Grundsteinlegung in Mölln: Deutsche Rentenversicherung Bund beginnt mit Klinik-Neubau am Standort Hellbachtal

Datum: 04.09.2026

In einem zukunftsweisenden Neubau werden die Kliniken Hellbachtal und Föhrenkamp des Reha-Zentrums Mölln zusammengeführt. Bis Ende 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Der Klinikbetrieb wird im ersten Halbjahr 2028 aufgenommen. In einer feierlichen Zeremonie erfolgt heute die Grundsteinlegung.

Ein symbolischer erster Stein und eine Zeitkapsel: Mit einer feierlichen Grundsteinlegung beginnt heute der Bau des neuen Reha-Zentrums in Mölln am Standort der Klinik Hellbachtal. In der Zeitkapsel, einer kleinen Metallhülse, befinden sich ein Artikel aus „Der Landkreis 6/2026“, eine Münz-Nachprägung des Lauenburger Doppeltalers von 1610, ein Stethoskop, ein Gruppenfoto des Pflegepersonals, Baupläne und ein Zollstock. Die Kapsel dient als Botschaft für die Zukunft, sollte das Gebäude später einmal umgebaut oder abgerissen werden. Da die Betonage der Untergeschoss-Sohle bereits abgeschlossen ist, wird sie nicht in die Bodenplatte, sondern direkt in das Mauerwerk des Untergeschosses integriert.

Hierbei legen Landrat Dr. Christoph Mager, Dr. Michael Marutt, Ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums Mölln, und Jens Urlichs, Leiter der Abteilung Immobilien der Deutschen Rentenversicherung Bund, selbst Hand an und verschließen mit Maurerkellen das Mauerwerk symbolisch. „Mit der heutigen Grundsteinlegung schaffen wir die Basis für einen Klinikstandort, der drei Dinge miteinander verbindet: eine hochwertige Anschlussversorgung und Reha der Versicherten, einen attraktiven Arbeitsplatz für Fachkräfte unterschiedlichster Professionen und einen Ort, der Gesundheit, Erholung und Lebensqualität in der Region miteinander verbindet“, erklärt Landrat Mager.

Ein symbolischer erster Stein und eine Zeitkapsel: Mit einer feierlichen Grundsteinlegung beginnt heute der Bau des neuen Reha-Zentrums in Mölln am Standort der Klinik Hellbachtal. Quelle: DRV | Christian-Schäfer-Fotografie Ein symbolischer erster Stein und eine Zeitkapsel: Mit einer feierlichen Grundsteinlegung beginnt heute der Bau des neuen Reha-Zentrums in Mölln am Standort der Klinik Hellbachtal.

Größtes Holzmodulgebäude in Deutschland

In dem wegweisenden Neubauprojekt führt die Deutsche Rentenversicherung Bund ihre Kliniken Föhrenkamp, eröffnet 1968, und Hellbachtal, eröffnet 1978, unter einem Dach zusammen. In nur zwei Jahren – bis Ende 2027 – entsteht das aktuell größte bekannte Holzmodulgebäude der gesundheitlichen Versorgung Deutschlands. Das fertige Gebäude wird aus 386 Modulen bestehen, ist 24 Meter hoch und verfügt über eine Bruttogrundfläche von rund 27.000 Quadratmetern. Die Grundfläche der Baugrube entspricht mit rund 58 Meter Länge und 42 Meter Breite ungefähr drei Handballfeldern. Rund 38.000 Kubikmeter Erdreich wurden hierfür ausgehoben und rund 3.400 Kubikmeter Beton in die Bodenplatte eingebracht. Ein Jahr nach Bezug des Neubaus wird das alte Klinikgebäude am Standort Hellbachtal abgerissen. Das Gebäude der Klinik Föhrenkamp wird veräußert.

Vorteile der Holzmodulbauweise sind nicht nur der Nachhaltigkeitsaspekt, sondern auch die geringere Belastung der Rehabilitanden aufgrund der kurzen Bauzeit: Die Module werden im Werk gefertigt und müssen vor Ort nur noch montiert werden. Die Bauzeit von rund einem Jahr ist gegenüber der konventionellen Bauweise nicht nur kürzer, sie reduziert auch die Immissionen deutlich. Darüber hinaus unterstützt die Holzmodulbauweise das Konzept der heilenden Architektur und kommt dadurch gleich mehrfach den Rehabilitanden aber auch den Mitarbeitenden zugute.

Bereits mit der Inbetriebnahme in der ersten Jahreshälfte 2028 soll das Reha-Zentrum CO2-neutral sein. Gearbeitet wird mit treibhausgasneutraler Anlagentechnik: Das Gebäude wird mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und einem Eisspeicher beheizt. Photovoltaikanlagen auf den Dächern und der Zukauf von 100 Prozent CO2-freiem Strom decken den Strombedarf.

Aussenansicht auf den Neubau der Klinik Mölln Quelle: Telluride Architektur GmbH

Heilende Architektur als Gestaltungskonzept

Auf 23.700 Quadratmetern werden sich die medizinischen und therapeutischen Räumlichkeiten, das Schwimmbad, die Cafeteria, Speiseräume sowie Ruhezonen, Begegnungsflächen und Bereiche für Sport und Bewegung befinden. Die Gestaltung orientiert sich an der „Heilenden Architektur“: Großzügige Grünflächen werden das Gelände prägen. Bei der Gestaltung der Innenräume kommen gedeckte Farben und natürliche Materialien zum Einsatz. Jedes Patientenzimmer wird über einen Balkon verfügen und so einen Ausblick in die Natur ermöglichen. Auf diese Weise soll das Wohlbefinden der Behandelten gesteigert und der Genesungsprozess angeregt werden. „Mit dem Neubau eröffnen sich am Reha-Zentrum Mölln ganz neue Möglichkeiten: Wir können moderne medizinische und therapeutische Konzepte mit einer Umgebung verbinden, die den Genesungsprozess der Versicherten unterstützt. Mit dem neuen Reha-Zentrum bekommen wir somit die Möglichkeit, unsere Rehabilitandinnen und Rehabilitanden noch besser auf ihrem Weg zurück in Beruf und Alltag zu begleiten und die nachhaltige Wirkung der medizinischen Reha zu stärken“, so Michael Marutt.

Behandlungsfelder: Psychosomatik und Gastroenterologie

Der Neubau wird über 307 Betten verfügen. Die Indikationen der Inneren Medizin (Gastroenterologie, Diabetologie, LTX) bleiben unverändert. Als zweite Hauptindikation kommt die Psychosomatik hinzu, die bereits schrittweise aufgebaut wird. Die Indikation Orthopädie wird im Neubau nicht mehr angeboten. Zukünftig sind außerdem 24 Behandlungsplätze in der Dualen Reha für das Fachgebiet Psycho-Gastroenterologie vorgesehen.