Inhalt

Selbstständig: Im Rentenfall abgesichert

Der Rententipp

Sich selbstständig machen – das ist für viele die Möglichkeit, sich beruflich selbst zu verwirklichen oder aber Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Beim Aufbau der neuen Existenzgrundlage ist natürlich vieles zu bedenken und vor allem der Lebensunterhalt zu sichern. Ratsam ist aber, sich daneben auch Gedanken darüber zu machen, wie die finanzielle Absicherung im Fall einer Erwerbsminderung oder im Alter aussehen würde, und sich durch rechtzeitige Information vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

Weitläufig verbreitet ist dabei die Ansicht, dass Selbstständige in der Wahl ihrer Absicherung für Erwerbsminderung und Alter völlig frei sind und im Gegensatz zu abhängig Beschäftigten keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen. Das trifft aber nicht auf alle Selbstständigen zu, denn bestimmte Personenkreise unterliegen per Gesetz der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Hierzu zählen unter anderem selbstständige Lehrer, Erzieher und Pflegepersonen in der Kranken-, Wochen-, Säuglings- oder Kinderpflege, wenn sie im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Auch Hebammen und Entbindungspfleger, Künstler und Publizisten sowie Handwerksmeister sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Selbstständige, die nur für einen Auftraggeber tätig sind und im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, müssen ebenfalls Beiträge zur Rentenversicherung zahlen.

Während die selbstständigen Handwerksmeister den Rentenversicherungsträgern von den Handwerkskammern gemeldet werden, müssen die übrigen versicherungspflichtigen Selbstständigen sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Selbstständigkeit selbst beim Rentenversicherer melden. Wer sich selbstständig macht, muss sich also Gedanken darüber machen, ob er rentenversicherungspflichtig ist, und ggf. seiner Meldepflicht nachkommen. Zu beachten ist hierbei, dass nicht nur bei bestimmten Berufen Rentenversicherungspflicht entstehen kann, sondern bei jeder beliebigen Art der Selbstständigkeit auch dann, wenn nur für einen Auftraggeber gearbeitet wird. Wer Zweifel hat, ob er durch die Selbstständigkeit rentenversicherungspflichtig wird, sollte sich beim Rentenversicherer beraten lassen.

Selbstständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht versicherungspflichtig sind, sollten bedenken, dass sie ihre Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung für den Fall der Erwerbsminderung verlieren können. Auch auf die Versorgung im Alter wirkt sich die Selbstständigkeit aus, da Anspruch und Höhe der Altersrente von Anzahl und Höhe der insgesamt eingezahlten Beiträge abhängt. Die Aufnahme einer Selbstständigkeit kann also dazu führen, dass bei Eintritt von Erwerbsminderung keine Rente gezahlt wird oder die Höhe der Altersrente nicht für den Lebensunterhalt ausreicht. Mit einem Antrag auf Versicherungspflicht in der Rentenversicherung, in manchen Fällen auch durch freiwillige Beitragszahlungen können Selbstständige sich die Leistungsansprüche der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Auch zu diesem Thema informiert der Rentenversicherer gerne.

Stand: März 2015

Weitere Informationen

zusätzliche Informationen

Ihr kurzer Draht zu uns

Meinen Rentenversicherer finden:

Ihre Sammelmappe

Hier gelangen Sie zur Sammelmappe, in der sich alle Publikationen befinden, die Sie bisher zur Bestellung / zum Download vorgemerkt haben.