Rentenversicherung bietet Menschen mit Herzerkrankung kombinierte Reha

Anlässlich des Weltherztages 2026 informiert die Deutsche Rentenversicherung über Rehabilitations-Angebote wie die "Psycho-Kardiologie“

Datum: 29.09.2026

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bilden die häufigste Todesursache weltweit, auch hierzulande, und sind für rund 40 Prozent aller Sterbefälle verantwortlich. Häufig greifen Erkrankungen des Herzens und der Psyche ineinander. Anlässlich des heutigen Weltherztages macht die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) deshalb auf ihre Rehabilitations-Angebote wie die „Psycho-Kardiologie“ aufmerksam.

Kardiologische Erkrankungen sind bei knapp drei Prozent der behandelten Frauen und rund neun Prozent der Männer Grund für eine medizinische Reha. Im Jahr 2025 erbrachte die Deutsche Rentenversicherung mehr als eine Million medizinische Rehabilitationsleistungen. Davon entfielen knapp 570.000 Reha-Leistungen auf Frauen und knapp 530.000 auf Männer. In der Kardiologie waren es rund 67.000 Leistungen. Das entspricht einem Anteil von rund 6 Prozent an allen Rehabilitationen. Rund 15.000 Frauen und knapp 52.000 Männer wurden wegen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems behandelt. Mit einem Anteil von rund 77 Prozent ist der Großteil der Behandelten männlich. Erhebungen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass die Zahlen bei der Inanspruchnahme von Reha-Leistungen aufgrund kardiologischer Erkrankungen bei den männlichen Versicherten um das 40. Lebensjahr kontinuierlich steigen. Bei den Frauen setzt diese Entwicklung rund zehn Jahre später und weniger stark ausgeprägt ein.

Werte der Deutschen Rentenversicherung Bund spiegeln bundesweiten Trend

Vergleichbare Werte liefert auch die Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund: 2025 erbrachte sie mehr als eine halbe Million medizinische Rehabilitationsleistungen, rund 340.000 für Frauen und rund 162.000 für Männer. In der Kardiologie waren es rund 22.000 Leistungen, und damit gut 4 Prozent aller Rehabilitationen. Herzerkrankungen waren bei über zwei Prozent der Frauen und bei rund acht Prozent der behandelten Männer Indikation für eine medizinische Rehabilitation bei der DRV Bund - rund 8.000 Frauen und knapp 14.000 Männer wurden 2025 deshalb behandelt. Im Schnitt dauerte eine kardiologische Reha 23 bis 24 Tage. Das Durchschnittalter lag bei 55,8 Jahren.

Kombinierte Reha-Leistungen für ganzheitliche Behandlung

Im Fachgebiet „Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ verfügt die Deutsche Rentenversicherung Bund neben Vertragskliniken bundesweit auch über 18 eigene Reha-Kliniken. So bietet die Klinik Seehof, unweit von Berlin im Brandenburgischen Teltow mit der „Psycho-Kardiologie“ bereits seit 2017 das Konzept einer Dualen Reha an. Hierbei werden gleichzeitig bestehende kardiologische und psychische oder psychosomatische Erkrankungen behandelt. Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt, dass Herzerkrankungen oft schwere psychische Folgen haben, aber auch umgekehrt seelische Belastungen die Herzgesundheit negativ beeinflussen können. Oft bestehen Herzerkrankungen sowie psychische Erkrankungen nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig ungünstig hinsichtlich Verlauf und Intensität der Symptomatik. Statt einer reinen Kardiologie mit psychologischer Mitbetreuung werden die Betroffenen deshalb durch Ärzte und Therapeuten beider Fachrichtungen behandelt. Neben kardiologischer Diagnostik gibt es regelmäßige Einzelgespräche mit Bezugstherapeuten, Gruppentherapien sowie kreative Verfahren wie Kunst-, Tanz- und Ergotherapie. Ein zentrales Therapieziel ist es, den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern, Ängste abzubauen und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu fassen.

Weiter im Süden, im Reha-Zentrum Bayrisch Gmain, Klinik Hochstaufen, wird ein Verhaltensmedizinisches Behandlungskonzept, die Psychokardiologische verhaltensmedizinisch-orientierte Rehabilitation (VOR), angeboten. Zielgruppe sind Menschen mit Herzerkrankungen, die gleichzeitig stark psychisch belastet sind, etwa durch Depressionen oder Probleme bei der Krankheitsverarbeitung. Auch hier wird die klassische Herz-Reha mit einer intensiven psychotherapeutischen Behandlung gekoppelt: Medizinische Kardiologie, psychologische Einzel- und Gruppengespräche, gezielte Bewegungstherapie sowie Entspannungsverfahren greifen Hand in Hand. Die Behandlung findet überwiegend in festen Gruppen statt, um den Austausch und die gegenseitige Unterstützung unter den Behandelten zu stärken.

Herzgesunde Gewohnheiten sichern nachhaltigen Reha-Erfolg

Ziel der Reha ist aber nicht nur, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, sondern auch Risikoverhalten abzubauen, denn Faktoren wie Bewegungsmangel, eine ungünstige Ernährung, Rauchen und Übergewicht begünstigen kardiovaskuläre Leiden. Deshalb erlernen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden während ihrer Zeit in der Reha-Klinik auch neue, gesundheitsförderliche Gewohnheiten wie regelmäßigen (Ausdauer-) Sport, Entspannungsverfahren zur Stressreduktion, eine angepasste Ernährung oder den Verzicht auf Tabak.

Weiterführende Informationen

Informationen zu den Reha-Zentren und den Rehabilitationsangeboten gibt es online unter Reha-Zentrum Seehof in Teltow und Klinik Hochstaufen in Bayrisch Gmain. Ein geeignetes Reha-Zentrum finden Versicherte unter www.meine-rehabilitation.de . Die Reha kann schnell und unkompliziert online beantragt werden. Allgemeine Infos zur Reha mit der Deutschen Rentenversicherung bieten Broschüren wie Medizinische Rehabilitation: Wie sie Ihnen hilft, Mit Rehabilitation wieder fit für den Job oder Reha-Nachsorge: Therapieerfolg nachhaltig sichern. Sie stehen unter dem Artikel zum kostenfreien Download bereit.