Deutsche Rentenversicherung

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Rehabilitation und Teilhabe

Manche Menschen können ihren Beruf nicht mehr so machen wie früher.
Zum Beispiel weil sie krank sind.
Oder weil sie eine Behinderung haben.

Man sagt: Sie haben eine Einschränkung der Erwerbs-Fähigkeit.
Erwerbs-Fähigkeit bedeutet: Ein Mensch kann arbeiten und Geld verdienen.
Einschränkung bedeutet: Man kann etwas nicht oder nicht so gut.

Zum Beispiel: Ein Mann hat bei einem Autounfall ein Bein verloren.
Deshalb kann er nicht mehr als Dach-Decker arbeiten.
Er kann aber noch andere Arbeiten machen.

Diese Menschen können Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeits-Leben bekommen.

Man kann auch Reha sagen. 
Das ist kürzer.

Was sollen Leistungen zur Reha und zur Teilhabe am Arbeits-Leben erreichen?

Sie sollen wieder arbeiten und Geld verdienen können.

Es gibt verschiedene Reha-Leistungen:

Medizinische Reha

Bei der gesetzlichen Renten-Versicherung gibt es Leistungen zur medizinischen Reha. Damit wollen wir erreichen, dass Sie wieder arbeiten können.

Ein Mensch mit einer Krankheit oder Behinderung wird behandelt.
Damit die Krankheit oder Behinderung besser wird.

Eine medizinische Reha-Behandlung ist zum Beispiel
die Bewegungs-Therapie oder Kranken-Gymnastik.

Oder die Sprach-Therapie.
Das sind Übungen zum Sprechen.

Bei der gesetzlichen Renten-Versicherung gibt es verschiedene Leistungen zur medizinischen Reha:

  • Leistungen zur medizinischen Reha für Menschen mit schweren Krankheiten oder Behinderungen
  • Leistungen zur medizinischen Reha für Menschen mit Sucht-Erkrankungen. Zum Beispiel für Alkoholiker, für Drogen-Abhängige oder für Medikamenten-Abhängige.
  • Leistungen zur medizinischen Reha für Menschen mit Krebs-Erkrankungen.

Die medizinische Reha dauert normaler-weise 3 Wochen.
Wenn die 3 Wochen nicht reichen, kann die Reha auch verlängert werden.
Das muss aber der Arzt entscheiden.

Die Medizinische Reha kann ambulant oder stationär sein.

Bei der ambulanten Behandlung können Sie zuhause schlafen.
Zur Behandlung müssen Sie in eine Reha-Einrichtung kommen.
Zum Beispiel in die Praxis für Kranken-Gymnastik.
Da helfen Ihnen die Therapeuten.
Das sind die Personen, die Sie behandeln.

Bei der stationären Reha müssen Sie eine Zeit lang
in der Reha-Einrichtung bleiben.
Zum Beispiel in einer Reha-Klinik.
Das ist so etwas wie ein Kranken-Haus.

Reha für Kinder

Eine chronische Krankheit geht nicht wieder weg.
Die Menschen müssen ihr Leben lang mit der Krankheit leben.

Chronische Krankheiten gibt es auch bei Kindern.
Das kann schwere Folgen für den späteren Beruf haben.
Deshalb gibt es die Reha für Kinder.
Mit der Kinder-Reha wollen wir erreichen,
dass die Kinder gesund aufwachsen.
Und später im Arbeits-Leben nicht benachteiligt sind.

Kinder-Reha ist eine Leistung von der gesetzlichen Renten-Versicherung. Das bedeutet: Die gesetzliche Renten-Versicherung bezahlt die Kinder-Reha.

Kinder und Jugendliche bezahlen noch kein Geld an die Renten-Versicherung.
Sie erhalten deshalb eine Kinder-Reha aus der Renten-Versicherung ihrer Mutter oder ihres Vaters.

Bei diesen chronischen Krankheiten bezahlt die gesetzliche Renten-Versicherung die Kinder-Reha:

  • Krankheiten beim Atmen
    Zum Beispiel wenn das Kind immer Husten hat.
    Oder schlecht Luft bekommt.
  • Allergie
    Zum Beispiel Heu-Schnupfen.
    Oder wenn das Kind bestimmte Lebens-Mittel nicht essen kann.
    Wie zum Beispiel Nüsse oder Milch.
  • Haut-Krankheiten
  • Seelische Krankheiten
    Zum Beispiel wenn das Kind immer traurig ist.
    Oder immer Angst hat.
  • Probleme beim Verhalten
    Zum Beispiel wenn das Kind nicht essen will.
    Oder wenn das Kind immer alles kaputt macht.
  • Sehr schweres Über-Gewicht
    Das bedeutet: Das Kind ist viel zu dick.

Wenn das Kind über 18 Jahre alt ist

Mit 18 Jahren ist man kein Kind mehr.
Deshalb gibt es dann auch keine Kinder-Reha mehr.

