Deutsche Rentenversicherung

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Unser Lesetipp für Sie: „Mein Kind, meine Zeit“

"Zukunft Jetzt" | Ausgabe 01/2020

Mit Muße füreinander da sein – im Familienalltag scheint das oft unmöglich. Oft führt erst eine Krise dazu, dass man sich Zeit nimmt. Dabei besteht die Chance dazu immer.

IllustrationQuelle:Illustration: Jens Bonnke Illustration Illustration

Manchmal sehe ich, wie vor mir ein Gesicht entgleist. Dann beobachte ich die Grübelphase: „Meint der das jetzt ernst oder veräppelt der mich?“ Kurz davor habe ich erwähnt, dass ich sechs Kinder habe. In die Sprachlosigkeit hinein sage ich dann manchmal offensiv: „Ja, es war kalt, die Heizung ausgefallen, der Fernseher kaputt und, ja, mittlerweile haben wir auch andere Hobbys: Wir sammeln Sprüche von Menschen, die nicht wissen, dass Kinder ein Geschenk und Segen Gottes sind.“ Denn genau das sind sie. Auch wenn es manchmal nicht einfach ist.

So manche dieser verhaltenskreativen Wesen machen es einem nicht leicht. Dabei hat jeder Mensch einen guten Grund, so zu sein, wie er ist. Sonst wäre er ja anders. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die oft den Wert, den unser Schöpfer in unser Leben gelegt hat, nicht mehr erkennt. Statt Beziehungen stehen Diagnosen im Vordergrund. Wir schmeißen Problem und Person in einen Topf und rühren so lange kräftig um, bis wir Person und Sache nicht mehr trennen können.

Die Beziehung in den Mittelpunkt

In der Bibel lese ich, dass Gott es anders macht. Er trennt Person und Sache. Er hat eine große Wertschätzung und Liebe der Person gegenüber, aber nicht gegenüber dem, was zwischen uns steht. Um das besser zu verstehen, müssen wir manchmal innehalten und uns Zeit nehmen. Viel Zeit. Mir selbst bot sich diese Chance, als die Rentenversicherung einem meiner Kinder eine Reha genehmigte.

Denn wenn ich als Vater meinen Sohn bei seiner Kinderreha begleiten kann, bedeutet das neben Arztterminen und Verpflichtungen auch, dass wir Zeit füreinander haben. Zeit, Dinge zu tun und zu entdecken, für die die Welt daheim oft keine Zeit lässt; Zeit, sich selber und dem anderen Fragen zu stellen; Zeit, den anderen in seinem Bedürfnis wahrzunehmen; Zeit zu fragen: „Wie geht es dir? Was sollten wir verändern, wenn wir nach Hause kommen? Was wollen wir aber auch bewusst hinter uns lassen?“ Zeit für neue Wege. Man kann lernen, sich einander in seiner Einzigartigkeit neu wertzuschätzen und Lösungen im Umgang mit der Krankheit zu finden.

Natürlich spreche ich nicht für alle Eltern, denn eine Reha ist immer eine Sondersituation, schließlich hat sie mit Krankheit zu tun. Aber auch im normalen Familienalltag läuft ja längst nicht alles rund. Das sollte uns als Eltern aber nicht daran hindern, die Beziehung statt der Umstände in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn wir diese Chance ergreifen, kann sich der gesamte Familienalltag anders anfühlen. Besser. Schöner. Versuchen Sie es doch einmal. Vielleicht nur eine Woche lang. Sie werden sehen, wie viel es auch Ihnen gibt, in einer gestärkten Familie zu leben.

#einlebenlang

Armin Trauernicht ist Pastor im hessischen Bezirk Rhön. Er hat sechs Kinder und ist eines der Gesichter der Kampagne #einlebenlang der Rentenversicherung.