Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover für Erhalt der Regionalträger

Datum: 29.09.2026

 Vorstandsvorsitzender Rolf Behrens: „Demokratische Strukturen in den Regionen sichern Bürgernähe und Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort“

Die Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover spricht sich für den Erhalt eigenständiger Regionalträger aus. „Regionale Verantwortung und Bürgernähe gehen mit einer handlungsfähigen Selbstverwaltung einher. Sie kann sich vor Ort demokratisch einbringen und zugleich die gemeinsamen Strukturen in der Deutschen Rentenversicherung weiter voranbringen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Rolf Behrens. Damit weist er Überlegungen, die Deutsche Rentenversicherung in einem zentralen Bundesträger zusammenzuführen, entschieden zurück.

Denn dies sei mit hohen Umstellungs- und Transformationskosten sowie erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden. Ein solcher Eingriff in bewährte Strukturen sei geeignet, die Umsetzung aller anderen Empfehlungen der Alterssicherungskommission zu gefährden. Zusätzlich habe die Rentenversicherung mit knappen Personalressourcen zu kämpfen – eine Folge des demographischen Wandels. Daher warnt der Vorstandsvorsitzende vor einer tiefgreifenden Organisationsreform der Deutschen Rentenversicherung.

Hintergrund ist ein bisher unveröffentlichtes Zielbild, das vorsieht, die DRV Bund und die 14 Regionalträger zu einer bundesunmittelbaren Körperschaft zusammenzuführen. Die heutigen Regionalträger würden zu Regionaldirektionen. Grundsatz- und Querschnittsaufgaben, IT-Infrastruktur sowie die übergreifende Steuerung sollen zentral gebündelt werden.

Der Vorstand der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover unterstützt das Ziel, die Strukturen der Deutschen Rentenversicherung kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Organisation damit effizienter, wirtschaftlicher und moderner aufzustellen. „Dafür sollten wir auch auf Bewährtes setzen. Die Eigenständigkeit der regionalen Träger ermöglicht passgenaue Lösungen für die Menschen in den Regionen. Das zeigt sich gerade in der Rehabilitation: Hier können wir Angebote am konkreten Bedarf und an den Versicherungsstrukturen ausrichten und gemeinsam mit unseren Partnern Programme entwickeln, die auf die Bedürfnisse der Versicherten vor Ort zugeschnitten sind“, sagt Behrens. Solche Gestaltungsmöglichkeiten dürften bei einer Reform nicht verloren gehen.


Regionale Gestaltungsmöglichkeiten erhalten

Politik und Gesetzgeber haben die Selbstverwaltung bewusst als eigenverantwortliche Entscheidungs- und Gestaltungsinstanz ausgestaltet. Durch ihre paritätische Besetzung wird gewährleistet, dass Versicherte und Arbeitgeber wichtige Entscheidungen demokratisch treffen und die gesetzliche Rentenversicherung mitgestalten können. Die Politik sollte den Selbstverwaltungen der Deutschen Rentenversicherung vertrauen, so der alternierende Vorstandsvorsitzende Christoph Meinecke. Diese Institutionen der Rentenversicherung hätten ihre Aufgaben bisher sehr gut erfüllt und würden das auch in Zukunft tun.


Die im vorliegenden Zielbild vorgesehenen Veränderungen der Selbstverwaltungsstrukturen bewertet die Selbstverwaltung besonders kritisch. Demnach sollen die bisherigen Organe der Selbstverwaltung in einem zentralen Verwaltungsrat gebündelt werden. Für die bereits gewählten Selbstverwaltungen der Regionalträger sind Übergangsregelungen bis zur nächsten Sozialwahl 2029 vorgesehen. Anschließend sollen Regionalausschüsse die Selbstverwaltung vor Ort sicherstellen.


Die Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover befürwortet eine Weiterentwicklung, die die Kooperation innerhalb der Deutschen Rentenversicherung stärkt. Aber die konkrete Ausgestaltung organisatorischer Veränderungen müsse bei der Selbstverwaltung liegen. Dafür müsse ihr auch der erforderliche Handlungsspielraum gegeben werden.

„Eine Reform muss sich daran messen lassen, welchen Mehrwert sie für Versicherte, Arbeitgeber und Beitragszahler bringt – und ob die Rentenversicherung dadurch leistungsfähiger wird. Eine Zentralisierung schafft keine Wirtschaftlichkeit. Das beweisen die Regionalträger jeden Tag mit ihrer Arbeit vor Ort“, betont Meinecke.

https://table.media/berlin/news/strukturreform-bei-der-rentenversicherung-aus-16-traegern-soll-einer-werden

Nr. 10/2026