Nachrichten Herbst 2026

Seitenwechsel

Als Patient gekommen, als Kollege geblieben – zwei Geschichten

Im Büro von Patrick Drzastwa klingelt das Telefon. Nicht zum ersten Mal an diesem Tag. Seit er um 7.30 Uhr seinen Laptop hochgefahren und das Headset aufgesetzt hat, ist der 40-Jährige am Planen, Koordinieren und Fragen beantworten. Am anderen Ende der Leitung ist diesmal ein Mann mittleren Alters, der in wenigen Wochen zur Reha in die Eleonoren-Klinik kommt. Er hat noch ein paar Fragen zur Anreise.

Bei Patrick Drzastwa kommen Erinnerungen an die Zeit hoch, als er selbst auf der Suche nach einer Reha-Klinik war. Zwei Mal entschied er sich für die auf Innere Medizin und Orthopädie spezialisierte Eleonoren-Klinik in Lindenfels-Winterkasten, eine Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Die Fragen, die er nun als Patienten-Disponent beantwortet, stellte er selbst vor etwa zehn Jahren erstmals am Telefon. Denn wie viele der Rehabilitierenden, denen er heute weiterhilft, sei auch er vor seiner Reha aufgeregt gewesen, was ihn erwarte.


Startschuss in ein neues Leben

„Die Reha war für mich ein Startschuss, mein Leben zu verändern“, erinnert sich Drzastwa. Er wohnt nicht weit von der Klinik entfernt, trotzdem sei es ihm wichtig gewesen, während seiner Adipositas-Erkrankung mit einer stationären Reha aus dem Alltag auszubrechen. Wenn er heute am Kraftraum der Klinik vorbeiläuft, weiß er noch genau: „Gerade auf dem Ergometer habe ich sehr viel Zeit verbracht – und erstmals gemerkt, wie schwach meine Muskulatur war.“

Ein Mann sitzt auf einem Ergometer und wird von einer Trainerin unterstützt. Quelle: DRV Hessen Patrick Drazastwa hat während seiner Rehaviele Stunden auf dem Ergometer verbracht.


Ein junger Mann mit Headset sitzt lächelnd am Schreibtisch. Quelle: DRV Hessen Als Patientendisponent hilft Patrick Drzastwa Rehabilitierenden bei allen möglichen Anliegen weiter.

Sport und Bewegung hätten für ihn jeden Tag in der Reha dazu gehört – auch außerhalb der Therapien. In den Abendstunden Extraeinheiten im Trainingsraum, Bahnen ziehen im Schwimmbad, in den Pausen Spaziergänge durch die angrenzenden Wälder. „Ich habe versucht, echt alles mitzunehmen, was geht. Hier hat man die Chance dazu, sich nur auf sich und seine Gesundheit zu konzentrieren. Wenn man wieder zu Hause im normalen Alltag ist, ist das viel schwerer.“

Trotzdem ist es ihm gelungen, nach der erfolgreichen Reha das in der Zeit Gelernte Stück für Stück in den Alltag zu integrieren. „Als ich herkam, war ich nervös und habe gehofft, dass es was bringt und mir hilft, einen neuen Start zu finden fürs Abnehmen – und das hat es!“ 35 Kilo hat er seitdem abgenommen. Bewegung gehört bis heute fest zu seinem Alltag – unter anderem in der Mittagspause bei seinem neuen Arbeitgeber.

„Tatsächlich ist kurz nach meinem zweiten Aufenthalt hier eine Stelle als Patienten-Disponent freigeworden. Ich hatte so viele positive Erinnerungen an meine Zeit und das Team hier, also habe ich mich beworben und es hat perfekt gepasst.“ In der Mittagspause geht es nun täglich, wie damals in der Reha, zu Fuß rund um die Klinik. Sein Lieblingsort ist bis heute derselbe: eine Holzbank direkt vor der Klinik, vor der Sonne geschützt, mit Blick in die Weite des Odenwalds.

Als zertifiziertes Diabeteszentrum mitten im malerischen Odenwald behandelt die Eleonoren-Klinik Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, sie ist zudem auf Adipositas-Therapie und weitere Bereiche der Inneren Medizin sowie die Orthopädie spezialisiert. Zum Angebot zählt auch das Präventionsprogramm RV Fit.
Weitere Infos zur Reha und Karriere in der Eleonoren-Klinik: www.eleonoren-klinik.de

Bandscheibenvorfall mit 29 Jahren

Von Süd- nach Nordhessen: Die Patientenzimmer der Klinik Kurhessen in Bad Sooden-Allendorf, ebenfalls eine Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung Hessen, werden in diesem Sommer mit neuen Fernsehgeräten ausgestattet. Bei Julian Burhenne und seinem Haustechnik-Team dauert ein Tausch nicht einmal zehn Minuten: altes Gerät abmontieren, neues Gerät einhängen, testen und ab zum nächsten Zimmer. In einem dieser Räume hat Julian Burhenne vor einigen Jahren selbst übernachtet.

