Deutsche Rentenversicherung

Unser Lesetipp für Sie: "Rechtzeitig an die Rente denken"

"Zukunft Jetzt" | Ausgabe 01/2022

Rechtzeitig an die Rente denken

Ein Ehepaar mittleren Alters liegt entspannt lächelnd auf dem Boden, ihren Kopf stützen sie mit der Hand.  Quelle:Adobe Stock/Goodluz Ehepaar kurz vor der Rente Wer alles Wichtige vorab klärt, kann gelassen in Rente gehen.

Wilhelm Schild ist Rentenexperte bei der Auskunfts- und Beratungsstelle in Mainz. Er weiß, wie man sich auf die Rente vorbereitet und worauf es dabei ankommt.

Seine Empfehlung ist eindeutig: „An seine Rente sollte man so früh wie möglich denken. Und am besten immer wieder“, sagt Wilhelm Schild. Eine gute Basis sei immer die Renteninformation. Diese erhält jeder Versicherte regelmäßig ab dem 27. Lebensjahr, wenn mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt wurden. Sie zeigt, ob alle bisher zurückgelegten Zeiten vollständig erfasst sind oder ob es Lücken gibt und mit welcher Altersrente später zu rechnen ist. „Bei Lücken sollte man auf jeden Fall Unterlagen nachreichen. Wenn die fehlenden Zeiten noch nicht so lange zurückliegen, ist es meist einfacher, Nachweise zu besorgen, zum Beispiel bei einem früheren Arbeitgeber“, erklärt Schild. „Und hier kann man schon früh erkennen, ob eine zusätzliche Absicherung im Alter sinnvoll ist. Falls ja, je früher man damit anfängt, desto besser.“

Der FahrpIan zur Rente

„Mit der Rente ist es wie mit dem Leben: Ab und zu muss man Ordnung reinbringen“, findet Wilhelm Schild. Wer früh beginnt, hat noch einige Möglichkeiten, Lücken in seinem Versicherungsleben zu schließen und die Rentenhöhe zu beeinflussen. Zum Beispiel kann man für Schul- und Studienzeiten nach dem 17. Lebensjahr für maximal acht Jahre Beiträge nachzahlen. „Bis 45 muss man damit begonnen haben.“

Ab 50 sollte man wissen, wie viel Geld man im Alter aus Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge wahrscheinlich zur Verfügung hat. Auch die laufenden Kosten, wie Miete, Lebensmittel und Nebenkosten, sollte man kennen. „Jetzt ist immer noch Zeit, regelmäßig zu sparen und für die Zeit nach dem Berufsleben vorzusorgen. Deshalb gibt es jetzt auch weitere Möglichkeiten, etwas für die Rentenhöhe zu tun.“ Wer Entgeltpunkte wegen einer Scheidung über den Versorgungsausgleich eingebüßt hat, kann diese jetzt noch ausgleichen. Und wer plant, früher in Rente zu gehen, kann die Abschläge bei der Rente durch freiwillige Beiträge ausgleichen. „Für mehrere Jahre ist da schon ein größerer Betrag zu zahlen. Den kann man über die Jahre ab 50 bis zur Rente splitten und damit sogar noch Steuern sparen.“ Welche Variante am besten passt, klärt man am besten mit einer Beratung bei einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Tipp: „Oft ist der Ausgleich für die Verluste durch den Versorgungsausgleich günstiger.“

Ab 55 sollte man sich überlegen, wie und wann man aus dem Berufsleben aussteigen möchte. „Meine Erfahrung ist, dass viele jetzt schon in etwa wissen, ob sie so früh wie möglich in Rente gehen oder doch länger arbeiten möchten.“ Deshalb sollte man wissen, ob man die 45 Jahre erreichen kann, die für eine Rente für besonders langjährig Versicherte ohne Abschläge notwendig sind. Auch über Angebote des Betriebs oder im Tarifvertrag sollte man sich jetzt informieren. Manche möchten die letzten Jahre bis zur Rente nicht mehr voll arbeiten oder nach dem Rentenbeginn noch weiterarbeiten. „Das muss jeder für sich entscheiden,“ sagt Schild. „Fakt ist, eine Teilzeitbeschäftigung beeinflusst deutlich weniger die Höhe der Rente als ein früherer Rentenbeginn. Und wer länger arbeitet, erhöht seine Rente immer.“

Persönlich beraten lassen

Ab 60 wissen die meisten ganz genau, was sie wollen. „Jetzt ist die Zeit für eine ausführliche Beratung bei der Rentenversicherung“, empfiehlt Schild. Denn die Rentenberatung kann vieles klären: etwa die passende Rentenart und den besten Termin für den Rentenbeginn. Zudem sollte sich jeder auch seinen Arbeitsvertrag ansehen und mögliche Kündigungsfristen kennen. Ein Jahr vor der Rente sollte das Versicherungskonto nun auf jeden Fall geklärt sein. Den Rentenantrag sollte man drei bis vier Monate vor dem geplanten Rentenbeginn stellen. Dafür braucht man Versicherungsnummer, Krankenversicherungskarte, Bankverbindung und die Steuer-ID. Den Antrag kann man bei der Kommune, einer Auskunfts- und Beratungsstelle oder online stellen. Schild weiß: „Wenn alles geklärt ist, kann man das auch gut alleine von zu Hause aus. Wer sich im Internet auskennt, der sollte auch mit einem Online-Rentenantrag klarkommen. Zumal man jederzeit zwischenspeichern kann und zu einem späteren Zeitpunkt weiter machen kann.“

Zwei männliche Personen sitzen auf blauen Sesseln in einem Raum. Vor ihnen befinden sich verschiedene Geräte zur Bild- und Tonaufnahme.  Quelle:Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz Schild und Heuß Im TV oder auf Facebook: Mit Wilhelm Schild (links) die Rente verstehen.