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Netzwerkkonferenz: Gesundheit am Arbeitsplatz

Datum: 09.09.2016

Eine Gruppe von mehreren Personen steht vor dem Bremer RathausQuelle:Markus Hibbeler, Rastede Die Beiratsmitglieder der Bremer Netzwerkkonferenz

Rund 240 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden haben sich am 6. September 2016 in der Bremischen Bürgerschaft darüber ausgetauscht, wie die Gesundheit am Arbeitsplatz und die Erwerbsfähigkeit gefördert werden können. „Das Treffen war ein voller Erfolg. Die große Resonanz belegt den weit verbreiteten Wunsch nach Vernetzung, Austausch und auch neuen Ideen in diesem Themenfeld“, sagt Prof. Dr. Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Jacobs University. Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen sowie 15 bremischen und überregionalen Partnern hatte die Jacobs University die erste Netzwerkkonferenz ausgerichtet.

Christian Wolff, Stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen spricht zu den Anwesenden der Netzwerkkonferenz. Er gestikuliert dabei mit den Händen.Quelle:Markus Hibbeler, Rastede Christian Wolff, Stellv. Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen

Welche große Bedeutung das Thema in der Gesellschaft besitzt, machte Ekkehart Siering, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen in seinen Eröffnungsworten deutlich. Christian Wolff, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, fokussierte in seinem Grußwort auf das Ziel der Veranstaltung: Vernetzung, Zusammenarbeit und Kooperation der Bremer Akteure, um die Möglichkeiten der Teilhabe der Menschen am Arbeits- und Erwerbsleben weiter zu gestalten.

Laut Carola Bury, Referentin für Gesundheitspolitik von der Arbeitnehmerkammer Bremen, gehen in der Hansestadt jährlich 1.500 Menschen in die Erwerbsminderung, weil sie chronisch krank und erwerbsunfähig sind. Für viele Menschen geht dies einher mit gravierenden sozialen Einschränkungen. Viele wollen zwar zurück in das Berufsleben, schaffen es aufgrund ihrer gesundheitlichen Belastungen jedoch nicht. Mehrere Vortragende betonten in dem Zusammenhang den hohen Nutzen von Investitionen in ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Jeder Euro, den ein Unternehmen in die Gesundheit der Mitarbeiter investiere, bringe im Durchschnitt das Doppelte an Ertrag.

Auf Stuhlreihen sitzen die zahlreichen Besucher der Veranstaltung und hören den Redebeiträgen zu.Quelle:Markus Hibbeler, Rastede Blick ins Plenum der Veranstaltung

Auf die schwierige Situation von Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiographien und einer unzureichenden Berufsqualifikation verwies Felicitas Jung vom Gesundheitsamt Bremen. Elisabeth Zschucke von der Jacobs University stellte Ergebnisse aus der BERATER-Studie zur Situation von Erwerbsminderungsrentnern und -rentnerinnen vor: Sie sind gesundheitlich belastet, haben eine geringe Lebenszufriedenheit und sind oft übergewichtig, so die Wissenschaftlerin. Dennoch oder gerade deswegen wollen mehr als die Hälfte von ihnen ins Erwerbsleben zurückkehren, sagte Zschucke. Diese hohe Rate erstaunte die Experten der Tagung: Sie hatten geschätzt, dass nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen ins Erwerbsleben zurückkehren wollen.

In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmer aus zu Fragen und Lösungsansätzen rund um Arbeitsplatzgestaltung, Arbeit und Alter, Arbeit und psychische Belastungen, Prävention, betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeit und Inklusion sowie Rehabilitation. Den Abschluss der Konferenz, die unter dem Motto „Fit im Job – Erwerbsteilhabe gestalten“ stand, bildete eine Diskussionsrunde zu weiteren Fragen und Handlungsbedarfen, insbesondere auch zu Möglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen. Dabei wurde unter anderem die Forderung nach passgenauen, individuellen und innovativen Maßnahmen und Kosten-Nutzen-Analysen laut.

„Wir freuen uns über die positiven Rückmeldungen, die uns erreicht haben“, sagt Sozialmedizinerin PD Dr. med. Aike Hessel, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Projektkoordinatorin bei der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen. „Wir werden das Feedback nun detailliert auswerten, um unsere Arbeit zu optimieren sowie diesen thematischen Austausch und die gewinnbringende Vernetzung aller Akteure fortzusetzen.“

Zu den Mitveranstaltern aus Bremen zählten die Agentur für Arbeit, das Amt für Versorgung und Integration, die Arbeitnehmerkammer, ArcelorMittal, die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Projektträger für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Gesundheitsamt, die Jacobs University, das Netzwerk Gesundheitswirtschaft Nordwest, der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die Techniker Krankenkasse, die Universität Bremen, die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., der Verband der Betriebs- und Werksärzte sowie die ZIP Zeitarbeit + Personalentwicklung GmbH.

Weitere Informationen: www.jacobs-university.de http://slippke.user.jacobs-university.de 

Fragen hierzu beantworten:

Prof. Dr. Sonia Lippke | Professorin für Gesundheitspsychologie s.lippke@jacobs-university.de  Tel: +49 421 200-4730

PD Dr. med. Aike Hessel  | Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen aike.hessel@drv-oldenburg-bremen.de  Tel: +49 421 3407-208

Über die Jacobs University: Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

Kontakt: Kristina Logemann | Brand Management, Marketing & Communications

k.logemann@jacobs-university.de Tel.: +49 421 200-4454