Weiterbildung wird gefördert
Weiterbildung
Lebenslang lernen, natürlich gilt das auch für den Beruf. Wir unterstützen und fördern unsere Beschäftigten bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung mit eigenen Schulungen und dem Besuch von Seminaren externer Veranstalter. 1.299 Beschäftigte haben 2025 an 2.289 Weiterbildungsaktivitäten teilgenommen.
Zahlen zur Grafik
| extern digital | 276 |
| extern | 571 |
| hausintern | 1.374 |
| intern digital | 68 |
| Weiterbildungen insgesamt | 2.289 |
| Weiterbildungen | Anzahl |
|---|
Nach dem Quereinstieg geht es weiter
Seit 2024 bietet die Deutsche Rentenversicherung Westfalen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern an, berufsbegleitend eine Ausbildung zur beziehungsweise zum Sozialversicherungsfachangestellten zu machen. Voraussetzung dafür sind zwei Jahre Tätigkeit als angelernte Kraft im Sachgebiet. Der theoretische Unterricht findet in der Ausbildungsabteilung der Deutschen Rentenversicherung Westfalen statt, der praktische Teil berufsbegleitend am gewohnten Arbeitsplatz. „Auch uns als Arbeitgeber trifft der Fachkräftemangel durch die demografische Entwicklung“, sagt Direktorin Franziska Heins. „Wir wollen dem unter anderem dadurch entgegenwirken, indem wir all denen eine Weiterbildung mit entsprechendem Abschluss ermöglichen möchten, die unser Haus kennen und schon eingearbeitet sind. Wir freuen uns, wenn jüngere wie ältere Beschäftigte dieses Angebot als berufliche Chance sehen und nutzen. Dass wir einen attraktiven Arbeitsplatz bieten, wissen sie ja schon.“ Und dieses Angebot wird gern angenommen: Ende Dezember 2025 waren 17 Beschäftigte in der berufsbegleitenden Ausbildung. Tanja Haverland ist eine von ihnen.
Sie hat ein Ziel: Sozialversicherungsfachangestellte werden
Quelle: DRV Westfalen
Quereinsteigerin Tanja Haverland
Tanja Haverland hat sich mit Mitte 40 gedacht: „Wann, wenn nicht jetzt?“ und sich 2021 auf die Stellenanzeige der Deutschen Rentenversicherung Westfalen in der Tageszeitung beworben. Gesucht wurden zu dieser Zeit Anlernkräfte, die die Sachbearbeitung verstärken sollen. „Ich bin gelernte Bürokauffrau. Zuvor habe ich im Einkauf bei einer Bio-Molkerei und in Textilbetrieben gearbeitet. Ich wollte mich beruflich verändern. Die Deutsche Rentenversicherung kannte ich vorher nicht“, erzählt sie. Zusammen mit rund 100 weiteren Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern wurde sie angelernt und stellte fest: „Das macht mir sehr viel Spaß!“ Natürlich sei es anfangs schwer gewesen, einen Zugang zur Rententhematik zu bekommen. Hier hieß es durchhalten. Doch ihr gefiel die abwechslungsreiche Tätigkeit: Mal wurden Konten geklärt, Renten berechnet oder ein Versorgungsausgleich bearbeitet. Sie gab nicht auf. Als sie dann erfuhr, dass ihr Arbeitgeber anbietet, dass auch diese 100 Neuen eine berufsbegleitende Ausbildung zur beziehungsweise zum Sozialversicherungsfachangestellten machen können, war sie gleich Feuer und Flamme. „Ich möchte mehr Hintergrundwissen haben, möchte, dass mir die Bearbeitung der unterschiedlichen Fälle leichter fällt“, so ihre Motivation. Und nun sitzt Tanja Haverland mit etwa 30 Mitschülerinnen und Mitschülern im Alter von 17 bis 50 Jahren vormittags im Klassenraum in der Deutschen Rentenversicherung Westfalen an der Gartenstraße in Münster, paukt Sozialversicherungsrecht und noch einiges andere mehr. Für die jüngeren ist es die erste Ausbildung nach dem Schulabschluss, für die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger eine Weiterbildung mit Abschluss.
Für Tanja Haverland startet ein Arbeitstag regelmäßig mit dem Klingeln ihres Weckers um 4:30 Uhr. Eine Stunde dauert die Zugfahrt von Gronau nach Münster. Gegen 7:00 Uhr sitzt sie dann an ihrem Schreibtisch in der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Während der Theoriephase ihrer Ausbildung heißt es für sie: Kurz vor 9:00 Uhr die Etage wechseln. Nun ist Unterricht im Klassenraum angesagt. Witwen- und Waisenrente, Auskunftsersuchen – dies ist alles Neuland für die Quereinsteigerin. „Ich finde die Beispielfälle, die wir im Unterricht besprechen, einfach spannend. Mit aufwendigeren Fällen beschäftige ich mich besonders gern. Das ist ein bisschen wie Sherlock Holmes spielen“, sagt sie mit einem Lächeln. Nach dem Mittagessen in der hauseigenen Kantine geht es für die 50-Jährige wieder zurück an ihren Arbeitsplatz. Der nächste Fall wartet.
„An den Wochenenden arbeite ich den Unterricht nach, dafür benötige ich so etwa zwei bis drei Stunden. Durchschnittlich setze ich mich unter der Woche sieben Stunden, je nach Thema auch mal zehn bis fünfzehn Stunden, zu Hause an den Schreibtisch zum Lernen“, erzählt sie. Da ihre erste Ausbildung schon Jahre zurück liege, sei dies manchmal gar nicht so leicht. „Auch das Lernen musste ich erst wieder neu lernen“, gibt sie ehrlich zu. Zeit für Hobbys ist momentan Mangelware, doch das nimmt die Quereinsteigerin für die dreijährige Ausbildung gern in Kauf. Auch die Familie unterstützt sie und steht voll und ganz hinter ihr.
Die Praxisphase ihrer berufsbegleitenden Ausbildung verbringt Tanja Haverland in ihrem Team in der Sachbearbeitung. Sie arbeitet dort wie gewohnt weiter. Nur jetzt mit etwas mehr Wissen als vorher. Auch die Klausuren schrecken die Quereinsteigerin nicht mehr, denn: „Die Ausbilderinnen und Ausbilder stehen uns allen mit Rat und Tat zur Seite. Auch vor Klausuren lassen sie uns nicht allein und bieten ihre Hilfe an.“ Allein im ersten Vierteljahr hat Tanja Haverland acht Klausuren geschrieben. Sie betont: „Da sollte man gut vorbereitet sein. Ich bin da schon ehrgeizig. Schließlich habe ich das Ziel, Sozialversicherungsfachangestellte zu werden.“
Diese Informationen sind Bestandteil des digitalen Jahresberichts für das Jahr 2025. Der Bericht ist am 15. Juli 2026 erschienen.