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Mehr wissen über die Rentenansprüche

Frauen erhalten im Durchschnitt noch spürbar weniger Rente als Männer. Manchen Nachteil in der Erwerbsbiografie lässt sich ausgleichen. Deshalb gehört ein spezielles Informationsangebot zum Service der Rentenversicherung

Vorträge für FrauenMehr wissen über die Rentennsprüche

Legen Männer und Frauen ihre jährliche Renteninformation nebeneinander, wird es auf einen Blick schnell deutlich: Viele Frauen müssen im Alter mit weniger Geld aus der Rentenversicherung rechnen als ihre (Ehe-) Männer. Jedenfalls, wenn man diese Rechnung im Westen unseres Landes aufmacht. So lag beispielsweise der durchschnittliche Betrag für eine Altersrente, den ein Rentner in Nordrhein-Westfalen in 2017 pro Monat ausgezahlt bekam, bei 1.242,38 Euro. Der Durchschnitt bei den Frauen erreichte dagegen 610,50 Euro. Und das hat einen einfachen Grund: „Die Versicherungsbiografien der Frauen sind häufig komplett anders als die der Männer. Das wirkt sich dann im Alter bei der Rentenhöhe aus“, erklärt Martina Ahlers von der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Der Begriff Versicherungsbiografie beschreibt die Lebens- und Erwerbsumstände, die die Beitragszahlungen auf das Rentenkonto bestimmen. Oder auf eine einfache Formel gebracht: Wer im Laufe seines Lebens mehr auf sein Rentenkonto einzahlt, bekommt am Ende auch mehr Rente heraus. Dieser Mechanismus bedeutet dann umgekehrt aber auch, dass weniger herausbekommt, wer über längere Zeit keine oder weniger Beiträge gezahlt wurden.

„Bei Frauen sind die Beitragszeiten durch Erwerbsarbeit häufiger unterbrochen als bei Männern. Zum Beispiel durch lange Zeiten von Kinderziehung oder Pflege von Angehörigen“, blickt Martina Ahlers auf ihre Erfahrung im Auskunfts- und Beratungsdienst zurück. Dort prüft sie tagtäglich die individuellen Versicherungsverläufe und bespricht sie mit den Versicherten. Klärung des Versicherungskontos heißt das offiziell.

„Für die Frauen ist es wichtig zu erfahren, ob und wie sich diese besonderen Zeiten positiv auf die Rente auswirken können. Doch darüber wissen eben nicht alle Frauen gleichermaßen gut Bescheid“, fügt sie hinzu. Deshalb ist es gerade für Frauen wichtig, sich rechtzeitig über das Thema Rente und Altersvorsorge zu informieren – in der persönlichen Beratung oder eben in den speziellen Vortragsangeboten wie im Vortrag „Frau und Rente“. Dort vermitteln Experten der Rentenversicherung wichtige Grundinformationen: Wie Frauen im Alter abgesichert sind, was sie selbst dafür tun können und wo Rentenversicherung und Staat sie besonders unterstützen. Zum Beispiel bei der Anerkennung von Zeiten für Pflege und Kindererziehung. Außerdem sollen diese Vorträge Frauen sensibilisieren, sich mit der eigenen Vorsorgesituation im Alter zu befassen.

Viele Frauen haben ihre Kinder im Rentenkonto noch gar nicht oder nur unvollständig eingetragen

Martina Ahlers, Beraterin der Deutschen Rentenversicherung Westfalen

Frauen arbeiten öfter in Teilzeit

Zwar hat durch das veränderte Rollenverständnis die Berufstätigkeit von Frauen stark zugenommen – jedenfalls im Vergleich der aktiven Erwerbsgeneration zu den älteren Frauen, die bereits in Altersrente sind. Aber: „Interessanterweise ist es auch heute noch so, dass eher die Frauen zunächst für eine gewisse Zeit zuhause bleiben oder in Teilzeit arbeiten – und eben nicht die Männer“, lautet die Erfahrung aus der Beratungspraxis von Martina Ahlers. Größer geworden ist ihrer Einschätzung nach jedoch das Bewusstsein der Frauen zu dem Thema: „Die Frauen wissen auf der anderen Seite auch, was es für die Rente bedeutet, wenn sie mehr arbeiten. Sei es mit einer erhöhten Stundenzahl oder mit Wechsel vom reinen 450-Euro-Job in eine umfangreichere Teilzeit-Anstellung. Übrigens, zu den 450-Euo-Jobs weise ich dann auch immer auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: Nicht auf die Versicherungspflicht verzichten – um beispielsweise auch den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu wahren!“

In ihren Vorträgen wirbt die Expertin immer wieder dafür, dass Frauen rechtzeitig ihre Konten klären lassen. „Etliche haben die Kinder im Rentenkonto noch gar nicht oder nur unvollständig eingetragen. Somit wird in ihren Renteninformationen jahrelang ein zu niedriger Betrag für die spätere Rente prognostiziert, was dann umgehend nach oben korrigiert wird.“ Neben solch positiven Dingen müssen die Experten in den Vorträgen aber mit so manch falscher Hoffnung oder Annahme aufräumen. „Der Versorgungsausgleich bei Scheidung ist so etwas“, erzählt Martina Ahlers: „Einige Frauen glauben, dass der Versorgungsausgleich erst später erfolgt und somit auch der Betrag erst später hinzukommt. Das ist falsch! Wenn wir Ihnen dann sagen, dass der Ausgleich schon berücksichtigt ist und bereits in der Renteninformation eingerechnet ist, da gibt´s manchmal einen kleinen Schock.“ 

Generell kommen beim Komplex „Was ist, wenn…“ viele Fragen in den Vortragsveranstaltungen auf. „Der Klassiker ist die Witwenrente, wenn es um die eigene Absicherung beim Tod des Ehemannes geht“, sagt Martina Ahlers und ergänzt: „Wichtige Themen nicht nur für Frauen. Deshalb kommen auch viele Männer mit zu den Vorträgen, wenn es um „Frau und Rente“ geht. •