Vertreterversammlung tagt in Laatzen

Datum: 04.06.2026

Vorstandsvorsitzender Rolf Behrens: „Kosten für Leistungen zur Teilhabe gestiegen / Rehakliniken nahezu voll ausgelastet“

 

Was darf der Erhalt der Erwerbsfähigkeit kosten? Leistungen zur Teilhabe hat die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit rund 158 Millionen Euro finanziert. „Das sind Ausgaben für Prävention, medizinische und berufliche Rehabilitation und Nachsorge, für die wir rund 17 Millionen Euro mehr gezahlt haben als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf Behrens jetzt in der Vertreterversammlung des niedersächsischen Rentenversicherers in Laatzen.

 

Einen Grund für die Mehrausgaben nannte Behrens gleich mit: Seit dem gestärkten Wunsch- und Wahlrecht können sich Versicherte die Rehaklinik selbst aussuchen. „Immer öfter entscheiden sich unsere Versicherten für Kliniken etwa im Süden Deutschlands oder an der Küste“, so der Versichertenvertreter. „Auch wenn dies zu höheren Kosten führt, möchte ich jedem und jeder Versicherten empfehlen, dieses Recht zu nutzen. Denn letztlich zählt der Erfolg einer Reha – und der hängt auch von den eigenen Bedürfnissen und dem persönlichen Wohlergehen ab. Das möchten wir gerne unterstützen.“

 

„Investitionen in Rehakliniken zahlen sich aus“

Die vier eigenen Rehakliniken des Rentenversicherers waren bis Ende April sehr gut ausgelastet. Ob das Rehazentrum Bad Eilsen, das Rehazentrum Oberharz, die Rehaklinik Teutoburger Wald oder das Reha-Zentrum Bad Pyrmont: Immer öfter nutzten Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet eine Reha in den modern ausgestatteten Einrichtungen, um möglichst gesund ins Arbeitsleben zurückzukehren. „Unsere Investitionen in neueste technologische Standards zahlen sich aus“, ist Behrens überzeugt. So werde der Rentenversicherer in diesem Jahr rund 11,6 Millionen Euro etwa für die Sanierung von Patientenzimmern in Bad Pyrmont und die Modernisierung von Küche und Kantine in Bad Rothenfelde ausgeben.

 

Neues Präventionsangebot für die psychische Gesundheit

Mit einem neuen Präventionsangebot will der Rentenversicherer die Versorgung von Menschen mit ersten psychischen Beschwerden in der Region Hannover deutlich verbessern. Betroffene sollen in Laatzen eine Anlaufstelle für Hilfsangebote erhalten, die sie berufsbegleitend nutzen können, betonte Professor Dr. Axel Kobel-Pönicke bei der Vorstellung des Projekts: „Entscheidend ist, den Menschen möglichst frühzeitig zu helfen – noch bevor die Symptome in eine chronische Erkrankung übergehen und dadurch Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit bedroht sind.“

 

Das Präventionsprogramm starte mit einer umfassenden Diagnostik, die Aufschluss über den Gesundheitszustand der Teilnehmenden geben soll, erklärte der Leiter der Abteilung Reha-Strategie. Nach einer dreimonatigen Trainingsphase mit Gruppensitzungen und Sporteinheiten sollen die Versicherten in weiteren zwölf Wochen das Gelernte eigenständig in den Alltag übernehmen. Bei einem Abschlusstreffen tauscht sich die Gruppe darüber aus, wie gut sie persönliche Ziele erreichen konnte. Das Angebot sollen jährlich 1.500 Menschen nutzen können.

 

Die Vertreterversammlung ist das oberste Selbstverwaltungsorgan der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Die 30 ehrenamtlichen Delegierten werden zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gewählt und entscheiden regelmäßig über den zweitgrößten öffentlichen Haushalt in Niedersachsen. Die Veranstaltung stand unter dem Vorsitz von Dr. Andreas Bierich als Vertreter der Arbeitgeber.                                                                                        

Nr. 5/2026

Dr. Axel Kobel-Pönicke hielt einen Vortrag Prof. Dr. Axel Kobelt-Pönicke: "Menschen mit ersten psychischen Beschwerden sollen im neuen Präventionszentrum in Laatzen Hilfsangebote erhalten."