Beratungsbedarf proaktiv erkennen

Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) arbeitet daran, Beratungsbedarf früher zu erkennen und Versicherte gezielter anzusprechen. Bisher müssen Versicherte häufig selbst aktiv werden, wenn sie Informationen zu Prävention, Reha oder Teilhabe benötigen. Künftig sollen vorhandene digitale Daten dabei helfen, Risiken rechtzeitig zu erkennen und passgenaue Angebote zu unterbreiten, ohne das Kundinnen und Kunden einen Antrag stellen müssen.

Grundlage ist ein Risikoindex zur Rente wegen Erwerbsminderung. Ein Verfahren, das vorhandene Daten zum Reha- und Erwerbsverlauf der Versicherten auswertet, um Hinweise auf einen möglichen Informations- oder Beratungsbedarf zu finden. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden frühzeitig Orientierung zu geben, informierte Entscheidungen zu ermöglichen und bei Bedarf den Zugang zu Präventions- oder Rehabilitationsleistungen zu erleichtern. 

Damit setzt die DRV Bund auch einen Auftrag aus dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) um: Reha-Bedarf soll möglichst früh erkannt werden, um die Erwerbsfähigkeit und die Lebensqualität der Versicherten zu erhalten und ihre Teilhabe zu stärken. Der Handlungsbedarf ist groß – fast jeder zweite Zugang in die Erwerbsminderungsrente erfolgt ohne vorherige Reha.

In einem Pilotprojekt wurde der Risikoindex bereits erprobt und das Konzept zu deren Übertragung allen Rentenversicherungsträgern zur Verfügung gestellt. Ein wichtiger Baustein für die Deutsche Rentenversicherung (DRV), die nicht erst reagiert, wenn ein Antrag gestellt wird, sondern ihre Versicherten proaktiv informiert und berät.