Nachrichten Frühling 2026
Reha wirkt
Fünf Euro volkswirtschaftlichen Gewinn bringt jeder Euro, der in die Rehabilitation investiert wird. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Deutschen Rentenversicherung.
Was Fachleute schon 2009 im so genannten Prognos-Gutachten vermuteten, konnte ein Forschungsteam der Deutschen Rentenversicherung nun mit Zahlen belegen: Rehabilitation hilft nicht nur den betroffenen Menschen, sondern hat auch einen messbaren Nutzen für die Volkswirtschaft.
Aus einem Euro Investition in die medizinische Rehabilitation entsteht im ersten Jahr ein Gewinn von zwei bis drei Euro für die Volkswirtschaft – der so genannte Return on Investment (ROI). Nach zwei Jahren steigt der ROI auf rund fünf Euro. Acht Milliarden Euro, die die Deutsche Rentenversicherung in Reha-Leistungen investiert, führen demnach innerhalb von zwei Jahren zu 40 Milliarden Euro volkswirtschaftlichem Nutzen.
Quelle:Adobe Stock
Stärker im Berufsleben
Woran das liegt, kann die Analyse ebenfalls beantworten: Die Chance darauf, im Beruf wieder Fuß zu fassen, steigt nach der Rehabilitation deutlich. Menschen, die eine Rehabilitation abschließen, haben danach mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Beschäftigung als Menschen, die ihre bewilligte Rehabilitation nie angetreten sind. Kurzfristig ist dieser Effekt besonders stark: Sechs bis zwölf Monate danach liegt die Beschäftigungsquote 15 bis 20 Prozentpunkte höher als in der Kontrollgruppe ohne Rehabilitation. Langfristig finden zwar auch immer mehr Menschen ohne Reha-Maßnahmen wieder in den Beruf – allerdings zehn Prozent weniger als unter denen, die eine Rehabilitation absolviert haben. Die höhere Beschäftigungsquote nach der Rehabilitation wiederum sorgt für mehr volkswirtschaftliche Einnahmen bei gleichzeitig sinkenden Ausgaben für Kranken- oder Arbeitslosengeld. Jede Person, die nach der Rehabilitation wieder arbeitet, erwirtschaftet so pro Tag 40 bis 60 Euro Gewinn für die Gesellschaft.
Rehabilitation in Zukunft noch wichtiger
Für die Deutsche Rentenversicherung sind die Ergebnisse der Analyse ein bedeutender Wegweiser. Denn sie liefern den messbaren Nachweis darüber, dass die Rehabilitation positive Effekte für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringt und das Sozialsystem stärkt.
Wie diese positiven Effekte noch weiter gesteigert werden könnten, zeichnet sich ebenfalls aus der Untersuchung ab. Demnach profitieren Personen, die länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren und bereits Krankengeld bezogen haben, besonders stark von einer Rehabilitation.
Angesichts der sich wandelnden Arbeitswelt droht die Zahl der Menschen mit chronischen Erkrankungen nur noch weiter zu steigen: Fachkräftemangel, gestiegene Arbeitslast und teils überfordernde technische Innovationen führen insbesondere bei älteren Beschäftigten zu Dauerstress und gesundheitlichen Problemen. Damit steigt das Risiko, dass Menschen frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen. Die größer werdende Gruppe der chronisch Erkrankten stärker in den Fokus zu nehmen, könnte das Rehabilitationskonzept deshalb noch effizienter machen – insbesondere dann, wenn zusätzlich weniger intensive und somit kostengünstigere Reha-Angebote geschaffen werden, die bereits vor der Fehlzeit ansetzen.
So kam es zu den Ergebnissen
Die empirische Analyse „Wirksamkeit und volkswirtschaftlicher Nutzen der Rehabilitation in Deutschland“ wurde im Oktober 2025 vom Dezernat Reha-Wissenschaften der Deutschen Rentenversicherung Bund veröffentlicht. Der Bericht untersucht erstmals anhand bundesweit repräsentativer Daten, wie wirksam medizinische Rehabilitation im Hinblick auf Erwerbstätigkeit ist und welchen volkswirtschaftlichen Nutzen sie erzeugt.
Dafür wurden Routinedaten aller Reha-Erstanträge bei der Deutschen Rentenversicherung aus dem Jahr 2016 mit zwei Methoden untersucht: erstens dem Vergleich der Erwerbstätigkeit über sechs Jahre von Personen, die eine Rehabilitation absolviert haben, mit einer Kontrollgruppe, die eine Rehabiliation beantragt hat, aber nie angetreten ist – einer so genannten Target Trial Emulation (TTE). Zweitens analysierten die Autoren die Erwerbsverläufe der einzelnen Personen vor und nach der Rehabilitation mit der Methode der Fixed Effects Individual Slopes (FEIS). Beide Methoden lieferten konsistente Ergebnisse.
Die komplette Analyse gibt es online unter: www.deutsche-rentenversicherung.de/reha-wirkt
Veronika Dyks, Unternehmenskommunikation