Vertreterversammlung, Bericht des Vorstandes
Datum: 26.06.2026 Rede von: Rolf Zimmermanns Anlass: Vertreterversammlung
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!
Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Kolleginnen und Kollegen der Selbstverwaltung, geschätzte Mitglieder der Vertreterversammlung und des Vorstandes, ich freue mich außerordentlich, Sie heute zu unserer diesjährigen Sommer-Vertreterversammlung hier in Bad Breisig begrüßen zu dürfen.
Die Quellenstadt am Rhein, bekannt für ihre Verbindung aus Tradition und Erholung, bietet den idealen Rahmen für unsere heutige Sitzung. Der Rhein und diese Region stehen sinnbildlich für das, was uns als DRV Rheinland auszeichnet:
Beständigkeit, Verlässlichkeit und die Kraft, sich dynamisch vorwärtszubewegen.
Der Vorstand hat seit unserer letzten Versammlung im Dezember vergangenen Jahres in Düsseldorf wichtige Weichen gestellt.
Mit meinem heutigen Bericht möchte ich Sie gewohnt transparent über unsere aktuelle Finanzlage, die anstehende Rentenanpassung sowie die drängendsten rentenpolitischen Entwicklungen informieren, die uns im laufenden Jahr 2026 und darüber hinaus beschäftigen werden.
Bevor ich jedoch auf die aktuellen Entwicklungen in unserer Rentenversicherung eingehe, darf ich auf den gestrigen Tag zurückblicken. Viele von Ihnen haben gestern die Westerwaldklinik in Waldbreitbach besichtigt. Diese Rehabilitationsklinik für Neurologie und neurologische Psychosomatik ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was moderne medizinische Rehabilitation leisten kann – eingebettet in die landschaftlich reizvolle Umgebung des Westerwaldes.
Was wir dort erleben durften, macht einmal mehr deutlich: Rehabilitation ist keine nachgelagerte Fürsorge, sie ist eine Investition in das Leben und die Arbeitsfähigkeit der Menschen. Das, meine Damen und Herren, ist unser Kernauftrag.
Ganz besonders gefreut hat mich, dass wir die Gelegenheit hatten, das neue Mitglied unserer Geschäftsführung etwas besser kennenzulernen. Herr Meurer wird ab der nächsten Woche das Team der Geschäftsführung vervollständigen.
In seinem Geschäftsbereich wird Herr Meurer ein gut bestelltes Feld vorfinden. In dem vergangenen Jahr haben es Frau Perk und Herr Baumann geschafft, die laufenden Geschäfte praktisch geräuschlos fortzuführen.
Auch wenn die Danksagungen eigentlich erst am Ende der Rede kommen, möchte ich Ihnen Frau Perk und Ihnen Herrn Baumann meinen tiefen Dank, Respekt und meine Anerkennung aussprechen für die Arbeit, die Sie im vergangenen Jahr geleistet haben. Und ich denke, Sie freuen sich ebenso über den Dienstbeginn des neuen Kollegen, wie er.
Ein Thema, das für uns eine immer größere Bedeutung bekommt, ist die Künstliche Intelligenz. Auch wenn uns Herr Guski und Herr Terhardt schon einen Einblick in die Möglichkeiten gegeben haben, die KI uns gibt, gehe ich zu der strategischen Bedeutung von KI für unsere Verwaltung später kurz ein.
Meine Damen und Herren,
am vergangenen Dienstag hat die Alterssicherungskommission – oder auch Rentenkommission – ihren Bericht der Bundesregierung übergeben. 33 Empfehlungen umfasst dieser Bericht, die ich hier nicht im Einzelnen analysieren werde.
Die zentralen Vorschläge der Expertinnen und Experten umfassen die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters und die Abschaffung der "Rente für besonders langjährig Versicherte", den Aufbau einer neuen kapitalgedeckten Zusatzrente nach schwedischem Vorbild sowie die Einbeziehung von Selbstständigen und Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung.
Diese Empfehlungen, meine Damen und Herren, sind aus Sicht der Regionalträger und aus Sicht der Selbstverwaltung überwiegend positiv zu bewerten.