Aber es gibt Ausnahmen:

  • Wenn das Kind noch zur Schule geht.
  • Wenn das Kind eine Berufs-Ausbildung macht.
  • Wenn das Kind ein freiwilliges soziales Jahr macht.
    Dann arbeitet das Kind zum Beispiel in einem Alten-Heim. Oder im Kinder-Garten.
    Es bekommt keinen Arbeits-Lohn.
    Aber Taschen-Geld. Und Geld fürs Essen.
  • Wenn das Kind ein freiwilliges ökologisches Jahr macht.
    Dann arbeitet das Kind für die Umwelt. Oder für den Natur-Schutz.
    Es bekommt keinen Arbeits-Lohn.
    Aber Taschen-Geld. Und Geld fürs Essen.
  • Wenn das Kind beim Bundes-Freiwilligen-Dienst mitmacht.
    Das ist so ähnlich wie das freiwillige soziale Jahr.
    Oder das freiwillige ökologische Jahr.
  • Wenn das Kind behindert ist.
    Und nicht selbst für sich sorgen kann.

Welche Kosten bezahlt die gesetzliche Renten-Versicherung?

Eine stationäre Kinder-Reha dauert 4 Wochen.
Stationär bedeutet: Das Kind wohnt in der Zeit in einer Reha-Einrichtung.
Wenn die 4 Wochen nicht reichen, kann die Reha auch verlängert werden.
Das muss aber ein Arzt entscheiden.

Diese Kosten bezahlt die gesetzliche Renten-Versicherung:

  • Kosten für die Kinder-Betreuung
  • Kosten für die Behandlung vom Arzt und in der Reha-Einrichtung
  • Kosten für das Zimmer und fürs Essen
  • Fahrt-Kosten
  • Kosten für das Verschicken von den Koffern
  • Bei Kindern unter 15 Jahren: Fahrt-Kosten für eine Begleit-Person, auf der Hin-Fahrt und auf der Rück-Fahrt. Zum Beispiel für die Mutter.
  • Bei Kindern unter 12 Jahren: Kosten für ein Zimmer und fürs Essen für eine Begleit-Person. Zum Beispiel für die Mutter. Sie kann die ganze Zeit bei dem Kind in der Reha-Einrichtung bleiben.

Kinder-Reha in der Schul-Zeit

Wenn ein Kind eine Kinder-Reha bekommt, kann es nicht zur Schule gehen. Deshalb gibt es Schul-Unterricht in der Reha-Einrichtung.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben

Teilhabe bedeutet: dabei sein, mitmachen können.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben sind zum Beispiel Umschulungen.
Dabei lernt man einen anderen Beruf.

Wann kann ich einen Antrag stellen

  • Wenn Sie Ihre Arbeit wegen einer Krankheit oder Behinderung gar nicht mehr oder nicht mehr so gut machen können.
  • Wenn Sie durch Leistungen zur Reha und zur Teilhabe am Arbeits-Leben wieder besser oder voll arbeiten können.

Welche Bedingungen müssen gelten, damit Sie Leistungen zur Reha und zur Teilhabe am Arbeits-Leben bekommen?

Sie können nur dann Leistungen bekommen, wenn Sie eine bestimmte Zeit lang Beiträge an die Renten-Versicherung gezahlt haben.
Wie viel Sie bekommen können, hängt von Ihren Beiträgen ab.

Wenn Sie eine Reha brauchen.

Sprechen Sie am besten zuerst mit Ihrem Arzt.
Oder mit dem Betriebs-Arzt in Ihrer Firma.
Der Arzt kann Ihnen sagen, ob Sie eine Reha brauchen.
Oder ob eine Reha Ihnen helfen kann.


Leistungen zur Reha und zur Teilhabe am Arbeits-Leben finden in Deutschland statt.

Ich fahre zur Reha. Was muss ich bezahlen?

Die Renten-Versicherung schreibt Ihnen:
Sie dürfen zur Reha fahren.

Das heißt:
Die Renten-Versicherung bezahlt die Reha.

Aber:
Sie müssen auch Geld bezahlen.
Man sagt dazu: Zuzahlung.

Für jeden Reha-Tag müssen Sie 10 Euro dazu bezahlen.

Zum Beispiel:
Sie fahren für 21 Tage zur Reha.
Dann müssen Sie 210 Euro bezahlen.

In einem Jahr müssen Sie nicht mehr als 420 Euro bezahlen.

Das heißt:
Sie müssen höchstens für 42 Tage im Jahr bezahlen.
Danach müssen Sie kein Geld mehr bezahlen.

Es kann sein, dass Sie nichts bezahlen müssen.

Zum Beispiel:

  • Wenn Sie noch nicht 18 Jahre alt sind.
  • Wenn Sie am Tag zur Reha gehen und Zuhause schlafen.
  • Wenn Sie keine Arbeit haben.
  • Oder wenn Sie weniger als 1.219 Euro im Monat bekommen.