Nachrichten Sommer 2026

Vorsicht, falsche Rentenversicherung!

Betrugsmaschen, Phishing-Mails und Kostenfallen im Namen der Deutschen Rentenversicherung sind aktuell wieder auf dem Vormarsch. Wie Sie echte Angebote erkennen – und wann Sie vorsichtig sein sollten.

Eine Hand vor einem Laptop, die zwischen einem Haken- und einem Kreuzsymbol wählt Quelle: AdobeStock

Internetseiten mit Kostenfalle

Immer wieder gibt es Internetseiten, die dem offiziellen Internetauftritt der Deutschen Rentenversicherung ähneln – teilweise wird auch das Logo imitiert. Auf den ersten Blick ist daher oft nicht erkennbar, dass es sich nicht um die offizielle Seite der Rentenversicherung handelt, sondern um einen Drittanbieter, der Leistungen der Rentenversicherung gegen Gebühr anbietet: zum Beispiel Rentenauskünfte, Renteninformationen, Nachweise über die Versicherungsnummer oder Bescheinigungen über die Höhe der gezahlten Rente.

Besonders ärgerlich: Dass die angebotenen Services kostenpflichtig sind, ist auf vielen Drittanbieter- Seiten nicht sofort ersichtlich. Kundinnen und Kunden erfahren das im Zweifel erst, wenn eine entsprechende Rechnung bei ihnen eingeht.

So gelangen Sie auf die echte Internetseite

Um sicherzugehen, dass Sie nicht versehentlich auf eine falsche Service-Seite gelangen, hilft Ihnen unsere Website. Unter dem Menüpunkt „Online-Services“ können Sie Unterlagen einreichen, Informationen anfordern oder Anträge stellen – und das immer kostenlos.

Wer unsicher ist, kann sich auch telefonisch unter der kostenfreien Nummer 0800 1000 4800 an die Rentenversicherung wenden oder mit einer unserer Auskunfts- und Beratungsstellen Kontakt aufnehmen.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Sollten Sie an einen kostenpflichtigen Service-Anbieter geraten sein statt an die Rentenversicherung, wenden Sie sich am besten an eine Rechtsberatung oder an die Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale-hessen.de.

 

Phishing-Mails

Eine regelrechte Welle an Betrugsversuchen läuft aktuell über E-Mail. In so genannten Phishing-Mails geben sich Betrügerinnen oder Betrüger als die Deutsche Rentenversicherung aus, indem sie Sprache, Design und Logo imitieren. So sollen beispielsweise unter dem Vorwand eines Sicherheitsupdates der Digitalen Rentenübersicht persönliche Daten eingegeben werden. Manchmal wird der Versand wichtiger Dokumente in Aussicht gestellt, wie etwa der jährlichen Renteninformation. In anderen Fällen sollen die Empfängerinnen und Empfänger nach einer angeblichen Fehlbuchung Geld zurückerstattet bekommen – oder es nachzahlen.

Woran Sie Phishing-Mails erkennen

Was alle Phishing-Mails gemeinsam haben: Die Empfängerinnen und Empfänger werden darin aufgefordert, einen Link anzuklicken, um dort Zahlungsinformationen oder persönliche Daten einzugeben. Die Deutsche Rentenversicherung fordert persönliche Daten niemals per E-Mail an. Misstrauisch werden sollten Sie außerdem, wenn Ihnen in einer E-Mail ein bestimmter Geldbetrag versprochen wird – unter der Voraussetzung, dass Sie Ihre Bankdaten eingeben. Oft wird auch zeitlicher Druck aufgebaut, etwa durch die Vorgabe einer kurzen Frist oder eines bald ablaufenden Links.

Überprüfen Sie im Zweifel immer die Mail-Adresse des Absenders und nicht nur den Namen. Mail-Adressen wie zum Beispiel noreply@drv.de, admin@lenterasafety.co.id oder badtechnology631@agentmail.to sind eindeutig als Spam zu erkennen.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Wenn Sie auf einen Phishing-Link geklickt haben, sollten Sie Ruhe bewahren und schnell handeln: Trennen Sie das Gerät vom Internet, um das Senden von Daten zu verhindern. Wenn Sie Ihre Bankdaten eingegeben haben, sperren Sie umgehend Ihre Karten und informieren Sie Ihre Bank. Falls Sie Zugangsdaten eingegeben haben, ändern Sie Ihre Passwörter von einem anderen Gerät aus. Machen Sie Screenshots der Phishing-Seite und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

 

Trickbetrug am Telefon

Leider gibt es auch vermehrt Fälle, in denen sich Betrügerinnen oder Betrüger am Telefon als Mitarbeitende der Rentenversicherung ausgeben. Dabei wird den Angerufenen sogar teilweise die Telefonnummer der Rentenversicherung auf dem Display ihres Telefons angezeigt. Mithilfe komplexer Maschen und teilweise in mehreren Telefonaten wird versucht, an sensible Daten zu gelangen oder Geld von den Angerufenen einzufordern. Eine dieser Maschen ist etwa eine drohende Rentenpfändung wegen angeblicher Schulden – mit dem vermeintlich zuvorkommenden Angebot, die komplette Forderung nur mit einer Teilzahlung begleichen zu können.

Wie Sie Telefonbetrug erkennen

Die Deutsche Rentenversicherung wendet sich grundsätzlich nur in Ausnahmefällen telefonisch an Sie. Persönliche Daten werden immer schriftlich angefordert. Auch wird die Deutsche Rentenversicherung Sie niemals am Telefon dazu auffordern, Geld zu überweisen. Sollte Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommen, legen Sie sofort auf. In keinem Fall sollten Sie Geld ins In- oder Ausland überweisen. Im Zweifel können Sie sich selbst bei der Deutschen Rentenversicherung über die Richtigkeit einer angeblichen Forderung vergewissern.

Verwenden Sie dazu nicht die Nummer, die auf dem Telefondisplay angezeigt wird, sondern wählen Sie eigenständig unsere Servicetelefonnummer 0800 1000 4800 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular auf dieser Website.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Wenn Sie am Telefon Ihre Bankdaten preisgegeben haben, sperren Sie umgehend Ihre Karten und informieren Sie Ihre Bank. Gleiches gilt, falls Sie eine Überweisung getätigt haben. Falls Sie am Telefon Zugangsdaten mitgeteilt haben, ändern Sie Ihre Passwörter. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

 

Noch mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre „Vorsicht Trickbetrug“ der Deutschen Rentenversicherung. Hier können Sie die Broschüre bestellen oder herunterladen.

Für Fälle, die das Drittanbieter-Portal rentnerauskunft.de betreffen, stellt die Verbraucherzentrale Hamburg weitere Informationen und Musterbriefe bereit.

Inhalt des Dossiers

  1. Kompass in stürmischen Zeiten
  2. Stark zu fünft
  3. Waisenrente für Volljährige
  4. Renten steigen höher als erwartet
  5. Das Rentenmobil tourt durch Hessen
  6. Vorsicht, falsche Rentenversicherung!
  7. Bits und Bots
  8. Neuste Technik für Versichertenälteste
  9. Mitspracherecht kommt an