Nachrichten Frühling 2026
„Auf dass wir gut in die Zukunft kommen!“
Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Hessen hat bei der Jahresabschlusssitzung am 28. November 2025 in Frankfurt am Main unter Leitung ihres Vorsitzenden Manfred Schmidt den Haushalt 2026 einstimmig verabschiedet. Sie hat die Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2024 abgenommen und ihre Satzung insofern geändert, dass künftig auch hybride und digitale Sitzungen möglich sind.
Quelle:DRV Hessen
„Zukunft Städelstraße“ und weitere Bauprojekte
Im Haushaltsansatz 2026 der Deutschen Rentenversicherung Hessen sind 32 Millionen Euro für das Projekt „Zukunft Städelstraße“ veranschlagt. Die Frankfurter Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Hessen in der Städelstraße 28, im Jahr 1957 erbaut, 1962 erweitert und 2000 teilsaniert, soll in den nächsten Jahren modernisiert werden. „Wir sanieren im denkmalgeschützten Altbestand, wie er steht und liegt“, sagte Dr. Michael Stegmann, Mitglied der Geschäftsführung. Dafür sei man in intensivem Austausch mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) als zuständige Aufsichtsbehörde. Mit den Räumlichkeiten im Cityhaus I sei ein passendes Objekt im Frankfurter Westend für eine Interimsanmietung der Hauptverwaltung gefunden worden. „Das Cityhaus I wird ab Oktober 2026 für einige Jahre unsere neue Heimat sein“, so Stegmann, „auf dass wir gut in die Zukunft kommen.“
Innovative Ausbildungslandschaft
Bereits im Frühjahr 2026 zieht die Frankfurter Auskunfts- und Beratungsstelle mit Publikumsverkehr von der Zeil 53 ins so genannte Werfthaus, Speicherstraße 55, um. Auch die Prüfbezirksstelle Rhein-Main bezieht dort neue Räume. Außerdem wird dort bis zum Sommer 2026 eine moderne Ausbildungslandschaft für die Nachwuchskräfte des Sozialversicherungsträgers entstehen. „Wir schaffen innovative Räumlichkeiten, die den jungen Menschen beste Voraussetzungen für inspiriertes und konzentriertes Lernen bieten“, so Stegmann. Das elfstöckige Werfthaus liegt im Westhafenquartier, direkt am Mainufer. Hintergrund dieser Umzüge sind die anstehende Sanierung der Frankfurter Hauptverwaltung sowie auslaufende Mietverträge auf der Zeil.
Auch das im Jahr 1962 errichtete und 1996 erweiterte Bildungszentrum in der Eleonoren-Klinik der Deutschen Rentenversicherung Hessen in Lindenfels-Winterkasten wird umfassend saniert – „ein wesentlicher Standort unserer Aus- und Fortbildung“, so Stegmann. Beginn der Bauarbeiten, unter anderem die Neugestaltung der Gästezimmer, sei für Frühjahr 2026 geplant. Außerdem berichtete Stegmann über laufende Sanierungsarbeiten in den trägereigenen Kliniken. Diese seien ein zentraler Aspekt wirtschaftlicher Planung.
Anja Dobel-Ackermann, Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Vertreterversammlung
Haushaltsvolumen steigt um rund 8 Prozent
Rund 16,9 Milliarden Euro beträgt das Haushaltsvolumen der Deutschen Rentenversicherung Hessen im Jahr 2026 und wächst damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 Prozent – bei unverändertem Beitragssatz von 18,6 Prozent, wie Anja Dobel-Ackermann, Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Vertreterversammlung, berichtete. Sie verwies jedoch darauf, dass der Haushaltsplan zum gültigen Rechtsstand im Sommer 2025 aufgestellt wurde, also das zum Zeitpunkt der Vertreterversammlung diskutierte Rentenpaket noch nicht enthalten sei.
