Rentenanpassung 2026: Renten steigen im Juli um 4,24 Prozent
Datum: 09.03.2026
Gute Nachrichten für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2026 fällt mit 4,24 Prozent höher aus, als noch im Dezember prognostiziert.
Die gesetzlichen Renten folgen der Lohnentwicklung und beteiligen die Rentnerinnen und Rentner damit an der wirtschaftlichen Entwicklung. Noch im Dezember war von einer Anpassung in Höhe von 3,73 Prozent ausgegangen worden. Die nun höhere Anpassung ist insbesondere auf eine bessere Lohnentwicklung in 2025 zurückzuführen.
Die Rentenanpassung wird mit der Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 umgesetzt. Diese tritt – vorbehaltlich des Kabinettbeschlusses, der Zustimmung des Bundesrates und der abschließenden Verkündung im Bundesgesetzblatt – am 1. Juli 2026 in Kraft.
Weitere Informationen zur diesjährigen Rentenanpassung haben wir in den nachfolgenden Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt:
Was ist die Rentenanpassung?
Als Rentenanpassung wird die jährliche Erhöhung der Renten bezeichnet. Sie erfolgt zum 1. Juli eines Jahres.
Wie funktioniert die Rentenanpassung?
Vereinfacht gesagt wird die Höhe einer Rente wie folgt berechnet: Die im Laufe des Erwerbslebens erworbenen Rentenanwartschaften, die man als Entgeltpunkte bezeichnet, werden mit dem sogenannten aktuellen Rentenwert multipliziert. Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag in Euro, den man für einen Entgeltpunkt als Rente erhält. Im Rahmen der Rentenanpassung wird jeweils zum 1. Juli eines Jahres der Wert eines Entgeltpunktes neu bestimmt.
Wer legt die Höhe der Rentenanpassung fest?
Die Höhe der Rentenanpassung wird in der Regel von der Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt und bedarf der Zustimmung des Bundesrates.
Wie hoch ist die Rentenanpassung 2026?
Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert erhöht sich damit von 40,79 Euro auf 42,52 Euro.
Wie hoch waren die Rentenanpassungen seit dem Jahr 2000?
| Rentenanpassung zum 01.07. | West (in Prozent) | Ost (in Prozent) |
|---|---|---|
| 2000 | 0,60 | 0,60 |
| 2001 | 1,91 | 2,11 |
| 2002 | 2,16 | 2,89 |
| 2003 | 1,04 | 1,19 |
| 2004 | - | - |
| 2005 | - | - |
| 2006 | - | - |
| 2007 | 0,54 | 0,54 |
| 2008 | 1,10 | 1,10 |
| 2009 | 2,41 | 3,38 |
| 2010 | - | - |
| 2011 | 0,99 | 0,99 |
| 2012 | 2,18 | 2,26 |
| 2013 | 0,25 | 3,29 |
| 2014 | 1,67 | 2,53 |
| 2015 | 2,10 | 2,50 |
| 2016 | 4,25 | 5,95 |
| 2017 | 1,90 | 3,59 |
| 2018 | 3,22 | 3,37 |
| 2019 | 3,18 | 3,91 |
| 2020 | 3,45 | 4,20 |
| 2021 | - | 0,72 |
| 2022 | 5,35 | 6,12 |
| 2023 | 4,39 | 5,86 |
| 2024 | 4,57 | |
| 2025 | 3,74 | |
| 2026 | 4,24 | |
Wie hoch fällt die Rentenanpassung bei einer Rentenhöhe von 1.000 Euro aus?
Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten um 4,24 Prozent. Für eine Rente in Höhe von 1.000 Euro bedeutet das einen Anstieg auf 1.042,40 Euro.
Warum gibt es bei der Rentenanpassung keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West?
Die Angleichung der Rentenwerte in Ost und West wurde mit der Rentenanpassung 2023 zu 100 Prozent erreicht. Daher ist die Rentenanpassung ab diesem Jahr in Ost und West gleich.
Auf welcher Grundlage wird die Rentenanpassung in diesem Jahr festgelegt?
In diesem Jahr erfolgt die Rentenanpassung nach Maßgabe der Haltelinie von 48 Prozent für das Rentenniveau. Der neue aktuelle Rentenwert wird also so festgelegt, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent liegt.
Warum erfolgt die Rentenanpassung in diesem Jahr nach Maßgabe der Haltelinie von 48 Prozent?
Nach der aktuellen Rechtslage gilt bis zum Jahr 2031 die Haltelinie von 48 Prozent für das Rentenniveau. Das bedeutet, der aktuelle Rentenwert wird bis 2031 in jedem Jahr so angepasst, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent liegt.
Mit dem zum 1. Januar 2026 in Kraft getretenen Gesetz zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten („Rentenpaket 2025“) wurde die seit 2019 geltende und ursprünglich bis 2025 befristete Haltelinie für das Rentenniveau bis zur Rentenanpassung 2031 verlängert. Nachdem das Rentenniveau erstmals im Jahr 2024 bei 48 Prozent gehalten wurde, erfolgen die Rentenanpassungen bis einschließlich 1. Juli 2031 nach Maßgabe der Haltelinie. Die bis zur Rentenanpassung im Jahr 2023 anzuwendende Rentenanpassungsformel ist bis zum Jahr 2031 außer Kraft gesetzt.