Mit Blick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel, ist die Empfehlung, die Altersrente für besonders langjährige Versicherte abzuschaffen, zu begrüßen. Eine Rentenart, die gut in besonderem Maße die gesunden und gut ausgebildeten Fachkräfte aus dem Arbeitsmarkt zieht, kann nicht die Antwort auf den Fachkräftemangel sein.
Eine weitere Empfehlung ist, dass sich der Renteneintritt an der Lebenserwartung orientieren soll. Ziel der Empfehlung ist es, dass das Verhältnis von Arbeitsjahren zu Rentenjahren ungefähr bei 2:1 liegen sollte. Das würde bedeuten, dass die Regelaltersgrenze im Zeitraum von 2031 bis 2041 schrittweise um etwa sechs Monate von 67 Jahre auf 67,5 Jahre steigen würde. Die Entwicklung der Lebenserwartung soll regelmäßig überprüft werden. Steigt sie nicht weiter an, wird auch das Renteneintrittsalter nicht angehoben. Die „Rente mit 70“ wäre damit – zunächst – kein Thema mehr.
Die Kommission sieht eine Versicherung, in der alle Erwerbstätigen versichert sind, als Idealbild der Alterssicherung. Sie schlägt vor, in einem ersten Schritt zunächst alle nicht obligatorisch abgesicherten Selbstständigen verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Eine verpflichtende Alterssicherung für diese Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung ist sinnvoll, da viele von ihnen heute schon aus Beschäftigungen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung haben. Sie empfiehlt weiterhin, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Landesparlamente zeitnah in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Eine Maßnahme, die mehr als nur Signalwirkung hätte und die zumindest ich mir sehr gut vorstellen könnte. Ebenso ist die Empfehlung der Einschränkung der Verbeamtung auf Ebene des Bundes und der Länder zu begrüßen. Ein Weg, den die DRV Rheinland schon vor Jahren eingeschlagen hat und konsequent fortführt.
Skandinavien soll sehr schön sein, meine Damen und Herren. Dies wird aber sicherlich nicht der Grund gewesen sein, warum sich die Kommission bei der Empfehlung für eine kapitalgedeckte Zusatzrente am schwedischen Modell orientiert. Diese Zusatzrente soll verpflichtend für alle in der gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt werden. Diese Maßnahme könnte nach Ansicht der Kommission für alle, die nach 2040 in Rente gehen, höhere Renten bringen. Ein sogenannter Übergangsfaktor soll in der Übergangszeit helfen, ein Zugangsniveau von 48 Prozent zu halten. Die Kosten des Übergangsfaktors sollen folgerichtig aus Steuermitteln und nicht aus den Beiträgen der Beitragszahlenden finanziert werden, so die Kommission.
Die Kommission empfiehlt weiterhin, die DRV organisatorisch so weiterzuentwickeln, dass sie ihre Aufgaben künftig effizienter, schneller und bei gesicherter Flächenpräsenz zugleich bürgernäher erfüllen kann.
Die Selbstverwaltung der DRV Rheinland befindet sich im intensiven Dialog mit den Listenträgern und der Politik, um diese Diskussion zu begleiten und die Zukunft der DRV Rheinland aktiv zu gestalten.
Meine Damen und Herren,
blicken wir nun auf das Fundament unserer Arbeit: die Finanzen. Im Dezember haben wir gemeinsam einen Rekordhaushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Unser Etat ist auf rund 25,7 Milliarden Euro angewachsen – das ist ein Zuwachs von 1,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und einer spürbaren konjunkturellen Flaute in Deutschland erweist sich die gesetzliche Rentenversicherung als Fels in der Brandung.
Die aktuelle Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung ist gut! Oder besser gesagt, noch gut.
Die Nachhaltigkeitsrücklage lag Ende 2025 noch bei 41,3 Milliarden Euro, was 1,38 Monatsausgaben entsprach. Bis Ende des Jahres 2026 wird die Nachhaltigkeitsrücklage voraussichtlich auf rund 1,0 Monatsausgaben sinken.
Ab 2028 - so die Prognose - wird eine Anhebung des Beitragssatzes auf 19,9 Prozent erforderlich sein, um ein Absinken unter die gesetzliche Mindesthöhe von 0,3 Monatsausgaben zu verhindern.
