Engagement im Personalrat
Tagen, bis die letzte Stimme „Ja“ sagt
Quelle: DRV Westfalen
Maike Hellmund ist freigestelltes Mitglied im Personalrat der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Dort setzt sie sich für alle Beschäftigten ihres Arbeitgebers ein und sucht für jeden Fall die bestmögliche Lösung. Seit der letzten Personalratswahl 2024 ist sie für die Arbeit im Personalrat freigestellt und bis zum 30. Juni 2028 gewählt.
Maike Hellmund sind viele Themen aus dem Hause der Deutschen Rentenversicherung Westfalen vertraut, schließlich hat sie hier ihre Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten absolviert und arbeitete anschließend in der Abteilung, wo es hauptsächlich um die Rente geht. Seit ihrer Ausbildung ist sie Mitglied bei ver.di. „Man muss aber kein Gewerkschaftsmitglied sein, um sich für den Personalrat aufstellen zu lassen. Der Personalrat setzt sich für alle Beschäftigten ein, egal, ob jemand in einer Gewerkschaft ist oder nicht“, betont sie. Wichtig sei ihr, dass der Arbeitsalltag für alle Beschäftigten reibungslos laufe, sie gerne zur Arbeit kommen, ihre Sorgen gehört werden. „Dafür möchte ich mich aktiv einbringen“, so die 32-Jährige. Ihr Job sei es, zu vermitteln, Lösungen zu finden, das Bestmögliche herauszuholen. „Man muss jeden Fall objektiv betrachten. Die eigene Meinung ist nebensächlich“, sagt sie.
Gesetze regeln alles
Wie sie als Personalratsmitglied handeln darf, dazu findet sie viel Text im Landespersonalvertretungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen. Zum schnellen Nachschlagen steht dieses Buch immer auf ihrem Schreibtisch. Oder liegt zumindest in greifbarer Nähe. „Gesetze sind spannend“, meint sie und schmunzelt. „In vielen Fällen finden wir dort etwas, das den Fall positiv für die Beschäftigten ausgehen lässt. Aber das Ganze hat natürlich auch Grenzen. Nicht alles, was sich jemand vorstellt, lässt sich im Arbeitsalltag umsetzen“, weiß sie. Auch damit müssen alle Seiten umgehen können.
Es gibt viel zu lesen
„Einen typischen Arbeitstag habe ich nicht, er ist jeden Tag anders“, erzählt Maike Hellmund. Je nachdem, welches Thema gerade auf ihrem Schreibtisch liegt, beschäftigt sie sich zuerst mit dem Lesen der zahlreichen Vorlagen, die alle Abteilungen des Hauses dem Personalrat zur Beteiligung schicken. „Geht es dabei um Einstellungen oder Kündigungen, kann es sein, dass ich noch einmal mit jemandem vom Personalreferat Rücksprache halte. Bei Stellenausschreibungen zum Beispiel wirken wir als Personalrat mit. Das heißt, dass wir unter anderem schauen, ob die Tätigkeitsmerkmale passen, die Rahmenbedingungen stimmen und die Auswahl am Ende gerecht abläuft“, erläutert sie.
Personalrat tagt
Alle zwei Wochen tagt der Personalrat. Dann kommen alle fünfzehn Mitglieder beziehungsweise ihre Stellvertretungen sowie je ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Schwerbehindertenvertretung zusammen. Sie alle haben die Vorlagen für die Sitzung vorher erhalten und sind entsprechend vorbereitet. „Wir diskutieren, wir hören die verschiedenen Meinungen. Am Ende jeder Sitzung müssen wir für die jeweiligen Vorlagen eine gemeinsame Entscheidung getroffen haben“, erklärt Maike Hellmund und ergänzt: „Das heißt bei Uneinigkeit, dass wir so lange tagen, bis wir eine Einigung erzielt haben.“ Also nichts mit pünktlich Feierabend machen. Für den Personalrat zu arbeiten, heißt eben auch persönliches Engagement mitzubringen.
Übrigens
Der Personalrat besteht aus 15 Mitgliedern, davon sind 5 Mitglieder freigestellt.
Der Personalrat hat 2025 insgesamt über 4.778 Vorlagen beraten beziehungsweise mitbestimmt.
Diese Informationen sind Bestandteil des digitalen Jahresberichts für das Jahr 2025. Der Bericht ist am 15. Juli 2026 erschienen.