Aktuelle Reformdiskussion: Rente und Reha in der Region

Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd tagte in Passau.

Datum: 13.07.2026

Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd hat bei ihrer Sitzung in Passau zu den Vorschlägen der Rentenkommission Stellung genommen und die Stärken ihrer eigenen regionalen Rehakliniken in Bayern betont.

In seinem Impulsvortrag „Sozialversicherung nicht mehr vor, sondern im demografischen Wandel“ beleuchtete Dr. Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft unter anderem die rentenrechtlichen Reformvorschläge aus wissenschaftlicher Perspektive.

Dr. Jutta Krogull, amtierende Vorsitzende der Vertreterversammlung und Geschäftsführerin der Bezirksgruppe Niederbayern der vbw, plädierte aus Arbeitgebersicht für eine aufgeschlossene Haltung zu den Reformvorschlägen: „Wir müssen dabei auch sehen, bei welchen Aufgaben noch mehr Kooperation und Koordination aller DRV-Träger zu noch mehr Synergiegewinnen führen können.“

Günter Zellner, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung, betonte mit Blick auf die empfohlene Strukturreform der DRV, dass bereits heute die Regionalträger mit eigenständigen Selbstverwaltungen sehr auf Wirtschaftlichkeit, Wettbewerb und eine effektive Aufgabenerfüllung achten. Außerdem, so der Bezirksleiter der IG BCE Altötting: „Die DRV gibt den Menschen Sicherheit und Verlässlichkeit. Ihr vertrauen sie. Für dieses Vertrauen ist es ganz wesentlich, dass zentrale Entscheidungen nicht von oben herab vorgegeben werden, sondern von den Beitragszahlenden aus der Region mitbestimmt werden. Das ist der Sinn der Selbstverwaltung.“ 

Hochspezialisierte Reha im Rehafachzentrum Bad Füssing – Passau

Im zweiten Teil der Sitzung hielt der Medizinische Direktor des Rehafachzentrums (RFZ) Bad Füssing – Passau, Dr. Lukas Moleda, einen Vortrag über Rehabilitation bei Leberzirrhose. Die positive Wirkung der Rehabilitation konnte eine Patientin aus dem RFZ Passau besonders gut veranschaulichen. Durch eine auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Rehabilitation können der Facharzt für Endokrinologie und sein Team den Zustand der Rehabilitanden verbessern und so auch den Weg zurück ins Erwerbsleben ebnen. Dr. Moleda: „Im RFZ in Passau sind wir auf diese Form der Reha spezialisiert. Allerdings gibt es insgesamt zu wenig Plätze, um den Bedarf zu decken.“ 

Die alternierende Vorsitzende des Vorstands, Dr. Verena Di Pasquale: „Der Vortrag zeigt, wie wichtig eine hochwertige Reha in Bayern ist. Reha lohnt sich, das lässt sich auch volkswirtschaftlich messen.“ Laut Studien, so Di Pasquale, verbessern sich die Beschäftigungschancen von Versicherten schon wenige Monate nach einer medizinischen Reha und jeder in eine Rehabilitation investierte Euro generiert einen fünf Mal so hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. „Um eine hochspezialisierte Reha-Landschaft in Bayern erhalten zu können, sollten wir auch künftig auf eine regionale Steuerung der DRV-eigenen Kliniken setzen“, resümierte die Leiterin der Abteilung Migration des DGB Bayern.

Hintergrund

Die Vertreterversammlung setzt sich aus ehrenamtlichen Vertretern der Versicherten und Arbeitgeber zusammen. Sie ist das oberste Organ der DRV Bayern Süd, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert ist. In den Regierungsbezirken Niederbayern, Oberbayern und Oberpfalz ist die DRV Bayern Süd für rund 4 Mio. Menschen zuständig. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.