Deutsche Rentenversicherung

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Historische Entwicklung der DRV Oldenburg-Bremen

Logo zum 125-jährigen Jubiläum der gesetzlichen Rentenversicherung

Am 08.08.1890 konstituierte sich der Vorstand der Versicherungsanstalt Oldenburg. Mit der Bekanntmachung vom 04.11.1890 wurde die Errichtung einer Versicherungsanstalt für das Gebiet des Herzogtums Oldenburg veröffentlicht. Zu Beginn des Jahres 1891 wurde mit zwei Staatsbeamten, zwei Hilfskräften und einem Boten die Arbeit aufgenommen. Rund 55.000 Versicherte waren zu betreuen.

Nicht die Gewährung von Renten gehörte zu den ersten Aufgaben der Versicherungsanstalt Oldenburg, später Landesversicherungsanstalt (LVA), sondern die Durchführung von Heilverfahren vor allem gegen die Volksseuche Tuberkulose. Ursächlich hierfür waren die katastrophalen Wohnverhältnisse. Diesen wurde mit der Gewährung von Darlehen zur Förderung des Arbeiterwohnungsbaus begegnet und in Sannum wurde das erste Genesungsheim für Lungenkranke eröffnet. Erst 1912 mit der Einführung von Hinterbliebenenrenten und 1916 mit der Absenkung der Altersgrenze auf 65 Jahre spielte die Rentengewährung eine größere Rolle. Die Inflation 1923 brachte die noch kapitalgedeckt finanzierte LVA an den Rand des Ruins, mit diversen Konsolidierungsmaßnahmen konnte sie sich aber über die Runden retten. 1928 war eine Fusion mit der LVA Hannover im Gespräch, die praktizierte sparsame Verwaltungsführung verhinderte aber den Verlust der Eigenständigkeit.

Mit der Veränderung der politischen Verhältnisse wurde 1934 die Selbstverwaltung abgeschafft und erst 1953 wieder eingeführt.

Die Geburtsstunde der LVA Oldenburg-Bremen schlug 1939. Die LVA Hansestädte wurde aufgelöst und Bremen dem Oldenburger Versicherungsträger zugeschlagen. Vor dem Zusammenschluss hatte die LVA 90.000, danach 230.000 Versicherte.

Der zweite Weltkrieg setzte der LVA stark zu. 1941 wurde die Geschäftsstelle Bremen bei einem Luftangriff komplett zerstört. Dementsprechend schwierig gestaltete sich der Start nach dem Krieg in einer Zweiländeranstalt. Bremen ist amerikanische und Oldenburg britische Besatzungszone. Gleichwohl gelang es 1948 nach der Währungsreform die Renten in DM auszuzahlen.

Dennoch war die Lage der Rentenversicherung schlecht. Die Kapitalreserven sind im Krieg fast aufgebraucht worden. Viele Rentner lebten in Armut, während es den Beschäftigten zunehmend besser ging. 1957 dann Adenauers Rentenreform: Die Kapitaldeckung wurde aufgegeben, stattdessen kommen die Arbeitnehmer im Umlageverfahren für die Rentner auf. Mit dem Generationenvertrag stiegen die Renten spürbar.

Die LVA Oldenburg-Bremen wächst: 1961 wurde das Hochhaus an der Hunte-straße gebaut, drei Kliniken in Bad Kissingen, Bad Wildungen und Bad Schwalbach werden ebenso errichtet wie die Neubauten der Geschäftsstelle Bremen und der Auskunfts- und Beratungsstellen in Wilhelmshaven und Vechta.

1975 wurde das Ehrenamt der Versichertenältesten eingeführt. Im gesamten Zuständigkeitsbereich nahmen 50 „Helfer in der Nachbarschaft“ ihre Beratungstätigkeit auf und gehören seitdem zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Auskunfts- und Beratungsstruktur der LVA.

Ein Jahr später wurden alte Gebäude aus der Gründerzeit (Torbogenhaus) abgerissen und an der Huntestraße entstand ein weiterer Neubau.

1988 übernahm die LVA die Durchführung des Künstlersozialversicherungsgesetzes, die Künstlersozialkasse mit Sitz in Wilhelmshaven wurde eine Abteilung.

Nach der Wiedervereinigung wurden in den neuen Bundesländern die Landesversicherungsanstalten wieder errichtet. Die LVA Oldenburg-Bremen stellte für die LVA Mecklenburg-Vorpommern den Errichtungsbeauftragen und unterstützte den neuen Träger organisatorisch und personell.

1997 verlor die LVA durch eine Grundgesetzänderung die Bundesunmittelbarkeit und wurde der Aufsicht Niedersachsens unterstellt. Das hatte zur Folge, dass aus ordnungspolitischen Gründen die Verwaltungsgemeinschaft mit der bundesunmittelbaren Künstlersozialkasse 2001 aufgelöst wurde.

Dafür kam 2003 eine neue Aufgabe auf die LVA zu. Als sogenannte Verbindungsstelle sorgte sie für die Umsetzung des Deutsch-Australischen Sozialversicherungsabkommens. Insbesondere für in Australien lebende deutsche Auswanderer werden die Rentenansprüche geregelt.

Mit einer Reorganisation hatte sich die LVA 1994/95 schlank gemacht und damit die Wirtschaftlichkeit verbessert. Ohne den Service für die Versicherten zu verschlechtern, wurden in den nächsten Jahren 30 Prozent der Stellen sozialverträglich abgebaut. Mit der Schaffung von effektiven und effizienten Verwaltungsstrukturen war die LVA für die beginnende Diskussion über eine Organisationsreform in der Rentenversicherung gut aufgestellt. Mit wirtschaftlichen Argumenten konnte Fusionsangeboten begegnet werden.

Mit dem Organisationsreformgesetz 2005 wird die gesetzliche Rentenversicherung neu strukturiert. Eine einheitliche Deutsche Rentenversicherung besteht aus zwei Bundesträgern und 14 Regionalträgern. Niedersachsen spricht sich in einer Entschließung des Landtags zum Fusionsgesetz der DRV Braunschweig-Hannover für zwei starke Rentenversicherungsträger im Land aus. Aus der Landesversicherungsanstalt wurde die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen.