Deutsche Rentenversicherung

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Rentenpaket zeigt Wirkung

Vertreterversammlung der DRV Nord informierte sich über aktuelle Entwicklungen

Datum: 07.07.2015

Nachdem die Vertreterversammlung Ende des vergangenen Jahres unter dem Vorsitz von Heiko von Thaden den Rekordhaushalt von gut 9,9 Milliarden Euro unter anderem zur Finanzierung der Leistungen des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes (Rentenpaket) beschlossen hatte, informierte sich das Parlament in seiner Sommersitzung in der Fachklinik Aukrug über die Auswirkungen des Gesetzes.

Rentenpaket lässt Rücklagen der Rentenversicherung mittelfristig schmelzen

„Anders als von der Deutschen Rentenversicherung gefordert, werden die zusätzlichen Leistungen des Rentenpakets insbesondere die Mütterrente nicht aus Steuermitteln, sondern durch Rentenversicherungsbeiträge finanziert. Dies ist eine wesentliche Ursache dafür, dass die Rücklagen der Rentenversicherung weniger werden. Aktuellen Schätzungen zur Folge, müsste spätestens 2019 der Beitragssatz der Rentenversicherung erhöht werden“, machte Edgar Wonneberger, Vorstandsvorsitzender der DRV Nord, die finanziellen Folgen des Rentenpakets deutlich.

 

2014 – deutlich steigende Zahl an Rentenzugängen

2014 stieg die Zahl der Altersrentenzugänge gegenüber dem Vorjahr sowohl bundesweit als auch bei der DRV Nord deutlich an, berichtete das Mitglied der Geschäftsführung, Ingo Koch. Bundesweit seien es 27 Prozent - in der DRV Nord sogar 32 Prozent - mehr Neurentner. Ursache sei einerseits die große Nachfrage nach der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren. Außerdem hätten viele Frauen aufgrund der Mütterrente, d.h. der Anerkennung eines weiteren Kindererziehungsjahres pro Kind, das vor 1992 geboren wurde, erstmals einen Rentenanspruch erworben. Bundesweit hätten rund 70.000, bei der DRV Nord rund 2500 Frauen hierdurch erstmals eine Rente mit 66 Jahren und älter erhalten.

Dabei habe es erhebliche regionale Unterschiede gegeben, so Ingo Koch. So habe es bei der DRV Nord überproportional viele Anträge auf eine abschlagsfreie Rente mit 63 in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Bei den Mütterrenten seien dagegen besonders viele Frauen in Schleswig-Holstein erstmals in den Genuss einer gesetzlichen Rente gekommen. Letzteres dürfte daran liegen, dass hier der Anteil der Frauen, bei denen aufgrund der Erwerbsbiografie bereits ein Rentenanspruch bestand, geringer ist als beispielsweise in den neuen Bundesländern.

 

 

Frauen mit 66,1 Jahren in die Altersrente

Folge des vermehrten Renteneintritts von Frauen im hohen Alter sei, dass das

durchschnittliche Renteneintrittsalter der Frauen im Jahre 2014 auf deutlich über 65 Jahre nämlich bundesweit auf 65,8 Jahre - bei der DRV Nord sogar auf 66,1 Jahre - gestiegen sei, so Ingo Koch. Hierbei handele es sich jedoch um einen einmaligen Effekt. 

 

Rentenpaket sorgt für höhere Renten

Durch das Rentenpaket sei 2014 die durchschnittliche Rentenleistung bei den Neuzugängen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen – mit einer Ausnahme. Da im Westen rund 70.000 Frauen mit 66 und mehr Jahren aufgrund der Mütterrente erstmals in den Genuss einer niedrigen Rente gekommen sind, ist die Durchschnittsrente der Frauen im Westen von 505 auf 485 Euro gesunken (in S-H von 546 auf 518). Im Osten gab es nur wenige ältere Neurentnerinnen. Hier hat sich die Mütterrente deutlich rentensteigernd bemerkbar gemacht. Die Durchschnittsrente stieg von 786 auf 838 Euro (in M-V von 796 auf 844 Euro).

Bei den Männern habe es 2014 sowohl im Westen als auch im Osten einen deutlichen Anstieg der Durchschnittsrenten gegeben. Im Westen stieg die Rente durchschnittlich von 913 auf 980 (in S-H von 985 auf 1.027 Euro sowie in HH von 915 auf 949 Euro) und im Osten von 915 auf 952 Euro (in M-V von 904 auf 945 Euro). Dies sei darauf zurückzuführen, dass insbesondere viele Männer die Möglichkeit der abschlagsfreien Rente mit 63 genutzt haben, bei der es wegen der längeren Versicherungszeit überproportional hohe Renten gegeben habe. Bundesweit hätten über 71 Prozent - in der DRV Nord zu über 75 Prozent – der Männer von dieser Rente profitiert.

 

Rente mit 63 weiterhin stark nachgefragt

2014  hatte die Bundesregierung rund 220.000 Anträge auf die abschlagsfreie Rente mit 63 im Jahr 2015 prognostiziert. Aktuellen Schätzungen zu Folge werde diese Zahl deutlich überschritten, berichtete Ingo Koch. Bundesweit habe es bis Ende Mai bereits über 110.000 Anträge gegeben – wenn auch mit abnehmender Tendenz. In der DRV Nord seien 2015  bis Ende Mai rund 3.350 Anträge eingegangen, d.h. 21 Prozent mehr Anträge als in 5 Monaten in 2014.

  
 

Stellvertretender Geschäftsführer der DRV Nord gewählt.

Doch nicht nur um das Rentenpaket ging es am 7. Juli. Darüber hinaus wählte die Vertreterversammlung Dr. Dieter Starke zum stellvertretenden Geschäftsführer der DRV Nord. Er folgt zum 1. Dezember diesen Jahres dem Direktor Ingo Koch, der dann in den Ruhestand gehen wird.  Dr. Starke ist 46 Jahre alt und leitet seit über 10 Jahren als operativer Geschäftsführer verschiedene Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg und Hessen zuletzt in Frankfurt. Der Diplom-Kaufmann ist verheiratet und hat drei Kinder. „Ich freue mich auf die neue herausfordernde Aufgabe“, so Dr. Dieter Starke nach seiner Wahl.