamen wir auch das erste Geld als Beamte. 150 00:10:09.900 --> 00:10:13.863 Wir sind gefühlt zehn Mal irgendwie treppauf, treppab, 151 00:10:13.863 --> 00:10:17.450 weil irgendwelche Zwischengänge da waren, keiner wusste es mehr richtig. 152 00:10:17.450 --> 00:10:20.036 Wir hätten Reiseführer mitnehmen sollen, damit wir nach Hause finden. 153 00:10:20.036 --> 00:10:23.664 Damals auch noch, viele auch im dunklen Anzug und so. 154 00:10:23.664 --> 00:10:26.876 Damals war es ja noch ein bisschen bodenständiger, die Bekleidung. 155 00:10:26.876 --> 00:10:30.838 So würde man heute, so wäre ich vor 20 Jahren nicht herumgelaufen, wahrscheinlich. 156 00:10:30.838 --> 00:10:33.799 Aber das war schon, das war schon ein bleibender Eindruck. 157 00:10:33.799 --> 00:10:37.136 Und dann hat man irgendwann hier auch dann gearbeitet. 158 00:10:37.136 --> 00:10:40.723 Und da war es eben Alltag, dass man in dem Altbau gesessen hat, im Mutterhaus 159 00:10:40.723 --> 00:10:44.518 wie ich das immer schon nannte und immer wieder mal zur Hauptkasse gegangen ist, 160 00:10:44.518 --> 00:10:48.773 die gab es ja noch ein paar Jahre, bis Präsident Dr. Rische dann in Pension gegangen ist, 161 00:10:48.773 --> 00:10:50.816 da wurde die Barkasse aufgelöst. 162 00:10:50.816 --> 00:10:54.612 Und immer wenn man zur Hauptkasse gegangen ist, hat man wieder diese dunklen Gänge 163 00:10:54.612 --> 00:10:57.073 durchlaufen und hat sich immer an den ersten Tag erinnert. 164 00:10:57.073 --> 00:10:58.324 Das ist wirklich geblieben. 165 00:10:59.241 --> 00:11:04.497 Mitte der 90er Jahre wurde auch der Betrieb der alten Teleliftanlage aufgegeben. 166 00:11:04.497 --> 00:11:12.421 Die Teleliftanlage war ja gedacht, um die Anzahl der Aktenboden zu reduzieren. 167 00:11:12.421 --> 00:11:16.634 Das heißt, die Akten sollten nicht mehr unterm Arm der Boten von Zimmer 168 00:11:16.634 --> 00:11:21.055 zu Zimmer getragen werden, sondern das sollte der Telelift regulieren. 169 00:11:21.097 --> 00:11:26.060 Das war ein großer Gedanke, bloß die Umsetzung haperte dann sehr. 170 00:11:26.060 --> 00:11:30.731 Deswegen fragen Sie mich nicht nach der Teleliftanlage, 171 00:11:30.731 --> 00:11:32.942 sie war mehr außer Betrieb, 172 00:11:32.942 --> 00:11:36.195 soweit ich mich erinnere, als intakt. 173 00:11:36.195 --> 00:11:40.324 Und da wurden nicht nur betriebliche Akten hin und her geschoben, 174 00:11:40.324 --> 00:11:44.245 sondern auch andere private Sachen, Getränke, Zeitungen 175 00:11:44.245 --> 00:11:49.041 jeglicher Art, Zigaretten, was man eben so von A nach B transportiert hat, 176 00:11:49.041 --> 00:11:52.211 was da eben hineingepasst hat. 177 00:11:53.671 --> 00:11:55.631 Der Standort an der Ruhrstraße 178 00:11:55.631 --> 00:11:58.509 besteht aber nicht nur aus Archiv und Büroräumen. 179 00:11:58.509 --> 00:12:02.513 Im Laufe der Jahre hat sich das Gelände immer weiter vergrößert. 180 00:12:02.513 --> 00:12:06.434 Alte Gebäudeteile wurden umfunktioniert oder komplett neu gestaltet. 181 00:12:06.976 --> 00:12:11.021 Als ich zur Deutschen Rente gekommen bin, damals BfA, war ich überrascht, 182 00:12:11.021 --> 00:12:12.231 was mich hier erwartet hat. 183 00:12:12.231 --> 00:12:14.442 Es war wie eine Kleinstadt. 184 00:12:14.442 --> 00:12:19.196 Es war wirklich alles da, von Aalräuchereien bis Zylinderstiften, wie man heute sagt. 185 00:12:19.196 --> 00:12:24.285 Es wurde dort selber gekocht, zubereitet, es wurde viel, 186 00:12:24.285 --> 00:12:28.205 wir hatten eine Konditorei, eine große Bäckerei, 187 00:12:28.205 --> 00:12:31.041 es wurde selber auch geräuchert. 188 00:12:31.041 --> 00:12:33.043 Das war auch toll gewesen. 189 00:12:33.043 --> 00:12:37.298 Wir hatten zu dem Zeitpunkt, als ich da war, zwei Kantinen, 190 00:12:37.298 --> 00:12:39.884 die riesengroße war schon geschlossen. 191 00:12:39.884 --> 00:12:43.137 Denn hatten wir auch ein Riesen- Materiallager 192 00:12:43.137 --> 00:12:46.432 für jede Fakultät, die dort gearbeitet hat. 193 00:12:46.432 --> 00:12:51.187 Und ja, wir konnten uns definitiv selbst versorgen. 194 00:12:51.187 --> 00:12:53.856 Als größter deutscher Rentenversicherungsträger 195 00:12:53.856 --> 00:12:57.735 ist das Motto: "Sicherheit für Generationen" wegweisend. 196 00:12:57.735 --> 00:12:59.653 Unser Weg in die Zukunft 197 00:12:59.653 --> 00:13:02.823 der DRV Bund baut auf, auf einem ganz soliden Fundament. 