Nachrichten Frühling 2026
Therapie in der virtuellen Realität
Brille aufsetzen und in eine computergenerierte Welt eintauchen – mit diesem Prinzip kommen die so genannten VR-Brillen seit einigen Jahren in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz. Durch eingebaute Bildschirme und Bewegungssensoren entsteht der Eindruck, man befinde sich mitten in einer virtuellen Welt. Das sorgt nicht nur bei Videospielen, Filmen oder Museumsrundgängen für mehr Unterhaltung, auch für Therapien bieten sich neue Möglichkeiten.
Quelle:adpic
In der Klinik Sonnenblick in Marburg können Patientinnen und Patienten mit den VR-Brillen verschiedene virtuelle Realitäten eingespielt werden, in denen sie dann bestimmte Bewegungen und Reaktionen sehr realistisch testen können. So ist es zum Beispiel möglich, dass Patientinnen und Patienten, die in der Gastronomie tätig sind, in einer virtuellen Küche Speisen zubereiten. Die Therapeutinnen und Therapeuten der Klinik Sonnenblick sind dann in der Lage, genau zu sehen, bei welchen Tätigkeiten welche Probleme auftreten, und können diese dann gezielt behandeln.
Auch Defizite im Bereich des Oberkörpers können spielerisch und therapeutisch mit großem Erfolg so behandelt werden.
Alle fünf Brillen, die in der Klinik im Einsatz sind, können parallel zur Anwendung kommen. So kann jeder Patientin und jedem Patienten auch in einer Gruppentherapie ein individuelles Angebot unterbreitet werden. Über ein Tablet begleiten die betreuenden Therapeutinnen und Therapeuten die Patientinnen und Patienten sehr individuell.
Die Patientinnen und Patienten, die mit den VR-Brillen „behandelt“ werden, sind von der Behandlungsform extrem begeistert. Insgesamt ist das Therapiekonzept so überzeugend, dass die Klinik Sonnenblick aktuell an der Weiterentwicklung des Projekts arbeitet, um zukünftig das therapeutische Angebot auch auf die untere Extremität ausweiten zu können.
Prof. Dr. Ulf Seifart, Ärztlicher Direktor Klinik Sonnenblick