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Die Hinterbliebenenrente: sichert Existenzen

Finanzielle Sicherheit im Notfall

Foto: Portrait einer FrauDie gesetzliche Rentenversicherung sichert Sie als Hinterbliebene bei einem Todesfall ab. Das gilt für Ehegatten als auch für eingetragene Lebenspartner. Entscheidend ist, welches Recht für Sie gilt – das alte oder das neue. Dabei weist das neue Recht im Vergleich zu den Bestimmungen des alten Rechts einige Besonderheiten auf.  

Alt oder neu? Welches Recht gilt für Sie?   

Prüfen Sie zunächst, was auf Sie zutrifft:

Das alte Recht gilt, wenn

  • Ihr Ehepartner vor dem 1. Januar 2002 gestorben ist oder
  • Ihr Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, Sie aber vor dem 1. Januar 2002 geheiratet haben und ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist.

Das neue Recht gilt, wenn

  • Sie Ihren Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 geheiratet haben oder
  • bei früherer Eheschließung: Sie und Ihr Partner nach dem 1. Januar 1962 geboren sind.

Rentensplitting schließt eine Hinterbliebenenrente aus: Haben Sie sich für ein Rentensplitting entschieden, können Sie keine Hinterbliebenenrente erhalten.

Mehr Informationen zum Rentensplitting

Die Hinterbliebenenrente nach altem Recht

Hinterbliebenenrenten werden entweder als große oder kleine Witwenrente gezahlt:

Die kleine Witwenrente entspricht einem Viertel der Rente, die dem Verstorbenen zustand oder zugestanden hätte. Anspruch haben Sie, wenn

  • Sie mit dem Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes verheiratet waren,
  • Sie nicht wieder geheiratet haben und
  • Ihr verstorbener Partner die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hatte.

Die große Witwenrente beträgt 60 Prozent der Rente Ihres verstorbenen Gatten. Sie können diese Rente erhalten, wenn Ihr verstorbener Ehepartner die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren (Mindestversicherungszeit) erfüllt, sie vorzeitig erfüllt ist (zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall) oder er bereits eine Rente bezogen hat. Außerdem dürfen Sie nicht wieder geheiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet haben.

Wenn Sie eigene Einkünfte haben, werden diese ab einer bestimmten Höhe auf Ihre Witwenrente angerechnet. Im „Sterbevierteljahr“, also in den ersten drei Monaten nach dem Todesfall, führen wir  jedoch keine solche Anrechnung aus.

Die Hinterbliebenenrente nach neuem Recht

Foto: Frau sitzt auf einer Bank und schreibt etwas



Zusätzlich zu den Vorgaben des „alten Rechts“ müssen Sie noch weitere Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihre Ehe muss mindestens ein Jahr lang bestanden haben und
  • es darf kein Rentensplitting vereinbart worden sein.

Und noch etwas:

  • Sie erhalten nach neuem Recht bei der großen Witwenrente 55 Prozent der Rente des Verstorbenen (anstatt 60 Prozent).
  • Die kleine Witwenrente ist auf 24 Monate befristet.
  • Die Anrechnung von Einkommen wurde ausgeweitet: Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden berücksichtigt. Riestergeförderte Einkünfte sind davon ausgenommen.

Falls Sie ihr Kind bis zum dritten Lebensjahr erziehen oder erzogen haben, erhalten Sie noch einen Zuschlag zur Witwenrente und können so die niedrigere Rentenhöhe annähernd ausgleichen.

Häufig unbekannt: Die Erziehungsrente

Sind Sie geschieden oder wurde Ihre eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben und Sie erziehen minderjährige Kinder? Wenn Ihr früherer Partner verstorben ist, können Sie eine Erziehungsrente erhalten. Diese gilt bei Erziehung von Kindern bis zum 18. Geburtstag und – altersunabhängig – für die Betreuung behinderter Kinder. Unsere Broschüre „Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten“ gibt Ihnen auch hierzu alle Informationen

Wir sichern Kinder ab: Die Waisenrente

Foto: Portrait einer nachdenklich guckenden Frau

Haben Sie den Tod Ihrer Mutter und/oder Ihres Vaters zu beklagen, zahlt Ihnen die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag eine Rente. Eine Halbwaisenrente steht Ihnen zu, wenn noch ein unterhaltspflichtiger Elternteil lebt, eine Vollwaisenrente bekommen Sie, wenn beide Eltern gestorben sind.

Eine Halbwaisenrente beträgt zehn Prozent, die Vollwaisenrente rund 20 Prozent der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte und zusätzlich dazu noch einen individuellen Zuschlag. Sind Sie volljährig, wird Ihr eigenes Einkommen angerechnet.

Wir bezahlen Ihnen die Waisenrente grundsätzlich bis zu Ihrem vollendeten 18. Lebensjahr. Wenn Sie sich in einer Schul- oder Berufsausbildung, im Bundesfreiwilligendienst oder im freiwilligen sozialen Jahr befinden oder eine Behinderung haben, kann Ihnen die Rente bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt werden.

Wir beraten Sie gerne

Wir von der Deutschen Rentenversicherung kümmern uns gerne um Ihre Fragen. Rufen Sie uns an oder schauen Sie in einer Beratungsstelle ganz in Ihrer Nähe vorbei. Wir sind gerne für Sie da.

Hinterbliebenenrente trotz Scheidung und Wiederheirat

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