198 00:13:02.823 --> 00:13:06.160 Schauen wir auf die Ruhrstraße, 100 Jahre Beständigkeit. 199 00:13:06.160 --> 00:13:11.248 Aber für die Zukunft müssen wir uns auf vielfältige Veränderungen einstellen, 200 00:13:11.248 --> 00:13:16.378 wir müssen insbesondere digital, flexibel, vor allem auch nachhaltig werden. 201 00:13:16.378 --> 00:13:20.633 Dafür brauchen wir einen guten Spirit bei allen Mitarbeitenden 202 00:13:20.633 --> 00:13:24.678 und Führungskräften, damit wir da gut in die Zukunft kommen. 203 00:13:25.930 --> 00:13:28.724 Die Mitglieder der Selbstverwaltung und ich sind stolz, 204 00:13:28.724 --> 00:13:33.562 dass wir ein wichtiger Baustein für diese bedeutende Institution sind. 205 00:13:33.562 --> 00:13:36.774 Für mich ist die Ruhrstraße wie eine zweite Heimat geworden. 206 00:13:36.774 --> 00:13:40.236 Und wenn ich an die Veränderungen denke, die ins Haus stehen, 207 00:13:40.236 --> 00:13:45.074 dann bin ich mir eines komplett sicher: Dass wir uns auf eines verlassen können 208 00:13:45.074 --> 00:13:47.952 und das sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 209 00:13:47.952 --> 00:13:51.247 Das war schon 100 Jahre so und das wird auch in Zukunft so sein. 210 00:13:53.874 --> 00:13:57.294 Die Baukonzepte für die Modernisierung des Standortes Berlin-Wilmersdorf 211 00:13:57.294 --> 00:14:00.422 befinden sich aktuell in der Planungsphase. 212 00:14:00.422 --> 00:14:03.592 Der Gebäudekomplex an der Ruhrstraße steht für 213 00:14:03.592 --> 00:14:06.554 Tradition und Aufbruch zugleich. 214 00:14:06.554 --> 00:14:10.307 In den nächsten Jahren werden die Gebäude modernisiert 215 00:14:10.307 --> 00:14:14.186 und ich glaube, es ist gleichzeitig eine große Chance, hier am Standort 216 00:14:14.186 --> 00:14:19.316 Ruhrstraße für eine nachhaltige Entwicklung der Gebäude. 217 00:14:19.316 --> 00:14:22.069 Wir als Selbstverwaltung stehen dicht an der Seite 218 00:14:22.069 --> 00:14:26.156 der Beschäftigten der Deutschen Rentenversicherung Bund. 219 00:14:26.156 --> 00:14:29.368 Und ich als Selbstverwalter bin sehr gespannt auf das, 220 00:14:29.368 --> 00:14:33.998 was an Neuem entsteht, ohne das Alte zu vergessen. 221 00:14:35.374 --> 00:14:39.628 Wir müssen uns als Deutsche Rentenversicherung modern aufstellen. 222 00:14:39.628 --> 00:14:43.674 Wir müssen zukunftsfähig sein und dafür braucht es auch moderne Arbeitsplätze. 223 00:14:43.674 --> 00:14:47.553 Wir haben hier in der Ruhrstraße mit einer besonderen Herausforderungen zu tun, 224 00:14:47.553 --> 00:14:52.808 weil es gibt hier Altbauten, die teilweise auch unter Denkmalschutz stehen, 225 00:14:52.808 --> 00:14:57.396 und die eignen sich jetzt nicht für offene und flexible Raumstrukturen. 226 00:14:57.396 --> 00:15:02.651 Von daher werden wir die vorhandenen klassischen Büroräume ergänzen 227 00:15:02.651 --> 00:15:06.030 durch Elemente moderner Arbeitswelten. 228 00:15:06.030 --> 00:15:09.325 Das sind Räume für konzentriertes Arbeiten 229 00:15:09.325 --> 00:15:15.080 oder auch Projektarbeit in Gruppen, Teeküchen und Pausenräume, 230 00:15:15.080 --> 00:15:18.751 wo man sich informell treffen und auch spontane Gespräche führen kann. 231 00:15:19.877 --> 00:15:22.880 Wir planen entlang der Konstanzer Straße 232 00:15:22.880 --> 00:15:26.842 ein öffentliches Gebäude der Deutschen Rentenversicherung, 233 00:15:26.842 --> 00:15:31.263 ein Haus, das einen attraktiven Vorplatz erhält und ein offenes Foyer, 234 00:15:31.263 --> 00:15:35.517 über das man öffentliche Bereiche wie die Auskunfts- und Beratungsstelle, 235 00:15:35.517 --> 00:15:38.270 die Kantine, die Bibliothek erreichen kann 236 00:15:38.270 --> 00:15:45.027 und sich als beratungssuchender Besucher durch das Gebäude frei bewegen kann. 237 00:15:45.527 --> 00:15:47.863 Das Ziel, sich von einer klassischen Behörde zu einem 238 00:15:47.863 --> 00:15:51.492 modernen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln, ist noch nicht erreicht. 239 00:15:51.492 --> 00:15:53.577 Doch die transparenten Verwaltungsstrukturen 240 00:15:53.577 --> 00:15:57.915 und die zügige Bearbeitung von Renten- anträgen und anderen Anliegen zeigen, 241 00:15:57.915 --> 00:16:01.168 dass sich die Deutsche Rentenversicherung Bund auf dem richtigen Weg 242 00:16:01.168 --> 00:16:02.336 in die Zukunft befindet.