Vertreterversammlung der DRV Westfalen: Selbstverwaltung bleibt unverzichtbar

Datum: 15.07.2026

Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen hat sich heute klar zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung positioniert. Die Selbstverwaltung begrüßt die Debatte über die Empfehlungen der Alterssicherungskommission ausdrücklich. Zugleich warnt sie davor, bewährte föderale Strukturen und die Selbstverwaltung ohne nachweisbaren Nutzen infrage zu stellen. Im Fokus steht insbesondere Empfehlung 33, die eine stärkere Zentralisierung der Organisationsstrukturen der Deutschen Rentenversicherung vorsieht.

„Nicht jede Veränderung ist automatisch eine Verbesserung. Reformen müssen den Menschen dienen und sie müssen nachweisbar besser machen, nicht nur anders“, betonte Vorstandsvorsitzender Alfons Eilers vor der Vertreterversammlung in der Klinik Königsfeld in Ennepetal. Nach Auffassung der Selbstverwaltung hat sich das föderale System der Deutschen Rentenversicherung bewährt. Es verbindet bundesweit einheitliche Leistungen mit regionaler Verantwortung, kurzen Entscheidungswegen und der Mitwirkung von Versicherten und Arbeitgebern.

„Wer Beiträge zahlt, sollte nicht nur finanzieren, sondern auch mitgestalten können. Genau das ist die Idee der Selbstverwaltung“, sagte Eilers. Sie sei kein Privileg der Rentenversicherung, sondern ein Versprechen an die Beitragszahlenden, Verantwortung für die Weiterentwicklung ihres Sozialversicherungssystems übernehmen zu können. Als Beispiele für die Leistungsfähigkeit der DRV Westfalen verwies der Vorstandsvorsitzende auf das 50-jährige Jubiläum der Versichertenältesten, die hohe Auslastung der fünf Rehabilitationskliniken sowie den Ausbau von Präventionsangeboten wie RV Fit und dem Ü45-Gesundheits-Check. Sie stehen für Bürgernähe, Qualität und eine Rentenversicherung, die Verantwortung übernimmt.

„Unsere föderalen Strukturen haben ihre Leistungsfähigkeit bewiesen“, erklärte Eilers. „Deshalb müssen wir uns fragen: Welchen konkreten Mehrwert bringt eine stärkere Zentralisierung für Versicherte, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitgeber?“. Dabei gehe es nicht allein um Organisation, sondern um das Grundverständnis der gesetzlichen Rentenversicherung. „Selbstverwaltung ist kein Verwaltungsmodell. Sie ist ein Vertrauens- und Gestaltungsmodell. Sie verbindet regionale Kompetenz mit bundesweiter Solidarität und sorgt dafür, dass Verantwortung dort übernommen wird, wo Menschen arbeiten, Beiträge zahlen und auf die Leistungen der Rentenversicherung vertrauen“, so Eilers.

Die Selbstverwaltung der DRV Westfalen wird die weiteren Beratungen konstruktiv begleiten und ihre Position in die Diskussion innerhalb der Deutschen Rentenversicherung und gegenüber der Politik einbringen. „Eine starke gesetzliche Rentenversicherung braucht nicht nur solide Finanzen. Sie braucht auch eine starke Selbstverwaltung“, betonte Eilers abschließend.