Lassen Sie mich das an dieser Stelle klar und deutlich sagen:
Kürzungen der Bundesmittel bedeuten zwangsläufig höhere Beiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber. Nicht beitragsgedeckte Leistungen müssen aus Steuermitteln finanziert werden – und nicht aus den Beiträgen der Versicherten und der Arbeitgeber.
Gleichwohl scheint es gute Sitte geworden zu sein, die Bundesmittel zu kürzen. So kann zumindest die für 2027 geplante Kürzung der Bundeszuschüsse in den Eckwerten zum Bundeshaushalt interpretiert werden. Um rund 4 Milliarden Euro sollen die Zuschüsse im Jahr 2027 gekürzt werden. Wie der Gesetzgeber so seine Beschlüsse zum Rentenpaket 2025, die Stabilisierung des Rentenniveaus und die sogenannte Mütterrente III aus Steuermitteln zu finanzieren umsetzen möchte, bleibt unbeantwortet.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
trotz aller Kürzungen und Mehrbelastungen, liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung auch in diesem Jahr 2026 weiterhin bei 18,6 Prozent. Das ist nun das neunte Jahr in Folge mit dem gleichen Wert – eine Stabilität, auf die wir durchaus stolz sein dürfen, die aber nicht dazu verleiten sollte, die mittelfristigen Herausforderungen aus den Augen zu verlieren. Eine Kürzung der Bundeszuschüsse um 4 Milliarden Euro im Bundeshaushalt 2027 würde bedeuten, dass der Beitragssatz bereits im nächsten Jahr um 0,2 Punkte auf 18,8 Prozent steigen müsste.
Die Selbstverwaltung bekräftigt daher an dieser Stelle ihre Forderung: Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten nicht aus Beiträgen von Versicherten und Arbeitgebern finanziert werden, sondern durch Bundeszuschüsse.
Meine Damen und Herren,
lassen Sie uns einen Blick auf die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung werfen. Die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung steigen dank des weiterhin hohen Beschäftigungsniveaus und der Lohnentwicklung. Gleichzeitig wachsen die Ausgaben – insbesondere die Rentenleistungen – spürbar stärker.
Im Jahr 2025 beliefen sich die Ausgaben für Rentenleistungen auf rund 363 Milliarden Euro, für 2026 werden etwa 380 Milliarden Euro erwartet. Dem entgegen standen 2025 Beitragseinnahmen in Höhe von rund 321 Milliarden Euro, für 2026 werden Beitragseinnahmen in Höhe von rund 332 Milliarden Euro erwartet.
Die Gesamtausgaben für das Jahr 2025 beliefen sich auf rund 421 Milliarden Euro. Dem gegenüber standen Gesamteinnahmen von rund 417 Milliarden Euro. Für das Jahr 2026 werden Gesamtausgaben in Höhe von rund 443 Milliarden Euro erwartet, bei prognostizierten Gesamteinnahmen in Höhe von rund 432 Milliarden Euro. Das Defizit, das sich daraus ergibt, wird aus der Nachhaltigkeitsrücklage gedeckt. Einem Puffer, der - wie bereits ausgeführt - zunehmend schmilzt.
Diese Entwicklung ist nicht überraschend. Wir wissen seit Jahren, dass die Baby-Boomer-Jahrgänge zunehmend in Rente gehen und als Beitragszahler wegfallen. Der demografische Wandel trifft die Rentenversicherung mit voller Wucht. Die DRV Rheinland sieht dies in ihrer eigenen Arbeit:
Die Rentenantragsmengen steigen, und wir haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um den daraus resultierenden Mehraufwand zu bewältigen.
Meine Damen und Herren,
ein zentrales Thema, das die Menschen in diesen Wochen besonders bewegt, ist die anstehende Rentenanpassung.
Zum 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten bundesweit einheitlich um 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert erhöht sich damit von bisher 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Das ist ein deutliches und hochverdientes Plus für die Rentnerinnen und Rentner im Rheinland, das spürbar über den ursprünglichen Prognosen liegt.
Diese Erhöhung ist kein politisches Geschenk, sondern das direkte Resultat der Lohnentwicklung des vergangenen Jahres. Sie zeigt eindrucksvoll: Das System funktioniert. Wenn die Löhne der Aktivitätsphase steigen, profitieren auch diejenigen, die dieses Land durch ihre jahrzehntelange Arbeit aufgebaut haben.