Wie erfolgt die Berechnung des aktuellen Rentenwertes?
Bei der Rentenanpassung nach Maßgabe der Haltelinie für das Rentenniveau folgen die Nettorenten (nach Sozialabgaben und vor Steuern) den Nettolöhnen (nach Sozialabgaben und vor Steuern).
Die Berechnung des aktuellen Rentenwertes richtet sich dabei zunächst nach dem Lohnfaktor. Für die Rentenanpassung in einem Jahr ist die Veränderung der durchschnittlichen Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer in den Vorjahren relevant. Steigen die Löhne, dann folgen die Renten nach. Isoliert betrachtet würde der Lohnfaktor den aktuellen Rentenwert in diesem Jahr um 4,25 Prozent erhöhen.
Darüber hinaus werden bei der Rentenanpassung Veränderungen der Beitragssätze in den Sozialversicherungszweigen berücksichtigt. Sinkt die Nettoquote der Lohneinkommen zum Beispiel schneller als die Nettoquote der Renten, wird die Rentenanpassung gedämpft.
Gibt es in diesem Jahr außer der Lohnentwicklung noch andere Einflüsse auf die Höhe der Rentenanpassung?
Veränderungen der Nettoquoten von Renten und Lohneinkommen können sich bei der Berechnung auswirken, wenn die Renten nach Maßgabe der Haltelinie für das Rentenniveau angepasst werden. Wenn die Lohneinkommen durch höhere Sozialversicherungsbeiträge stärker belastet werden als die Renten, dann wird die Rentenanpassung gedämpft. Werden die Renten durch Veränderungen der Sozialversicherungsbeiträge stärker belastet als die Lohneinkommen, dann fällt die Rentenanpassung höher aus. In diesem Jahr führt dieser „Nettoquoten-Effekt“ für sich genommen dazu, dass die Rentenanpassung um 0,01 Prozentpunkte niedriger ausfällt.
Welche der einzelnen Faktoren wirken sich auf die Rentenanpassung 2026 aus?
|
Relevante Faktoren für die Rentenanpassung | |
|
Lohnfaktor |
1,0425 |
|
„Nettoquoten-Effekt“ als Faktor |
0,9999 |
|
Ergebnis nach Anpassung nach Mindestsicherungsniveau | |
|
aktueller Rentenwert |
42,52 EUR |
|
Rentenanpassung |
4,24 % |
|
Sicherungsniveau |
48,0 % |
Wie wirken sich der Nachhaltigkeitsfaktor und der Beitragssatzfaktor in diesem Jahr auf die Rentenanpassung aus?
Bei der Rentenanpassung nach Maßgabe der Haltelinie für das Rentenniveau werden der Beitragssatz- und der Nachhaltigkeitsfaktor nicht berücksichtigt. Die beiden Faktoren haben nach den geltenden Regeln bis zum Jahr 2031 keine Auswirkungen auf die Rentenanpassung.
Wie wirkt sich der sogenannte Nachholfaktor in diesem Jahr auf die Rentenanpassung aus?
Die Schutzklausel, wonach der aktuelle Rentenwert nicht sinken darf, gilt auch bei der Rentenanpassung nach Maßgabe der Haltelinie. Eine Verrechnung einer unterbliebenen Kürzung mit folgenden Erhöhungen ist nun aber weder notwendig noch möglich, da sonst das Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent unter Umständen nicht eingehalten werden würde. Dementsprechend wird die Regelung zum Nachholfaktor bei der diesjährigen Anpassung nicht berücksichtigt.
Wie hoch ist das Rentenniveau?
Das Rentenniveau vor Steuern beträgt 48,0 Prozent.
Wie wird Rentenniveau berechnet?
Das Netto-Rentenniveau vor Steuern ist der Verhältniswert aus der verfügbaren Standardrente zu einem verfügbaren Durchschnittsentgelt. Die verfügbare Standardrente entspricht einer Rente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittseinkommen, abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge und vor Steuern. Das verfügbare Durchschnittsentgelt entspricht dem Durchschnittsentgelt abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge und vor Steuern.
Wie und wann werden die Rentenbezieher über die Erhöhung ihrer Renten informiert?
Die Rentenbeziehenden werden mit der Rentenanpassungsmitteilung über die Höhe der Rentenanpassung informiert. Der Versand erfolgt voraussichtlich im Juni und Juli 2026. Der genaue Zeitraum steht noch nicht fest. In dem Schreiben wird auch mitgeteilt, wann der neue Betrag ausgezahlt wird. Der Versand der Rentenanpassungsmitteilungen und die Auszahlung der Renten erfolgt durch den Renten Service der Deutschen Post AG.
Ich habe keine Rentenanpassungsmitteilung erhalten. Was kann ich tun?
Die Rentenanpassungsmitteilungen werden noch bis Ende Juli 2026 versandt. Haben Sie Ihre Mitteilung bis dahin nicht erhalten und benötigen Sie diese, wenden Sie sich bitte an Ihren Rentenversicherungsträger.
