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Prävention mit der Gesetzlichen Rentenversicherung

Erwerbsfähig bis ins Rentenalter?

Foto: Ineinander verknotete Poolnudel


Steigende Anforderungen im Beruf und die Zunahme chronischer Erkrankungen lassen viele Menschen daran zweifeln, dass sie bis ins Rentenalter berufstätig sein können. Oftmals werden leichtere Beschwerden ignoriert oder zu spät angegangen. Im Laufe der Jahre können sich daraus ernste Erkrankungen entwickeln, die die Erwerbsfähigkeit gefährden. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, bietet die gesetzliche Rentenversicherung präventive (vorbeugende) Leistungen für Versicherte an, die bereit sind, aktiv an ihrer Gesundheit und dem Erhalt ihrer Erwerbsfähigkeit mitzuarbeiten.

Welche Ziele hat die Prävention?

Die Prävention soll Ihnen helfen, Ihre gesundheitlichen Probleme aktiv anzugehen und Ihren (Berufs-) Alltag in Zukunft besser zu bewältigen. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen können Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht bringen. Die psychologischen Strategien zum Selbstmanagement helfen Ihnen durchzuhalten und langfristig einen gesünderen Lebensstil zu verwirklichen. So vermeiden Sie auf Dauer lange Krankheitszeiten und ein frühes Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Sie können Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit (Prävention) nach § 31 Abs.1 Satz 1 Nr. 2 SGB VI erhalten, wenn Sie eine besonders gesundheitsgefährdende Beschäftigung ausüben, also z. B. Arbeiten im Schichtdienst, Arbeiten, die mit starker körperlich einseitiger Belastung oder mit hohem nervlichen oder emotionalen Stress verbunden sind. Darüber hinaus müssen erste gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, die noch keinen Krankheitswert haben, wie etwa häufig wiederkehrende Schmerzen, beginnende psychische Beeinträchtigungen, ernste Probleme mit dem Gewicht oder dem Stoffwechsel
oder Probleme mit den Atemwegen.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen:

  • Sie müssen in den letzten zwei Jahren vor der Antragstellung sechs Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen für eine versicherungspflichtige Beschäftigung
    oder Tätigkeit haben

    oder

  • innerhalb von zwei Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eine versicherte Beschäftigung aufgenommen und bis zum Antrag ausgeübt haben oder nach einer solchen Beschäftigung bis zum Antrag arbeitsunfähig oder arbeitslos gewesen sein

    oder

  • bei der Antragstellung die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben.

Wie läuft die Präventionsleistung ab?

Die Präventionsleistung gliedert sich grundsätzlich in drei Abschnitte:

Die mehrtägige Initialphase beginnt in der Regel mit einer medizinischen Eingangsuntersuchung, in der Ihre persönlichen gesundheitlichen Risiken festgestellt werden sollen. Mit Ihnen werden individuelle Präventionsziele erarbeitet. In den nachfolgenden Schulungen lernen Sie in der Gruppe, wie Sie Ihren Berufsalltag durch gesunde Ernährung, Bewegung und regelmäßige Entspannungsübungen in Zukunft besser bewältigen können.

Die nachfolgende, längere Trainingsphase erfolgt berufsbegleitend. An ein bis zwei Abenden pro Woche werden in der Gruppe die neu erlernten Strategien vertieft, und Sie gewöhnen sich daran, Sport, Entspannung und gesunde Ernährung in Ihren individuellen Lebensalltag zu integrieren.

Am Ende steht die mehrmonatige Eigeninitiativphase: Jetzt setzen Sie das Erlernte selbständig um und machen aus Ihren Vorsätzen feste Gewohnheiten. Nach dieser Phase treffen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gruppe noch einmal zusammen, um Bilanz zu ziehen und evtl. zwischenzeitlich aufgetretene Probleme zu besprechen (Auffrischungstag(e)).

Manche Rentenversicherungsträger bieten alternativ auch eine andere Durchführung der Leistungen zur Prävention an (stationär oder ambulant). Welche Leistung für Sie persönlich in Betracht kommt, entscheidet Ihr zuständiger Rentenversicherungsträger.

Was muss ich tun, um eine Präventionsleistung zu beantragen?

Mit dem in Ihrem Betrieb zuständigen Betriebs/Werksarzt oder auch mit Ihrem Hausarzt können Sie darüber sprechen, ob eine Prävention für Sie in Frage kommt. Von ihm lassen Sie gegebenenfalls auch den ärztlichen Befundbericht ausfüllen, den Sie mit den Antragsformularen
erhalten.

Sie können sich diese Formulare über nachfolgenden Link kostenlos herunterladen

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