Im Jahr 2018, kurz vor seinem 30. Geburtstag, erlitt die gelernte Fachkraft für Veranstaltungstechnik mit einer Weiterbildung als Elektrofachkraft einen Bandscheibenvorfall. „Das war erstmal ein Schock. Mit 29 denkst du über alles andere nach, aber nicht über eine Reha“, erinnert er sich. Weil er nur rund 15 Kilometer entfernt wohnte und auch seine Mutter bereits vor Jahren dort war, wählte er für seine Anschlussheilbehandlung die Klinik Kurhessen.

Als junger Mensch zur Reha: „Ich dachte, dass ich in eine Art Krankenhaus muss. Alles durchgetaktet, kalte Atmosphäre, überwiegend ältere Menschen.“ Was er erlebte, entsprach aber ganz und gar nicht seinen Befürchtungen. „Ich war überrascht, wie hell und freundlich alles war, aber auch, wie viel Freiheit man neben den Therapien hatte. Ich konnte die Sauna, das Schwimmbad und den Trainingsraum nutzen. Mit ein paar anderen Rehabilitanden sind wir aber auch in die Therme gegangen oder saßen einfach abends in lockerer Atmosphäre noch lange auf der Terrasse zusammen.“

Eine Physiotherapeutin und ein Patient lächeln im Seitstütz. Quelle: DRV Hessen Physiotherapeutin AnnikaMüller machte JulianBurhenne nach seinemBandscheibenvorfallwieder fit.

Auch wenn er während seines Aufenthalts zu den jüngsten Rehabilitierenden gehört habe, sei das kein Hindernis gewesen, schnell Anschluss zu finden. „Die Physios hatten auf jeden Fall auch ihren Spaß, uns Jüngere besonders zu fordern und mal etwas andere, peppige Übungen zu machen“, erzählt er mit einem Lachen. Und noch eine weitere Sache habe er besonders in Erinnerung: das Essen. „Das hatte nichts mit Krankenhaus-Essen zu tun, ich habe mich fast gefühlt wie in einem Hotel“, berichtet er und resümiert: „Ich hatte so unfassbar
viel Zeit, mich auf mich selbst zu konzentrieren und wieder fit zu werden. Ich würde die Reha jederzeit wieder so machen – auch wenn ich natürlich keinen Bandscheibenvorfall mehr möchte.“


Vom Rehabilitanden zum Mitarbeiter

Dass es tatsächlich kein Abschied von der Klinik auf Dauer sein sollte, konnte Julian Burhenne damals noch nicht wissen. Als einige Jahre später aber eine Stelle im Team der Haustechnik frei wurde, erinnerte er sich noch einmal an seine Reha-Zeit. „Man merkt ja auch als Rehabilitand, wie sich das Team untereinander versteht und wie die Stimmung im Haus ist – und da hatte ich nur positive Erinnerungen.“ Also bewarb er sich auf die Stelle und passte perfekt ins Profil.

Als stellvertretender Technischer Betriebsleiter kümmert er sich heute mit dem achtköpfi gen Team der Haustechnik darum, den Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten: von kleineren Reparaturen, einem kaputten Schlüssel oder einem tropfenden Abfl uss über die Instandhaltung der technischen Geräte im Haus bis zur Planung größerer Bauprojekte. Wie genau der Arbeitsalltag wirklich aussieht, wisse man eigentlich immer erst am Tag selbst. „Aber genau das ist das Spannende. Ich komme morgens zur Arbeit und weiß selten, was der Tag bringt. Ich weiß nur: Es wird nie langweilig.“

Und auch wenn zwar weniger Zeit für entspannte Ausflüge auf die Dachterrasse oder zur Therme bleibt, auf ein Highlight seiner Reha muss er auch als Mitarbeiter nicht verzichten: Denn das damals heiß geliebte Mittagessen gibt es zum kleinen Preis auch fürs Klinik-Team.

Die Klinik Kurhessen ist eine Reha-Klinik für Orthopädie, Psychosomatik und Post-COVID. Sie liegt zentral im Ortskern des Soleheilbads
Bad Sooden-Allendorf. Am Fuße des Hohen Meißners im waldreichen Nordhessen gelegen bietet die Klinik Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und Anschlussrehabilitationen stationär oder auch ganztägig ambulant an.
Weitere Infos zur Reha und Karriere in der Klinik Kurhessen: www.klinik-kurhessen.de

Marie Huhn, Unternehmenskommunikation

Inhalt des Dossiers

  1. Hilfe in schweren Zeiten
  2. RV Fit
  3. Seitenwechsel
  4. BEM-Netzwerktreffen stärkt Austausch und Praxiswissen
  5. Selbstständig oder nicht?
  6. Das Tandem fährt weiter
  7. Denkmalgeschütztes Gebäude wird saniert
  8. Beratung aus der Nachbarschaft