Ein Blick nach Berlin zeigt, dass die Rentenpolitik im Jahr 2026 grundlegend neu geordnet wird. Die Diskussionen rund um das Rentenpaket II und das damit verbundene Generationenkapital haben die politische Landschaft geprägt.
Wir als Selbstverwaltung der DRV Rheinland können nur begrüßen, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2031 gesetzlich bei 48 Prozent festgeschrieben werden soll. Das schafft langfristiges Vertrauen bei den Rentnerinnen und Rentnern sowie den Versicherten aller Generationen.
Neue Leistungsverbesserungen, wie die politisch diskutierte Mütterrente III oder steuerliche Anreize wie die zu Jahresbeginn eingeführte „Aktivrente“ zur freiwilligen Verlängerung der Lebensarbeitszeit, müssen sauber und vor allem dauerhaft über Bundeszuschüsse aus Steuermitteln gegenfinanziert werden. Eine einseitige Überlastung der Beitragszahler darf es nicht geben!
Erlauben Sie mir an dieser Stelle eine kurze Reminiszenz an das Jahr 2024: Damals forderten wir vehement eine Anhebung der Untergrenze der Nachhaltigkeitsrücklage. Der Gesetzgeber ist dem gefolgt. Das beweist einmal mehr: Die Stimme der regionalen Selbstverwaltung wird in Berlin gehört. Steter Tropfen höhlt den Stein!
Meine Damen und Herren,
ein starker Rentenversicherer definiert sich nicht nur über Rentenzahlungen, sondern vor allem über das Prinzip „Reha vor Rente“. Im vergangenen Jahr haben wir über 540 Millionen Euro für Rehabilitations- und Präventionsleistungen aufgewendet und unser Budget damit voll ausgeschöpft aber – und das möchte ich betonen - nicht überschritten. Die DRV Rheinland hat mit Maß geplant und konnte den gestiegenen Bedarf an Rehabilitationsleistungen decken.
Ich hatte zu Beginn meines Berichtes bereits gesagt:
Reha ist unser Kernauftrag. Jeder Euro, den wir in die Gesundheit der Beschäftigten im Rheinland investieren, ist eine Investition gegen den akuten Fachkräftemangel. Unsere eigenen Kliniken leisten hier Herausragendes, die Menschen aktiv dabei zu unterstützen, gesund im Erwerbsleben zu verbleiben.
Die Bedeutung der Rehabilitation wird zukünftig noch stärker unterstrichen. Wie sie wissen, wurde die Entscheidung getroffen, eine neue Abteilung für Rehabilitation bei der Deutsche Rentenversicherung Rheinland zu gründen.
Eine selbstständige Rehabilitationsabteilung bündelt Kompetenzen, verkürzt Entscheidungswege und flexibilisiert die Reaktion auf Versichertenwünsche. So werden die Antragstellung und der Zugang zur Rehabilitation erleichtert und beschleunigt.
Meine Damen und Herren,
damit wir diese gigantischen Aufgaben bewältigen können, bauen wir auf zwei Säulen:
Modernste Technik und exzellentes Personal.
Bereits heute erreichen uns über 67 Prozent aller Rentenanträge auf digitalem Weg. Unsere Online-Services werden konsequent ausgebaut, um den Bürgerinnen und Bürgern – unseren Versicherten – einen schnellen, barrierefreien und transparenten Service zu bieten.
Die künstliche Intelligenz hilft uns, standardisierte Abfragen effizienter vorzubereiten und Routineaufgaben schneller abzuarbeiten. Wie das in der Praxis aussehen kann, haben uns Herr Guski und Herr Terhardt heute präsentiert.
Und es ist kein Zufall, dass die DRV Rheinland sowohl im NOW IT Verbund, als auch in der gesamten Rentenversicherung eine führende Rolle einnimmt. Mit der Einführung der digitalen Akte war sie Vorreiter in der Rentenversicherungslandschaft und hat bei der Digitalisierung frühzeitig auf Wandel gesetzt.
Für die Region West ist unsere Geschäftsführung im trägerübergreifenden Steuerungsgremium „Arbeitsplatz der Zukunft“ vertreten. Hier, meine Damen und Herren, werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie arbeitet die Deutsche Rentenversicherung und wie kann sie noch stärker auf die Bedürfnisse der Versicherten eingehen.
