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Unser Lesetipp für Sie: „Wald tut gut!“

"Zukunft Jetzt" | Ausgabe 03/2020

Felix besucht heute den Wald. Aber statt sportlich mit dem Montainbike oder mit der Familie geht er heute zum „Waldbaden“. Waldbaden kommt aus Japan und heißt dort Shinrin Yoku, übersetzt: ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen. Es geht darum, den Wald mit allen Sinnen zu erleben, zur Ruhe zu kommen, achtsam mit der Natur und sich selbst zu sein.

WaldbadenQuelle:IMAGEBROKER/GETTYIMAGES Waldbaden zj

„Die heilende Kraft des Waldes ist nichts Esoterisches. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Bewegung im Wald hilft“, sagt Dr. Matthias Rudolph, Chefarzt der Mittelrhein-­Kinik Bad Salzig, einer Fachklinik für Psychosomatische Krankheiten.

Felix ist wegen eines Tinnitus zur Reha in der Mittelrhein-Klinik. Seit drei Jahren ist es in seinen Ohren niemals still, immer rauscht und pfeift und klopft es, Tag und Nacht. Die Schichtarbeit in der Produktion eines Autounternehmens setzt dem 45-Jährigen immer mehr zu, denn richtig ausruhen und gut schlafen kann er schon lange nicht mehr. Waldbaden ist gerade bei Tinnituspatienten angesagt. Wer in die Mittelrhein-Klinik kommt, hat den Wald vor der Haustür. Da bietet es sich an, die Kraft der Natur zu nutzen. 

Schlendern und staunen

Beim Waldbaden ist Felix zum ersten Mal – unter Anleitung von Dr. Rudolph, der auch Vorstandsvorsitzender der Deutschen Tinnitus-Liga ist. Langsam schlendert Felix zwischen den Bäumen, genießt die Natur, nimmt bewusst wahr, was er riecht, hört, fühlt und sieht. Die beruhigende Wirkung des Waldes erfasst ihn schon nach kurzer Zeit. Er fühlt sich befreit und unbelastet. Sein Ohrgeräusch ist noch da, verschwindet aber mehr und mehr in den Hintergrund. „Ich war schon oft im Wald. Aber nie so bewusst wie jetzt. Was hier kriecht und fliegt, wie es riecht, die Geräusche, die Farben und das Licht – alles ist irgendwie besonders“, sagt Felix und kann tatsächlich seine Ohrgeräusche mit der Zeit ausschalten.

Wir nutzen die Kraft der Natur.

Dr. Matthias Rudolph, Chefarzt der Mittelrhein-Klinik Bad Salzig
 

Im Wald besinnen, das spendet Kraft, gibt neue Energie und Lebenswillen zurück. Es führt zu mehr Gelassenheit, Zufriedenheit und auch Selbstakzeptanz. Körper und Psyche profitieren davon, wenn sich der Kopf eine Auszeit nimmt, nicht verstehen, erklären und bewerten muss. Den Wald spüren, das stärkt die Abwehrkräfte, senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz, reduziert Stress und entspannt. Und es hilft, auch noch nach der Reha Stresssituationen in Alltag und Beruf besser zu meistern.

Zum Baum werden

Felix steht inzwischen auf einer Wiese, gemeinsam mit anderen bildet er einen Kreis. Alle schließen die Augen. Sie lassen aus ihren Füßen Wurzeln wachsen, wiegen die Arme wie Äste im Wind. Jetzt ist jeder ein Baum – fest verbunden mit der Erde und mit sich selbst. Und auch Dr. Rudolph ist zufrieden: Mit dem Wald und seiner heilenden Kraft und mit seinen Patienten.