Die Beiträge, mit rund 74 Prozent die wichtigste Position der Einnahmenseite des Haushalts, schlagen mit rund 12,5 Milliarden Euro zu Buche. Vom Bund werden Zuschüsse von rund 3,7 Milliarden Euro erwartet. Auf der Ausgabenseite stellen die Rentenzahlungen mit rund 14,5 Milliarden Euro die größte Position von 86 Prozent der Gesamtausgaben. Die Verwaltungs- und Verfahrenskosten machen lediglich 1,3 Prozent des Haushaltsvolumens aus. Die Leistungen zur Teilhabe belaufen sich auf insgesamt rund 339 Millionen Euro.
20 Jahre Organisationsreform: hessischer Rück- und Ausblick
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland gilt als eines der ersten Alterssicherungssysteme der Welt. Grundlage war das am 22. Juni 1889 vom Reichstag verabschiedete Invaliditäts- und Alterssicherungsgesetz, das 1911 zusammen mit dem Krankenversicherungsgesetz und dem Unfallversicherungsgesetz in der Reichsversicherungsordnung (RVO) zusammengefasst wurde. „Die gesetzliche Rentenversicherung ist bis heute das Herzstück der Altersvorsorge. Sie fördert die Solidarität zwischen den Generationen“, sagte Renate Sternatz, Vorsitzende des Vorstands, bei ihrem Rück- und Ausblick zur Deutschen Rentenversicherung Hessen und zu 20 Jahren Organisationsreform. „Und Ihr ehrenamtliches Engagement ist ein unverzichtbarer Beitrag für unsere Demokratie“, richtete sie sich an die Mitglieder der Selbstverwaltung. „Durch Ihre engagierte und verantwortungsvolle Mitarbeit sichern Sie eine faire Rentenversicherung, stärken das Vertrauen der Versicherten und unterstützen eine gerechte Interessenvertretung.“
Quelle:DRV Hessen
Renate Sternatz, Vorstandsvorsitzende
Den Beginn der gesetzlichen Rentenversicherung in Hessen markierte der 15. März 1890, als 31 Versicherungsanstalten als regionale Träger der Invaliditäts- und Altersversicherung benannt wurden. Mit Bildung des Bundeslands Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Landesversicherungsanstalten Hessen und Hessen-Nassau 1946 zur Landesversicherungsanstalt (LVA) Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main zusammengefasst.
Synergieeffekte nutzen, Werte teilen
2005 wurden die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), die Landesversicherungsanstalten, die Bundesknappschaft, die Bahnversicherungsanstalt, die Seekasse sowie der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung zusammengeschlossen. Mit dieser Organisationsreform gab die LVA Hessen ihren Namen, den sie fast 60 Jahre lang getragen hatte, auf und firmiert seitdem unter „Deutsche Rentenversicherung Hessen“. Als neue einheitliche Marke „Deutsche Rentenversicherung“ und mit eigenem Corporate Design verdeutlichten die RV-Träger, dass sie gemeinsam als Institution der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland auftreten.
Für die Versicherten, Rentnerinnen und Rentner änderte sich durch die Organisationsreform jedoch nichts an deren Ansprüchen und Leistungen. Diese basieren auf einheitlichen gesetzlichen Grundlagen, wie Sternatz betonte. Die Deutsche Rentenversicherung konnte durch die Nutzung von Synergieeffekten im organisatorischen Aufbau, durch eine intensivere Kooperation zwischen den Trägern und durch die Einführung moderner Steuerungsinstrumente eine deutliche Bündelung der Ressourcen erzielen.