Die Technologie ist für uns ein Werkzeug. Sie soll unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Rücken für die komplexe Fallbearbeitung und die persönliche Beratung freihalten. Sie soll unterstützen und helfen. Wichtig, meine Damen und Herren, ist dabei eines: Die endgültige Entscheidung über eine Rente oder eine Rehabilitationsmaßnahme trifft bei der DRV Rheinland auch weiterhin ein Mensch.
Wo viel Licht ist, da müssen wir auch die sensiblen Bereiche im Blick behalten. Die Einführung von KI im NOW IT-Verbund ist an zwei unumstößliche Bedingungen geknüpft:
Die Datensicherheit: Die Sozialdaten unserer Versicherten sind unser höchstes Gut. Cyber-Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Unsere KI-Modelle laufen in geschützten, eigenen Rechenzentren und nicht auf Servern außerhalb Europas.
Wir müssen unsere Beschäftigten mitnehmen: Digitale Transformation gelingt nur, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie mittragen. Die Kolleginnen und Kollegen müssen den Nutzen spüren und Ängste vor dem technologischen Wandel müssen abgefangen werden.
Im Verbund mit unserem IT-Dienstleister NOW.IT arbeiten wir nach den höchsten Sicherheitsstandards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Datensicherheit und föderale Selbstverwaltung schließen sich nicht aus – sie bedingen sich vielmehr gegenseitig! Unsere Systeme sind sicher, wirtschaftlich und zukunftsfähig.
Meine Damen und Herren,
über den demografischen Wandel haben wir hier schon häufig gesprochen. Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland ist dabei von dem sogenannten doppelten demografischen Wandel betroffen. Kurz gesagt, treffen mehr Anträge und damit mehr Arbeit, auf weniger Beschäftigte. Umso wichtiger ist es, frühzeitig für gut ausgebildete Nachwuchskräfte zu sorgen. Ein Weg, den die Deutsche Rentenversicherung Rheinland hier seit einigen Jahren geht, ist die Werbung in Sozialen Medien.
Mit einer humorvollen und modernen Social-Media-Kampagne zur Nachwuchswerbung feiert die Deutsche Rentenversicherung „virale Erfolge“, wie es neudeutsch heißt.
Und nein, damit ist keine Krankheitswelle gemeint. Mit eigenen Beiträgen auf Instagram und Kooperationen auf TikTok werden teilweise Millionen junge Menschen erreicht. Das Ergebnis?
Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Rentenversicherung Rheinland so viele Bewerbungen erhalten, wie noch nie in ihrer Geschichte. Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland wird als attraktiver, sicherer und innovativer Arbeitgeber wahrgenommen. Aktuell befinden sich über 220 Nachwuchskräfte bei uns in Ausbildung oder Studium – sie sind die Zukunft unseres Hauses!
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
hinter den nackten Zahlen von 25,7 Milliarden Euro Haushalt stehen Schicksale, Biografien und die Lebensleistung von Millionen Menschen im Rheinland. Dass wir diesen Auftrag so geräuschlos und verlässlich erfüllen, verdanken wir in erster Linie den rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer Hauptverwaltung, den Service-Zentren und unseren Kliniken und selbstverständlich auch der Geschäftsführung.
Ihnen allen gilt mein ganz persönlicher Dank und der Dank des gesamten Vorstandes.
Ebenso herzlich danke ich Ihnen, den Mitgliedern der Vertreterversammlung. Ihr ehrenamtliches Engagement hält die soziale Selbstverwaltung lebendig. Sie sorgen dafür, dass die Entscheidungen nah an den Menschen – nah an Arbeitnehmern und Arbeitgebern – getroffen werden.
Ich schließe meinen Bericht mit einem abgewandelten Gedanken, der die DNA unseres Hauses beschreibt:
Wenn ein solidarisches System wie die gesetzliche Rentenversicherung über so viele Jahrzehnte hinweg Krisen, Reformen und gesellschaftliche Umbrüche meistert und dabei stets die soziale Sicherheit garantiert, dann liegt das daran, dass dieses Fundament zutiefst krisenfest und unverzichtbar ist.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass dies so bleibt.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.