Erfolgsprojekte 2025: Rentenmobil, HildE, Karrieretag
Im Jahr 2025 betreute die Deutsche Rentenversicherung Hessen als größter Sozialversicherungsträger in Hessen rund 2,5 Millionen Versicherte, 584.000 Rentnerinnen und Rentner sowie 117.000 Arbeitgeber, schlug Sternatz die Brücke in die Gegenwart. „Die Deutsche Rentenversicherung Hessen ist ein verlässlicher Bestandteil des deutschen Sozialstaats. Sie passt sich den veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen immer wieder an und geht in einzelnen Bereichen neue Wege“, so die Vorstandsvorsitzende. Erfolgreiche Beispiele aus dem Jahr 2025 seien etwa das Rentenmobil – der Beratungsbus, der in Hessen Fahrt aufnahm, oder im Bereich Personalgewinnung die Kampagne HildE, sprich: „Hilfe durch Externe“. Durch dieses digitale Recruitingverfahren war es der Abteilung Versicherung und Rente gelungen, mehr als 30 Quereinsteigende für den Bereich Kontenklärung zu gewinnen.
Als weiteres Erfolgsprojekt mit dem Ziel der Personalgewinnung nannte Sternatz den Karrieretag, den die Deutsche Rentenversicherung Hessen am 19. September 2025 gemeinsam mit den südwestdeutschen Trägern erstmalig organisiert hatte. Unter dem Motto „Anders als du denkst!“ gab es am Karrieretag verschiedene Informationsstationen im Haus, an denen sich zahlreiche Mitarbeitende beteiligten. Die Besuchszahlen zeugten von regem Interesse, so Sternatz: Es waren mehr als 140 Gäste vor Ort und mehr als 40 Personen haben ihre Bewerbungen direkt abgegeben.
Geehrt für 50 Jahre ehrenamtliches Engagement
Bei der Jahresabschlusssitzung erhielt der Versichertenälteste Wilfried Schnaubelt aus Fulda die Ehrenurkunde der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Der 85-Jährige ist seit 50 Jahren ehrenamtlich als Versichertenältester tätig; so lange, wie es diese Institution bei der Deutschen Rentenversicherung Hessen gibt. Die Versichertenältesten beraten vor Ort ehrenamtlich und kostenlos und helfen beispielsweise beim Rentenantrag. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer bürgernahen Verwaltung.
Versichertenältester Wilfried Schnaubelt (links) und Jürgen Bothner, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung
Erste Versichertenältesten-Wahl 1975
Im März 1975 wählte die Vertreterversammlung der Landesversicherungsanstalt (LVA) Hessen auf Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für die damals sechs kreisfreien Städte und 24 hessischen Landkreise erstmals 79 Versichertenälteste, wie Jürgen Bothner, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung, berichtete. Die meisten damals Gewählten waren Männer und übten klassische Arbeiterberufe aus. Ihre Beratungsleistung kam gut an: „Bereits ein Jahr später, also 1976, haben unsere Versichertenältesten immerhin schon knapp 6.000 Beratungen durchgeführt und gut 700 Anträge aufgenommen“, sagte Bothner. In den vergangenen 50 Jahren hätten einige Hundert Versichertenälteste der LVA beziehungsweise Deutschen Rentenversicherung Hessen dieses Ehrenamt ausgeübt und schätzungsweise eine sechsstellige Anzahl an Anträgen aufgenommen und noch mehr Beratungen durchgeführt.
„Mit Wilfried Schnaubelt ehren wir einen Versichertenältesten der ersten Stunde, denn tatsächlich hat er das alles in den letzten 50 Jahren selbst erlebt und mitgestaltet“, sagte Bothner in seiner Laudatio. Wilfried Schnaubelt habe seit damals Verantwortung übernommen, habe seine Erfahrung und Menschenkenntnis in das Ehrenamt eingebracht und es zu seiner Lebensaufgabe gemacht.
Bewusst sei man bei der Deutschen Rentenversicherung Hessen bis heute bei der Bezeichnung „Versichertenälteste“ geblieben: „Auch wenn viele neben diesem Ehrenamt noch im Berufsleben stehen und ihrem Lebensalter nach eher jünger sind, steht diese Bezeichnung doch im Besonderen für Wissen und Erfahrung, Respekt und Vertrauen“, sagte Bothner.
Tina Full-Euler, Unternehmenskommunikation